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Den bekannten Chanukka-Leuchter vor der Ohel-Jakob-Synagoge in der Münchner Altstadt gibt es heuer nicht. Das Anzünden findet innen statt.

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    Acht Tage, acht Kerzen - Beginn des Lichterfestes Chanukka

    Mit dem Entzünden der ersten Kerze beginnt heute Abend das jüdische Lichterfest Chanukka. In diesem Jahr ist wegen Corona vieles anders als sonst. Im Gegensatz zum späteren Weihnachtsfest gibt es für Chanukka keine Kontakt-Lockerungen.

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    Von
    • Sandra Demmelhuber

    Ab heute Abend versammeln sich wieder viele jüdische Familien auf der ganzen Welt, um an den acht Abenden bis zum 18. Dezember feierlich die Lichter der Chanukkia anzuzünden. Üblicherweise sitzt man im engen Familien- oder Freundeskreis gemütlich beisammen, isst, singt und trinkt. Und für die Kinder gibt es kleine Geschenke und Süßigkeiten.

    Lichtzünden per Videoübetragung

    Viele jüdische Gemeinden müssen dieses Jahr auf das feierliche Anzünden auf öffentlichen Plätzen verzichten. So gibt es in diesem Jahr vor der Israelitischen Kultusgemeinde am Münchner Jakobsplatz auch keinen übergroßen Chanukka-Leuchter, dessen Kerzen täglich vor vielen Besuchern angezündet werden.

    Das Lichtzünden wird stattdessen in die Synagoge verlegt, die Gemeindemitglieder können es dann per Videoübertragung mitverfolgen.

    Kontaktbeschränkungen: Keine Lockerungen zu Chanukka

    Chanukka ist ein Fest, das aber vor allem daheim gefeiert wird. Doch auch das wird in diesem Jahr nur sehr begrenzt möglich sein, da es - anders als für das christliche Weihnachtsfest - zu Chanukka keine Lockerungen gibt.

    In Bayern gelten derzeit Kontaktbeschränkungen von maximal fünf Erwachsenen aus höchstens zwei Haushalten (plus zugehörige Kinder unter 14 Jahren). Nach Angaben des Ministerpräsidenten ist die Lockerung auf zehn Erwachsene aus mehreren Haushalten (plus Kinder unter 14) lediglich vom 23. bis zum 26. Dezember vorgesehen.

    Knobloch: "Lichter der Hoffnung"

    Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, betont, dass es bei jedem Einzelnen liege, das angemessene Maß zwischen familiärem Beisammensein und verantwortungsvollem Umgang mit der Infektionsgefahr zu finden. Die Lichter der Chanukka sollten auch in diesem Jahr "Lichter der Hoffnung" sein.

    " Ich bin zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahr wieder so unbeschwert feiern können, wie wir es gewohnt sind." Charlotte Knobloch, IKG-Präsidentin

    Doch was wird an Chanukka eigentlich gefeiert?

    Das Wunder mit dem Lampenöl: Darum dauert Chanukka acht Tage

    Unter der Führung von Judas Makkabäus eroberten die Juden im Jahr 3597 (164 v. Chr. in unserer Zeitrechnung) Jerusalem zurück. Judas ließ daraufhin den Tempel wieder aufbauen und einweihen. Dieses Ereignis wird mit Chanukka gefeiert - das hebräische Wort bedeutet auch 'Einweihung'.

    Nach einer Legende aus dem Talmud (darin steht die Auslegung der biblischen Texte) haben die Juden beim Wiederaufbau des zerstörten Tempels ein kleines Fläschchen mit Lampenöl gefunden. In dem Gefäß war so wenig Öl, dass es nur für eine einzige Nacht ausreichte - eigentlich. Doch dann soll es zu einem Wunder gekommen sein: Das Licht brannte laut Überlieferung ganze acht Tage lang.

    Aus diesem Grund wird das Lichterfest Chanukka über acht Tage gefeiert.

    Krapfen und Kartoffelpuffer

    In Erinnerung an das "Ölwunder" hat die Chanukkia, so wird der Chanukka-Leuchter genannt, acht Arme. An jedem der acht Abende wird mit der Anzünderkerze (in der Mitte) ein Licht mehr angezündet - immer von rechts nach links, wie das hebräische Schriftsystem. Am letzten Abend dann, dieses Jahr am 18. Dezember, brennen dann alle acht Kerzen.

    Traditionelle Speisen an Chanukka sind wegen der Bedeutung des Öls besonders fettig: Man isst Latkes (Kartoffelpuffer), Sufjanijot (Krapfen mit Marmeladenfüllung) oder in Öl ausgebackene Eierkuchen.

    Die Menora, wie sie üblicherweise am Schabbat-Abend angezündet wird, hat übrigens nur sieben Leuchtarme.

    💡 Was haben Weihnachten und Chanukka gemeinsam?

    • Beide Feste werden in der dunkelsten Zeit des Jahres gefeiert
    • Lichter spielen eine große Rolle, beziehungsweise das Anzünden von Kerzen. Bei den Christen ist es der Adventskranz und der Weihnachtsbaum, bei den Juden die Chanukkia
    • Sowohl beim christlichen Weihnachtsfest als auch bei Chanukka gehört der Vorabend mit zum Feiertag. Er wird traditionell im Kreise der Familie gefeiert
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    Die größte Chanukkia in Deutschland steht in Berlin am Brandenburger Tor.

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