Sport - Fußball


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Personalrochaden Aufbruch in neue Zeiten

Nach den drei Europapokal-Triumphen folgten Jahre der Veränderungen. Aber auch Jahre ohne Titel. 1977 verabschiedete sich Franz Beckenbauer, nur ein Jahr später folgte ihm Gerd Müller. Auf dem Managersessel löste der junge Uli Hoeneß Robert Schwan ab.

Stand: 12.08.2015 | Archiv

Uli Hoeneß und Robert Schwan 1979 | Bild: picture-alliance/dpa

1979 übernahm Uli Hoeneß nach seinem Karriereende, im Alter von nur 27 Jahren, das Amt des Managers und löste Beckenbauer-Berater Robert Schwan ab. Ein junger, unerfahrener Ex-Spieler sollte die Geschicke der erfolgshungrigen Bayern lenken? Ein gewagtes Experiment - in einer Zeit des Umbruchs riskierten die Münchner aber diesen Schritt. Schließlich wurde auch sonst kräftig am Personalkarussel gedreht: Pal Csernai kam für Trainer Gyula Lorant. Und Präsident Wilhelm Neudecker ging, weil die Mannschaft Ex-Löwen Trainer Max Merkel als Coach abgelehnt hatte. Neuer Chef an der Säbener Straße wurde Willi O. Hoffmann.

National erfolgreich, international ohne Glück

Pokalsieg 1982

Und so kamen tatsächlich wieder bessere Zeiten. Paul Breitner und der junge Karl-Heinz Rummenigge, zusammen "FC Breitnigge" genannt, führten die Bayern 1980 zum ersten Meistertitel nach sechs Jahren und ließen 1981 gleich den nächsten folgen. 1982 dann der schon legendäre Pokalsieg gegen den 1. FC Nürnberg: Nach einem 0:2-Rückstand drehte der FC Bayern das Spiel und siegte mit 4:2. Unvergessen: Dieter Hoeneß, am Kopf blutend, traf mit einem Verbandsturban. Nur international gab's für die Münchner nichts zu holen: Das Finale im Europapokal der Landesmeister verloren die favorisierten Bayern 1982 mit 0:1 gegen den englischen Vertreter Aston Villa.

Rummenigge geht, Lattek kehrt zurück

Rummenigge wird "Italiener"

1983 kehrte Udo Lattek auf die Bayern-Trainerbank zurück. Im DFB-Pokal-Finale 1984 besiegte sein Team Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen. Ein gewisser Lothar Matthäus vergab dabei einen Strafstoß für die Gladbacher - es war sein letzter Schuss für den VfL Borussia. Sein Wechsel zum Gegner stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest. Matthäus kam, dafür zog es Kalle Rummenigge für die damalige Rekord-Ablösesumme von elf Millionen Mark nach Italien zu Inter Mailand. Ein Jahr später wurden die Bayern mit Sören Lerby und dem jungen Ludwig "Wiggerl" Kögl erneut Meister. Die Klubführung übernahm Prof. Dr. Fritz Scherer.

Die nächste Europapokalpleite

Wiederum ein Jahr später gab es das nächste Double zu feiern, 1987 noch eine Meisterschaft. Dann folgte wieder eine der schwärzeren Stunden des FC Bayern: Im Europapokal der Landesmeister scheiterten die Münchner erneut erst im Finale. Wien hieß diesmal der Austragungsgort, der FC Porto war der Gegner. Die Bayern waren wie schon fünf Jahre zuvor gegen Aston Villa als Favorit ins Praterstadion angereist. Doch die Portugiesen setzten durch das berühmt gewordene Hacken-Tor von Rabah Madjer mit 2:1 durch. Im Lager der Bayern machten sich Frust und Bitterkeit breit.

Neuanfang mit Jupp Heynckes

Udo Lattek musste gehen. Jupp Heynckes - zuvor Trainer bei Borussia Mönchengladbach - löste ihn ab der Saison 1987/88 ab. Seine Aufgabe war alles andere als trivial: Nach dem Abschied von Stars wie Lothar Matthäus, Andi Brehme und Jean-Marie Pfaff sollte er ein neues, schlagkräftiges Team aufbauen. Heynckes holte zwar 1989 und 1990 den Meistertitel, das große Ziel Europacupsieg blieb aber unerreicht. Immerhin durften sechs Bayern-Spieler 1990 einen besonderen Triumph auskosten: Mit Klaus Augenthaler, Stefan Reuter, Olaf Thon, Jürgen Kohler, Hansi Pflügler und Raimond Aumann wurde Deutschland Weltmeister.


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