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Rekordsammler FC Bayern Die "Goldenen Jahre"

Die "Goldenen Jahre" ließen den FC Bayern endgültig zu Weltruhm gelangen. Drei Mal in Folge wurde die Meisterschaft gefeiert, drei Mal nacheinander holte man auch den Europapokal der Landesmeister nach München. Ein weiterer Rekord: Zwischen 1970 und 1974 blieben die Bayern in 73 Heimspielen in Folge ungeschlagen.

Stand: 12.08.2015 | Archiv

Mit der Verpflichtung von Branco Zebec als Cheftrainer begann 1968 ein Umbruch im Verein. Zebec löste Tschik Cajkovski ab und verbot den Bayern sogar den Bierkonsum. Das könne ja nicht gut gehen, meinten Experten. Doch die Fans mussten nicht unter Erfolgsentzug leiden.

Die Mannschaft 1968/69

In der Saison 1968/69 gelang zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das "Double" mit der Meisterschaft (mit acht Punkten Vorsprung auf Alemannia Aachen!) und dem Pokalsieg gegen Schalke. Zebec baute um die defensivstarken österreichischen Neuzugänge August "Gustl" Starek und Peter Pumm ein schlagkräftiges Team auf. Doch eine Mannschaft sollte die Bayern ärgern: Borussia Mönchengladbach. Die Fohlenelf vom Niederrhein holte 1970 und 1971 den Titel. Die Folge: Zebec verließ die Bayern bereits 1970 wieder.

Neues Stadion, neuer Trainer

Gefeierter Lattek

1972 - im Jahr der Olympischen Spiele - zog man vom Stadion an der Grünwalder Straße ins Olympiastadion um. Das eröffnete dem Verein neue Finanzquellen und bei fast doppelter Zuschauerkapazität deutlich höhere Einnahmen aus den Eintrittsgeldern. Unter dem neuen Trainer Udo Lattek gab es in der Saison 1971/72 gleich mehrfach Grund zur Freude: Mit unglaublichen 40 Treffern in einer Saison wurde Gerd Müller Bundesliga-Torschützenkönig und stellte damit einen Rekord auf, der bis heute unerreicht ist. Zudem sammelte die Mannschaft 55:13 Punkte (nach der damaligen Zwei-Punkte-Regel) - ein Rekord, der erst 50 Jahre später von Borussia Dortmund in der Saison 2011/12 übertroffen wurde (81 Punkte). Fast zwangsläufig brachte Latteks Team neben der Meisterschaft auch noch den DFB-Pokal mit einem 2:1 nach Verlängerung gegen den 1. FC Köln nach Hause.

Bayerns Titelsammlung

Meisterschaft

25 Titel in den Jahren 1932, 1969, 1972, 1973, 1974, 1980, 1981, 1985, 1986, 1987, 1989, 1990, 1994, 1997, 1999, 2000, 2001, 2003, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013, 2014, 2015

DFB-Pokal

17 Triumphe in den Jahren 1957, 1966, 1967, 1969, 1971, 1982, 1984, 1986, 1998, 2000, 2003, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013, 2014

Europapokal

Europapokal der Landesmeister/Champions League (5): 1974, 1975, 1976, 2001, 2013
Europapokal der Pokalsieger (1): 1967
UEFA-Pokal (1): 1996

Weltpokal

Zweifacher Sieger 1976 und 2001

Ligapokal/Supercup

Ligapokal (6): 1997, 1998, 1999, 2000, 2004, 2007
Super-Cup (3): 1983, 1987 und 1990

Erster Landesmeister-Titel dank Schwarzenbeck

Der erste Sieg im Landesmeister-Cup

Unter Lattek folgten zwei weitere Meisterschaften und ein internationaler Triumphzug, der seinesgleichen sucht: Die Bayern gewannen 1974 als erste deutsche Mannschaft den Europapokal der Landesmeister. Georg "Katsche" Schwarzenbeck hatte eine Minute vor Ende der Verlängerung im Finale gegen Atlético Madrid das 1:1 erzielt und damit ein Wiederholungsspiel erzwungen. Dieses gewannen Beckenbauer & Co., wieder in Brüssel, mit 4:0. Zweimal traf Uli Hoeneß, zweimal Gerd Müller.

Einzigartiges Europapokal-Triple

Weltpokalsieger 1976

Und während die Bayern, was Titel betrifft, in der Bundesliga eine Auszeit nahmen, schafften sie international das Europapokal-Triple: Auch 1975 (2:0 gegen Leeds United in Paris), sowie 1976 (1:0 gegen AS St. Etienne in Glasgow) - beide Male unter Trainer Dettmar Cramer - gewannen die Münchner den Europapokal der Landesmeister. 1976 kam auch noch der Weltpokal (0:0 und 2:0 gegen den brasilianischen Vertreter Cruzeiro Belo Horizonte) hinzu. Es sollten vorerst die letzten ganz großen Titel bleiben. Auf den internationalen Fußballplätzen begann für den deutschen Rekordmeister eine lange Durststrecke.


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