BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Zum Weltkrebstag: Brustkrebs häufigste Krebsart vor Lungenkrebs | BR24

© BR
Bildrechte: picture-alliance/dpa/Friso Gentsch

Haut- und Nervenschäden, Verbrennungen... die Strahlentherapie gegen Krebs war lange unbeliebt. Doch inzwischen hat die Disziplin immense Fortschritte gemacht, wie Prof. Claus Belka, Strahlenexperte der Uniklinik München, erklärt.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Zum Weltkrebstag: Brustkrebs häufigste Krebsart vor Lungenkrebs

20 Millionen Menschen weltweit erkranken pro Jahr an Krebs. Mittlerweile ist Brustkrebs die am häufigsten diagnostizierte Krebsart. Anlässlich des Weltkrebstages warnt die WHO, dass Krebserkrankungen künftig noch häufiger auftreten - und gibt Tipps.

1
Per Mail sharen
Von
  • Alexandra Klockau

Bei 19,3 Millionen Menschen ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2020 eine Krebserkrankung festgestellt worden. Rund zwölf Prozent aller neuen Krebsdiagnosen weltweit lauteten: Brustkrebs. Wie die WHO mitteilt, habe Brustkrebs damit Lungenkrebs (elf Prozent) als häufigste Krebsart eingeholt. Darmkrebs war mit zehn Prozent aller Krebsdiagnosen 2020 die dritthäufigste Form. Insgesamt starben im vergangenen Jahr rund zehn Millionen Menschen an Krebs.

"Zum ersten Mal ist Brustkrebs der weltweit am häufigsten auftretende Krebs." André Ilbawi, WHO-Krebsspezialist

Jährlich eine halbe Million Krebserkrankungen in Deutschland

In Deutschland erkranken jährlich etwa 510.000 Menschen neu an Krebs. Über vier Millionen Menschen würden gerade mit der Krankheit leben, teilte die Deutsche Krebshilfe mit. Laut Statistischem Bundesamt starben im Jahr 2019 rund 231.000 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung, 125.000 Männer und 106.000 Frauen. Damit war Krebs die Ursache für ein Viertel aller Todesfälle. Betroffen waren alle Altersgruppen. In der Gruppe der 45- bis 65-Jährigen waren Krebserkrankungen jedoch die häufigste Todesursache: 39 Prozent aller Todesfälle waren darauf zurückzuführen. Doch auch bei Kindern im Alter von einem bis 14 Jahren war knapp ein Viertel der Sterbefälle durch Krebs bedingt.

© BR
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Corona-Impfstoffe funktionieren über spezielle Boten-Stoffe, sogenannte Messenger-RNA. Diese gibt dem Körper vereinfacht gesagt den Auftrag, einen bestimmten Stoff zu produzieren. Dieses Prinzip könnte auch in der Krebstherapie angewendet werden.

Krebserkrankungen werden häufiger werden

Die WHO geht davon aus, dass Krebs künftig noch häufiger diagnostiziert wird, weil die Weltbevölkerung wächst, die Lebenserwartung steigt, Übergewicht und Bewegungsmangel weiter fortschreiten - aber auch, weil sich die Diagnosemöglichkeiten verbessern. Die rund 20 Millionen Neuerkrankungen 2020 könnten laut WHO bis 2040 auf etwa 30 Millionen weltweit steigen. Für Deutschland im Jahr 2030 prognostiziert die Deutsche Krebshilfe rund 600.000 Krebsfälle.

Gesunder Lebensstil kann einer Krebserkrankung bedingt vorbeugen

Rund ein Drittel der weltweiten Krebs-Todesfälle sei nach Schätzungen der WHO derzeit auf Tabakkonsum, Übergewicht, geringen Obst- und Gemüsekonsum, mangelnde körperliche Aktivität und Alkoholkonsum zurückzuführen. Zum Weltkrebstag, der jährlich am 4. Februar stattfindet, lautet die Botschaft der WHO deshalb: Trotz der steigenden Zahl der Krebserkrankungen könnten wir uns zumindest teilweise davor schützen - wenn wir auf unseren Lebensstil achten:

"Keinen Tabak konsumieren, regelmäßig Sport treiben, gesund essen und zu viel Alkohol vermeiden." André Ilbawi, WHO-Krebsspezialist

Auch beugten Impfungen gegen Hepatitis B und Humane Papillomviren (HPV) Krebserkrankungen vor. Zu lange Aufenthalte in starkem Sonnenlicht sollten vermieden werden. Die WHO verweist auch noch einmal auf die Wichtigkeit regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen.

"Mit einem gesundheitsbewussten Verhalten kann jeder sein individuelles Krebsrisiko senken." Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

Krebs weltweit zweithäufigste Todesursache

Trotzdem betont die Deutsche Krebshilfe, dass Krebs jeden treffen könne und auch der Zufall bei einer Erkrankung eine große Rolle spiele. Laut WHO erkrankt jeder fünfte Mensch in seinem Leben an Krebs. Krebs ist nach Angaben der WHO die zweithäufigste Todesursache weltweit, nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

An Krebs erkrankt? Deutsche Krebshilfe bietet Unterstützung

Betroffenen bietet die Deutsche Krebshilfe Informationen und Beratungen an. "Die Deutsche Krebshilfe unterstützt Krebsbetroffene und ihre Angehörigen gleichermaßen", betont Gerd Nettekoven, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe. "Wir zeigen auf, wo die Familie und weitere Bezugspersonen praktische, soziale und psychologische Hilfe finden." Denn, würde man allein in Deutschland zu den vier Millionen an Krebs erkrankten Menschen noch die Familien und Freunde dazurechnen, seien viele Millionen Menschen von Krebs betroffen.

Weltkrebstag: Jedes Jahr am 4. Februar

Um auf das Risiko einer Erkrankung hinzuweisen und um Möglichkeiten der Prävention, Früherkennung und Behandlung aufzuzeigen, wurde der Weltkrebstag im Jahr 2000 von der Weltkrebsorganisation (UICC) ins Leben gerufen. Viele ihrer mehr als 1.200 Mitgliedsorganisationen aus über 170 Ländern beteiligen sich am Aktionstag, der durch Sensibilisierung, Aufklärung und Handlungsaufforderungen an Einzelpersonen sowie Regierungen dazu beitragen soll, Menschenleben zu retten.

"Ich bin und ich werde" - das Motto des Weltkrebstages 2021

Das Motto des diesjährigen Weltkrebstages lautet: "Ich bin und ich werde". Es soll jeden Einzelnen zum Nachdenken anregen: Wer bin ich und was werde ich anlässlich des Weltkrebstages zur Bekämpfung von Krebs unternehmen?

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!