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Welche Versicherung zahlt welche Schäden?

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    Nach dem Unwetter: Welche Versicherung zahlt welche Schäden?

    Unwetter und Stürme sorgen häufig für Schäden an Häusern, Autos und mehr. Versicherungen haben danach viel zu tun, mögliche Schadensansprüche zu begutachten. Doch welche Versicherung zahlt welche Schäden? Wie versichert man sich richtig?

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    Von
    • Marlene Riederer

    Nicht nur weltweit nehmen Unwetter an Zahl und Heftigkeit zu. Auch in Bayern kommt es vermehrt zu Stürmen und Überschwemmungen. So mancher Hausbesitzer muss sich überlegen, ob er für solche Schäden richtig versichert ist. Eine Unwetterversicherung, die alle möglichen Schäden abdeckt, gibt es nicht. Wer gut versichert sein will, benötigt mehrere Policen, betont Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

    Wohngebäudeversicherung für Haus oder Wohnung

    Eine Wohngebäudeversicherung zahlt Schäden am Haus durch umgefallene Bäume oder abgedeckte Dächer. Die meisten Hausbesitzer haben heutzutage eine sogenannte "verbundene" Wohngebäudeversicherung. Diese schließt Feuer-, Leitungswasser-, Sturm- und Hagelschäden mit ein - und auch deren Folgeschäden.

    Deckt das Unwetter beispielsweise das Dach ab und es regnet ins Haus, sind die daraus entstehenden Schäden an Wänden, Decken, Fliesen und Parkett mit abgedeckt. Wichtig ist, dass Sturmschäden auch tatsächlich durch einen Sturm verursacht wurden. Denn ein Sturm ist erst dann ein Sturm, wenn er mindestens die Windstärke acht hat.

    Elementarschadenversicherung bei Überschwemmungen

    Die Kombination mit einer Elementarschadenversicherung, die etwa Schäden am Haus durch Hochwasser, Erdrutsch oder Erdbeben abdeckt, kann durchaus sinnvoll sein.

    Allerdings könnten Hausbesitzer gerade in Gebieten, in denen häufig Überschwemmungen auftreten, keinen oder nur sehr teuren Versicherungsschutz bekommen.

    Haftpflichtversicherung für Schäden an anderen

    Fällt ein Baum auf das Dach des Nachbarn, kann das ein Fall für die Haftpflichtversicherung sein. Diese prüft dann, ob dem Baumbesitzer eine Verletzung der Sorgfaltspflicht vorgeworfen werden kann und der Baum eventuell schon längst hätte gefällt werden müssen. Die Privathaftpflichtversicherung zahlt nur, wenn eine Sorgfaltspflichtsverletzung vorliegt.

    Wenn der Baum gesund war und regelmäßig überprüft worden ist, geht der Nachbar leer aus. Denn dafür, dass der Sturm einen gesunden Baum auf das Nachbarhaus geweht hat, kann der Baumbesitzer nichts. Hat der Nachbar eine Wohngebäudeversicherung, zahlt aber diese.

    Wenn nicht gesicherte Gegenstände wie Blumentöpfe, Roller oder Fahrräder etc. durch den Sturm Gegenstände anderer beschädigen, wird geprüft, ob der Besitzer tatsächlich ein Verschulden an dem entstandenen Schaden hat, denn für den Sturm kann er ja erstmal nichts. Allerdings ist er gut beraten, solche Gegenstände vor dem Sturm zu sichern - beispielsweise den Blumentopf in die Wohnung zu nehmen oder anzubinden und den Roller in den Keller zu bringen.

    Hausratsversicherung für die Einrichtung

    Wenn die Wohnungseinrichtung einen gewissen Wert erreicht hat, sollte man zusätzlich eine Hausratversicherung abschließen. Sie deckt die Schäden an allen beweglichen Sachen wie Möbel, Kleidungsstücke oder auch Vorräte.

    Neben den Standardleistungen wie zum Beispiel Einbruch, Brand- und Leitungswasserschäden ersetzt die Hausratversicherung auch Sturmschäden an Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen - also, wenn beispielsweise durch den Sturm ein Fenster zu Bruch gegangen ist und das teure Sofa ruiniert ist. Außen am Haus angebrachte Satellitenschüsseln, Antennen, Markisen und sonstige Gegenstände sind im Regelfall zumindest bis zu einer bestimmten Summe mitversichert.

    Wohngebäude- und Hausratversicherungen sind Neuwertversicherungen. Geschädigte können sich das Haus neu bauen oder Möbel neu kaufen – allerdings dürfen sie keinen höheren Standard haben als die beschädigten Gegenstände. Bei einem kaputten Auto zahlt die Teilkasko nur den Zeitwert.

    Wer rundum versichert sein möchte, braucht mehrere Versicherungen:

    • Wohngebäudeversicherung
    • Hausratsversicherung
    • Kaskoversicherung fürs Auto
    • Elementarschadenversicherung
    • Haftpflichtversicherung

    Schäden sorgfältig dokumentieren

    Der Bund der Versicherten weist darauf hin, dass es im Schadenfall einiges zu beachten gibt: So muss der Versicherer unverzüglich informiert werden. Zusätzlich sollten zur Dokumentation Fotos gemacht und eine genaue Aufstellung der beschädigten Gegenstände erstellt werden. Werfen Sie diese auch nicht weg, bevor der Versicherungsfall abgewickelt ist.

    Darüber hinaus hat der Versicherungsnehmer eine Schadensminderungspflicht. Das bedeutet, dass beispielsweise zerbrochene Fenster und abgedeckte Dächer abgedichtet werden müssen, damit der Schaden nicht noch größer wird.

    Beim Wetterdienst nachfragen

    Außerdem muss der Versicherungsnehmer nachweisen, dass ein Sturm mit mindestens Windstärke acht zu dem Schaden geführt hat. Hier hilft die Windmessung durch die Wetterämter. Reicht dies nicht aus, sollten sich Betroffene die örtliche Tagespresse von den Tagen besorgen, an denen der Sturm geherrscht hat.

    Ist dennoch strittig, ob der Sturm Windstärke acht erreicht hat oder nicht, kann man dies beim Deutschen Wetterdienst (Hotline: 0180 2 913 913) erfragen oder auf der Onlineseite des DWD nachschauen.

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