Ein Gewächshaus, das von Sturm zerstört wurde
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Welche Versicherung zahlt zum Beispiel bei einem zerstörten Gewächshaus?

    Welche Versicherung zahlt Sturmschäden rund um den Garten?

    Sturmschäden am Haus decken eine Gebäude- und Hausratversicherung ab. Was aber ist mit dem Rest des Grundstücks wie Terrasse, Gartenhaus und Co.? Und wer zahlt, wenn jemand beim Sturm durch herumfliegende Teile verletzt wird?

    Versicherungen bei Unwetter und Sturm – da denkt man in erster Linie ans Haus und an umstürzende Bäume. Aber was ist mit dem Garten und der Terrasse? Zahlen Versicherungen auch für Schäden durch verwehte Trampoline oder Gartenmöbel, die womöglich jemanden verletzen? Was ist mit entwurzelten Pflanzen? Und wenn ja, welche Versicherungen greifen da?

    Ab wann Versicherungen bei Sturmschäden zahlen

    Grundsätzlich gilt: Versicherungen zahlen erst bei Sturmschäden ab einer Windstärke von 8. Und das muss der Versicherte nachweisen! Deswegen gilt: Holen Sie sich die Infos ein – zum Beispiel bei den Wetterämtern. Oder besorgen Sie sich Artikel aus der örtlichen Tagespresse zu dem jeweiligen Wettergeschehen. Sollte es dann immer noch strittig sein, ob wirklich mindestens Windstärke 8 geherrscht hat, kann man auch beim Deutschen Wetterdienst (Hotline: 01802 913 913) nachfragen oder sich ein Gutachten erstellen lassen.

    Welche Versicherungen greifen bei Sturmschäden?

    Eine Wohngebäudeversicherung zahlt Schäden am Haus durch umgefallene Bäume oder abgedeckte Dächer. Sie schützt gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Möchte man das Haus gegen Überschwemmung, Lawinen, Erdsenkung, Erdrutsch usw. absichern, muss man zusätzlich zur Wohngebäudeversicherung auch eine Elementarschadenversicherung abschließen.

    Sturmschäden durch entwurzelte Bäume

    Die Haftpflichtversicherung springt ein, wenn ein Baum auf das Dach des Nachbarn fällt. Voraussetzung: Dem Baumbesitzer kann eine Verletzung der Sorgfaltspflicht vorgeworfen werden, da der Baum beispielsweise schon längst hätte gefällt werden müssen. Wenn der Baum gesund war und regelmäßig überprüft worden ist, geht der Nachbar leer aus. Dann greift dessen Wohngebäudeversicherung.

    Was aber ist, wenn ein Baum aus dem eigenen Garten aufs eigene Dach fällt? Das kann versicherungstechnisch kniffelig werden. Damit die Wohngebäudeversicherung zahlt, muss der Versicherungsnehmer zwei Mal im Jahr kontrollieren, ob die Bäume auf seinem Grundstück gesund und nicht schadhaft sind. "Besitzer eines Grundstücks müssen dafür sorgen, dass von ihrem Grundstück keine Gefahr ausgeht. Dazu gehört auch, den Baumbestand auf dem Grundstück entsprechend zu prüfen und zu pflegen. Wird dies unterlassen und ein maroder Baum fällt bei einem Sturm aufs Dach und beschädigt es, kann es sein, dass die Wohngebäudeversicherung den Schaden nicht übernimmt. Das prüft ein Gutachter", so Claudia Frenz vom Bund der Versicherten e.V.

    Sturmschäden sorgfältig dokumentieren

    Wichtig bei allen Sturmschäden ist, diese genau zu dokumentieren. Machen Sie Fotos mit Datum und erstellen Sie eine genaue Auflistung aller beschädigten Gegenstände. Außerdem muss der Versicherer unverzüglich informiert werden. Darüber hinaus hat der Versicherungsnehmer eine Schadensminderungspflicht. Das bedeutet, dass beispielsweise zerbrochene Fenster und abgedeckte Dächer abgedichtet werden müssen, damit der Schaden nicht noch größer wird.

    Wann wird bei Sturmschäden im Garten bezahlt?

    Damit es erst gar nicht zu möglichen Versicherungsfällen kommt, sind Sie verpflichtet, dafür zu sorgen, mögliche Schäden zu vermeiden. Blumentöpfe lose auf der Fensterbank, Gartensitzgarnituren ungesichert im Garten, Fahrräder neben den Porsche abzustellen – bei hohen Windstärken ist das fahrlässig. Verwahren oder sichern Sie alles Bewegliche. Niemand wird heutzutage mehr von Stürmen überrascht. Wettervorhersagen oder Wetter-Warn-Apps lassen genügend Zeit, Haus und Hof auf einen Sturm vorzubereiten.

    Sturmschäden, die durch bewegliche Dinge hervorgerufen werden

    Wenn Sie nicht dafür gesorgt haben, dass alles Bewegliche unter Verschluss ist, dann mag sich mancher Nachbar freuen, beim "Sturmwichteln" einen neuen Gartenstuhl zugeweht bekommen zu haben. Das Ganze kann aber auch gefährlich werden, wenn die Sachen jemanden verletzen oder etwas zerstört wird. Welche Versicherung zahlt dann? "Grundsätzlich haftet man für Schäden, die man bei anderen Menschen verursacht. Das gilt auch für den Fall, dass man Gegenstände auf dem Balkon nur unzureichend sichert und sie im Falle eines Sturms einen anderen verletzen. Eine der wichtigsten Versicherungen, die man haben sollte, ist daher die Privathaftpflichtversicherung. Sie leistet bei Schäden, die man einer anderen Person zufügt, wehrt aber auch unberechtigte Ansprüche ab", so Claudia Frenz vom Bund der Versicherten e.V.

    Sturmschäden an unbeweglichen Dingen

    Wie sieht es bei Schäden an unbeweglichen Dingen wie Gartenschuppen, Carport, Garten- und Gewächshäusern, Pool, Pflanzen, Dachrinnen etc. aus? "Alles, was fest mit dem Boden verankert im Garten steht, also Gartenhäuser, Gartenlampen, Carport oder Gewächshäuser, sind in der Regel über die Wohngebäudeversicherung mitversichert. Es lohnt sich dennoch ein Blick ins Kleingedruckte, denn manche Grundstücksbestandteile sind nur versichert, sofern sie ausdrücklich in den Versicherungsumfang einbezogen sind. Photovoltaikanlagen zum Beispiel müssen häufig separat versichert werden", so Claudia Frenz vom Bund der Versicherten e.V.

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