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Was einen Sturm zum Orkan macht | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Alle reden seit Tagen über das Sturmtief "Sabine", oder sollte man eher von einem Orkan sprechen? Unsere Reporter haben sich schlau gemacht.

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Was einen Sturm zum Orkan macht

Orkane setzen zerstörerische Kräfte frei. Sie werfen Bäume um, lassen Baukräne umstürzen und decken ganze Dächer ab. Doch wann ist ein Sturm eigentlich ein Orkan?

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Wenn Wind eine Geschwindigkeit von mindestens 64 Knoten erreicht, hat er Orkanstärke. Das entspricht knapp 120 km/h oder Windstärke 12 auf der Beaufortskala. Im Gegensatz zu einem Hurrikan oder Taifun gibt es Orkane nur außerhalb der Tropen.

"Orkan" aus der Karibik

Das Wort "Orkan" stammt aus dem Niederländischen "orkaan" für "schwerer Sturm". Diese Bezeichnung kommt vom spanischen "huracán", das wiederum auf ein Wort aus der Sprache der Taino, eines indigenen Volkes, das auf den Großen Antillen lebte, zurückgeht: "huracan" bedeutete bei ihnen "schwerer Sturm" und war auch der Name eines Unwettergottes. Orkan und Hurrikan haben also die gleiche sprachliche Wurzel.

Winter ist Sturmsaison - doch ein Orkan kommt nur alle paar Jahre

Winterstürme gibt es jedes Jahr. Winterorkane, die große Schäden anrichten, gibt es allerdings nur alle paar Jahre. 2018 tobte Orkantief Friederike über Deutschland, 2015 Orkan Niklas. Die heftigsten Orkane der vergangenen Jahrzehnte waren Kyrill im Jahr 2007 und Lothar 1999. Wie viel Schaden ein Orkan anrichtet, hängt übrigens nicht nur von der Windgeschwindigkeit ab. Es kommt auch darauf an, wie lange er andauert und wie groß und wie stark besiedelt die Fläche ist, über die er hinwegzieht.

Zahl der Winterstürme bleibt gleich

Orkane entwickeln sich aus Tiefdruckgebieten, die aus dem Temperaturunterschied zwischen den kalten Polarregionen und den warmen Tropen entstehen. Daher treten diese Stürme meist im Winter auf, weil dann die Differenz am größten ist. Dass Winterstürme häufiger geworden sind, lässt sich aus meteorologischen Daten nicht ablesen. Die Erderwärmung könnte sogar dafür sorgen, dass es weniger werden, denn sie sorgt dafür, dass der Temperaturunterschied zwischen Nordpol und Tropen sinkt.

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