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Kleiner Asteroid rauscht an der Erde vorbei | BR24

© NASA

Immer wieder geraten Asteroiden aus dem Asteroidengürtel auch in die Nähe der Erde.

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Kleiner Asteroid rauscht an der Erde vorbei

Am 1. September rast der Asteroid 2011 ES4 an der Erde vorbei - mit relativ geringem Abstand. Aber keine Sorge: Es besteht keine Gefahr, dass das kleine Geschoss die Erde treffen könnte. Der Asteroid ist nicht zum ersten Mal in unserer Nähe.

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Der Asteroid 2011 ES4 wird vermutlich in einem sicheren Abstand von gut 120.000 Kilometern zur Erde an uns vorbeirauschen. Immerhin: Der Mond ist rund dreimal so weit entfernt, daher werden solche Asteroiden als potentiell gefährlich eingeschätzt und gut beobachtet. Im Durchschnitt kommen 2,4 Asteroiden pro Jahr in solche Nähe, sagte Manfred Gaida von der DLR-Abteilung Erforschung des Weltraums.

Noch wenig bekannt über Asteroid 2011 ES4

Bislang weiß man aber noch nicht allzu genau, auf welcher Bahn sich der Asteroid bewegt. Er kam zwar vor einem knappen Jahrzehnt, im März 2011, schon einmal der Erde nahe, doch 2011 ES4 ist für uns immer nur etwa vier Tage lang zu beobachten. Im schlimmsten Falle könnte er nach Berechnungen des Jet Propulsion Laboratory der NASA auch auf gut 70.000 Kilometer an die Erde herankommen.

Ein Mini-Asteroid

2011 ES4 ist ein sehr kleiner Asteroid, sein Durchmesser wird auf 22 bis 49 Meter geschätzt. Damit wäre er etwa so groß wie der Ursprungskörper, der den Tscheljabinsk-Meteorid verursachte, der am 15. Februar 2013 über der russischen Stadt Tscheljabinsk zerbarst. Objekte dieser Größe schlagen keine großen Meteoritenkrater, sondern brechen beim Eintritt in die Erdatmosphäre auseinander, was von einem hellen Lichtblitz - dem Meteor - begleitet wird. Sie können aber durchaus erhebliche Schäden anrichten, wie der Feuerball von Tunguska 1908 bewies, der ganze Wälder niedermähte.

Meteor, Meteoroid oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.

Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

Ein Apollo-Asteroid

Der Asteroid 2011 ES4 ist rasend schnell unterwegs: Mit knapp 30.000 Kilometern pro Stunde flitzt er durchs Weltall. Sehen können wir ihn nicht, dazu ist er viel zu klein und zu dunkel. Er wird zur großen Gruppe der Apollo-Asteroiden gezählt. Das sind Asteroide, die regelmäßig die Erdbahn kreuzen, da ihre elliptischen Umlaufbahnen um die Sonne zur Erdbahn leicht versetzt sind: Ihr sonnenfernster Punkt (das Aphel) befindet sich außerhalb der Erdbahn, der sonnennächste Punkt (das Perihel) dagegen innerhalb. Das ist die größte Gruppe erdnaher Asteroiden, über 10.000 sind bislang bekannt (Stand: Ende 2018).

Rückkehr von Asteroid 2011 ES4 im Jahr 2055

2011 ES4 wird im Jahr 2055 zurückkehren und dann am 2. September der Erde das nächste Mal nah kommen. Bisherigen Berechnungen zufolge wird der Asteroid dann einen noch größeren Abstand zu uns haben und in hundert bis 280 Millionen Kilometer Entfernung zur Erde bleiben.

© BR

Asteroiden sind die kleinen Geschwister der Planeten, sind aber auf halben Weg der Entwicklung steckengeblieben. Aber können sie uns gefährlich werden? Der Asteroidenforscher Dr. Alan Harris vom Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt im Gespräch.

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