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Perseiden-Sternschnuppen im August 2019 Großer Meteor-Regen für Frühaufsteher

Wenn Sie noch ein paar Wünsche offen haben: Der August hat reichlich Sternschnuppen zu bieten, insbesondere für Frühaufsteher. Der August ist die beste Zeit im ganzen Jahr, um Schwärme aufblitzen zu sehen. Denn die Perseiden kommen zu Besuch!

Von: Heike Westram

Stand: 01.08.2019

Der August ist DER Sternschnuppen-Monat des Jahres. Die ganze Zeit über sind kleinere Meteorströme aktiv, meist nur mit geringen Fallraten. Doch wann immer Sie in einer klaren Nacht in den Himmel gucken, werden Sie wohl die eine oder andere Sternschnuppe sehen. In der zweiten Augustwoche steigert sich die Zahl der Sternschnuppen dann merklich: Die Perseiden kommen! Allerdings: Auch der Mond scheint dann immer länger.

Die Perseiden: schönster Sternschnuppen-Regen des Sommers

Perseiden-Sternschnuppe

Dieses Datum sollten Sternschnuppen-Jäger immer im Kalender vermerkt haben: die Nacht vom 12. auf den 13. August. In dieser Nacht flitzen hunderte Perseiden über den Himmel.

Die Perseiden stammen vom Kometen 109P/Swift-Tuttle, der alle 130 Jahre die Sonne umkreist. Dabei hinterlässt er jedesmal eine "Dreckspur" im All, die wir alljährlich am 12. August kreuzen. Der Komet ist schon so oft um die Sonne gekreist, dass er mehr als nur eine Spur hinterlassen hat, deshalb ist der Meteorschauer der Perseiden besonders prächtig: mit besonders vielen Sternschnuppen über einen ungewöhnlich langen Zeitraum.

Schon seit Mitte Juli und noch bis zum 24. August flitzen immer wieder Perseiden übers Firmament. In den Tagen vor und nach dem Höhepunkt sind bis zu fünfzig Sternschnuppen pro Stunde unterwegs. Zum traditionellen Maximum in der Nacht vom 12. auf den 13. August treten etwa hundert Sternschnuppen pro Stunde auf.

Wann Sie die meisten Sternschnuppen sehen

Die Perseiden sind schnell

In diesem Jahr stört leider der Mond erheblich, denn seine fast schon volle Scheibe geht in der Perseidennacht bereits abends um sieben Uhr auf und strahlt fast die ganze Nacht am Firmament. Erst um Viertel vor vier Uhr morgens geht der Mond im Westen unter.

Aber - Glück im Unglück - genau in diesem Jahr ist auch der Höhepunkt für die Morgenstunden angekündigt: Am 13. August ab vier Uhr sollen die meisten Perseiden unterwegs sein. Es wird allerdings ein kurzes Vergnügen, denn ab fünf Uhr wird es langsam zu hell für die Meteore.

Wohin Sie gucken müssen

Aus dieser Richtung kommen die Perseiden

Die Morgenstunden sind auch günstig, weil dann der scheinbare Ausstrahlungspunkt der Perseiden, ihr Radiant, schon recht hoch im Osten steht. Die Meteore scheinen alle aus dem Sternbild Perseus zu kommen, das um zehn Uhr abends im Nordosten aufgeht und dann langsam höher klettert. Je höher der Radiant steht, umso mehr Sternschnuppen sind zu sehen. Je später in der Nacht, umso besser also für die Perseiden.

Perseiden flitzen kreuz und quer

Wählen Sie zur Sternschnuppensuche einen Platz mit freier Sicht nach Osten. Doch die Perseiden flitzen sehr weit über den Sternenhimmel, manche treten auch hoch über Ihnen oder sogar erst im Südwesten in die Erdatmosphäre ein. Das Foto links gibt einen guten Eindruck davon. Also lassen Sie den Blick über ein möglichst großes Himmelsstück schweifen.

Ausstrahlungspunkt (Radiant) eines Meteor-Stroms

Meine Erfahrung: Ein dunkles Plätzchen suchen mit weitem Himmelszelt darüber, dann flach auf den Rücken legen, Füße nach Osten, und gucken, was das Zeug hält! Es gibt in fast jeder Richtung was zu sehen. Schnappen Sie sich Ihre Wunschliste und eine Decke - und viel Spaß beim Zählen!

Sternschnuppen-Infos

Wie viel Sie sehen

Die maximalen Fallraten, in Fachliteratur als ZHR angegeben, sind eine theoretische Größe. Die könnten Sie dann sehen, wenn der Radiant eines Meteorschauers senkrecht über Ihnen im Zenit wäre. Ist er tiefer, sinkt die Zahl deutlich. 
Und: Etwa ein Drittel des Himmels können Sie mit dem Blick umfassen. Sternschnuppen außerhalb dieses Drittels entgehen Ihnen.

Was sind Sternschnuppen?

Kreuzt die Erde eine alte Schweifspur eines Kometen, bringen deren winzige Staubteilchen beim Eintritt die Erdatmosphäre zum Glühen: Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit regen die Teilchen die Atome unserer Atmosphäre zum Leuchten an. Was Sie am Nachthimmel aufblitzen sehen, ist also meist nicht das Teilchen selbst, sondern nur ein "Leuchtkanal" - die Bewegungsspur der Sternschnuppe. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet die Erde immer wieder den gleichen Kometenspuren, daher treten viele Meteor-Schwärme periodisch zum gleichen Datum auf.

Meteor oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.
Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

Große Leuchtkugeln

Ein Bolide des Perseidenschauers

Unter den Perseiden sind auch große Leuchtkugeln zu sehen, sogenannte Boliden, die in ihrer Lichtstärke sogar den Mond übertreffen können. Manchmal werden die Perseiden auch Laurentiustränen genannt, weil sie um den Laurentiustag am 10. August so häufig fliegen. Sie erinnern an die Tränen, die um den im Jahr 258 hingerichteten Märtyrer geweint wurden.

Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen

Zeit, Geduld & Übung

Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s ausgesprochen schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen.

Ausrüstung

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder den Selbstauslöser), um die Bilder nicht zu verwackeln.
  • Sie benötigen eine Kamera, bei der Sie den Blitz ausschalten und Belichtungszeiten manuell einstellen können.
  • Benutzen Sie ein Objektiv mit möglichst kurzer Brennweite (Weitwinkel).

... und dann Licht, Licht, Licht

Sternschnuppen sind ausgesprochen lichtschwach. Um sie überhaupt abzulichten, hilft nur eins: So viel Licht wie möglich muss auf den Film! Die übrigen Objekte wie Bäume, Sterne etc. werden Sie damit überbelichten, allerdings sollte der Himmel dabei nicht allzu hell werden.

  • lange Belichtungszeiten wählen (bis zu 3 Minuten und mehr!)
  • Blende weit öffnen (kleine Blendenzahl)
  • hohe ISO-Werte einstellen

Wenn Ihre Schnuppen-Suche von Wolken getrübt wird, dann gucken Sie ruhig mal genauer hin. Denn sogar Wolken können zur Zeit sehenswert sein: Hin und wieder gibt es im August leuchtende Nachtwolken.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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