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Meteore im September Sternschnuppen zählen!

Schnappen Sie sich eine Decke und Ihren Wunschzettel: Anfang September ist die letzte Gelegenheit, noch ein paar Sternschnuppen zu finden! Nur noch wenige Tage flitzen die Meteore, dann ist erst mal für lange Zeit Schluss.

Von: Heike Westram

Stand: 31.08.2018

Im Sommer wurden wir mit Sternschnuppen sehr verwöhnt, aber der Herbst lässt da leider zu wünschen übrig: Der September hat nur zwei kleine Meteor-Schauer zu bieten. Den Anfang machen die Aurigiden gleich in der Nacht auf den 1. September, Nachschlag gibt's gut eine Woche später von den September-Perseiden.

Aurigiden zum Monatsbeginn

Aus dieser Richtung kommen die Aurigiden-Meteore

Gleich am 1. September erreicht der erste Meteorstrom in diesem Monat seinen Höhepunkt: Die Aurigiden blitzen aus dem Sternbild Fuhrmann hervor. Doch in diesem Jahr macht uns leider der Mond einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Denn er geht - fast noch ein Halbmond - bereits gegen elf Uhr abends auf, nur zwei Handbreit vom Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen entfernt.

Der Radiant der Aurigiden, der Punkt, von dem die Sternschnuppen auszustrahlen scheinen, liegt im Sternbild Fuhrmann, das erst nach zehn Uhr abends tief im Nordosten erscheint. Solange der Radiant noch tief am Horizont steht, können Sie nur wenige der Sternschnuppen des Meteorstroms auch tatsächlich sehen. Doch danach werden wohl die meisten vom Mondlicht geschluckt.

Jahrtausende alter Kometendreck

Die Aurigiden werden von einer "Dreckspur" im Sonnensystem ausgelöst: Ihr sogenannter Mutterkörper ist der Komet "C/1911 N1 Kiess", der alle 2.500 Jahre die Sonne umkreist und dabei jedes Mal eine Schweifspur zurücklässt.

Sternschnuppen-Infos

Wie viel Sie sehen

Die maximalen Fallraten, in Fachliteratur als ZHR angegeben, sind eine theoretische Größe. Die könnten Sie dann sehen, wenn der Radiant eines Meteorschauers senkrecht über Ihnen im Zenit wäre. Ist er tiefer, sinkt die Zahl deutlich. 
Und: Etwa ein Drittel des Himmels können Sie mit dem Blick umfassen. Sternschnuppen außerhalb dieses Drittels entgehen Ihnen.

Was sind Sternschnuppen?

Kreuzt die Erde eine alte Schweifspur eines Kometen, bringen deren winzige Staubteilchen beim Eintritt die Erdatmosphäre zum Glühen: Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit regen die Teilchen die Atome unserer Atmosphäre zum Leuchten an. Was Sie am Nachthimmel aufblitzen sehen, ist also meist nicht das Teilchen selbst, sondern nur ein "Leuchtkanal" - die Bewegungsspur der Sternschnuppe. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet die Erde immer wieder den gleichen Kometenspuren, daher treten viele Meteor-Schwärme periodisch zum gleichen Datum auf.

Meteor oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.
Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

September-Perseiden am 9. September

Doch die zweite Chance auf Sternschnuppen im September ist in diesem Jahr groß: Am 9. September erreichen die September-Perseiden ihren Höhepunkt - völlig ungestört von Mondlicht, denn es ist Neumond.

Mit ihren berühmten Namensvettern, den Perseiden im August, können die September-Perseiden allerdings nicht mithalten: Normalerweise sind selbst beim Maximum nur etwa fünf Sternschnuppen in der Stunde unterwegs. Nur in Ausnahmejahren wie 2008 oder 2013 gibt es Ausbrüche mit sehr großen und hellen Meteoren. Für 2018 ist aber leider nichts dergleichen vorhergesagt.

Sternschnuppen aus dem Perseus

Der erste Höhepunkt ist schon für sechs Uhr abends vorhergesagt, da scheint noch die Sonne. Doch ein zweiter Peak ist um neun Uhr möglich. Dann ist der Himmel schon sehr dunkel und das Sternbild Perseus, in dem der Radiant der Sternschnuppen liegt, taucht allmählich über dem Horizont im Nordosten auf. Die meisten Sternschnuppen eines Meteorschwarms sehen Sie aber erst, wenn der Radiant hoch am Himmel steht.

Fotografieren lassen sich die September-Perseiden eher schlecht, nicht nur, weil relativ wenige Sternschnuppen über den Himmel ziehen. Es sind auch sehr schnelle Meteore, die mit mehr als sechzig Kilometer pro Sekunde übers Firmament flitzen.

Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen

Zeit, Geduld & Übung

Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s ausgesprochen schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen.

Ausrüstung

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder den Selbstauslöser), um die Bilder nicht zu verwackeln.
  • Sie benötigen eine Kamera, bei der Sie den Blitz ausschalten und Belichtungszeiten manuell einstellen können.
  • Benutzen Sie ein Objektiv mit möglichst kurzer Brennweite (Weitwinkel).

... und dann Licht, Licht, Licht

Sternschnuppen sind ausgesprochen lichtschwach. Um sie überhaupt abzulichten, hilft nur eins: So viel Licht wie möglich muss auf den Film! Die übrigen Objekte wie Bäume, Sterne etc. werden Sie damit überbelichten, allerdings sollte der Himmel dabei nicht allzu hell werden.

  • lange Belichtungszeiten wählen (bis zu 3 Minuten und mehr!)
  • Blende weit öffnen (kleine Blendenzahl)
  • hohe ISO-Werte einstellen

Wenn Sie auf Schnuppensuche in einer klaren Septembernacht unterwegs sind, dann nutzen Sie den Moment: Die Herbstbilder prangen jetzt unter den Sternbildern des Firmaments - und da gibt es viel zu entdecken.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.

  • Sternschnuppenregen - welche gibt es? Was sind die Unterschiede? radioWelt, 03.01.2018, 06.05 Uhr in Bayern 2
  • Was sind eigentlich Sternschnuppen? radioWelt, 11.08.2016, 06.05 Uhr in Bayern 2
  • Wie entstehen Sternschnuppen? Schlau-Beer, 13.07.2010, Bayern 1

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