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Meteore im Oktober Wann Sternschnuppen funkeln

Im Oktober haben Sie ein paar Wünsche frei: Sternschnuppen flitzen! Erst kommen die "Drachen-Schnuppen" zu Besuch, danach die Orioniden. Wir verraten, wann und wo Sie die meisten Schnuppen im Oktober finden.

Von: Heike Westram

Stand: 30.09.2019

Wenn Sie im Oktober Sternschnuppen sehen wollen, müssen Sie ein wenig Zeit mitbringen und genau hinschauen. Doch dann lohnt sich die Suche: Zeitweise sind fünf Meteorschwärme zugleich aktiv, auch wenn jeder Strom nur einzelne Sternschnuppen schickt. Der Mond macht es Ihnen allerdings schwer in diesem Oktober.

Draconiden mit Überraschung im Gepäck

Draconiden im Oktober

Vom 6. bis 10. Oktober sind die Delta-Draconiden oder Giacobiniden zu sehen, die vom Schweif des Kometen 21P/Giacobini-Zinner stammen. Mit zwanzig Kilometern pro Sekunde sind die Sternschnuppen relativ langsam und lassen sich daher leichter fotografieren.

Ein Drachen-Sturm in so manchem Jahr

Für die Draconiden ist schwer vorhersagbar, wie viele Sternschnuppen erscheinen werden. Normalerweise sind es zum Höhepunkt etwa zwanzig pro Stunde - das ist schon beachtlich. Doch in manchen Jahren kommt es zu regelrechten Stürmen mit Hunderten von Meteoren in der Stunde. In Ausnahmejahren wie 1933 und 1946 waren es angeblich sogar Tausende. Zuletzt gab es im Oktober 2011 einen Draconidensturm mit 300 Sternschnuppen pro Stunde - ein halbes Jahr, bevor 21P/Giacobini-Zinner der Sonne ganz nah war. Anfang September 2018 war der Mutterkomet der Draconiden zuletzt der Sonne nahe. Erhöhte Fallraten sind aber für dieses Jahr nicht vorhergesagt.

Höhepunkt der Draconiden

Die meisten Sternschnuppen sind am 9. Oktober unterwegs. Allerdings sind die Draconiden etwas unbeherrscht, der Höhepunkt lässt sich nicht ganz genau vorhersagen.
In diesem Jahr macht Ihnen zudem der Mond einen gehörigen Strich durch die Sternschnuppen-Rechnung: Seine schon recht volle Scheibe stört bis morgens um halb vier Uhr mit hellem Licht. Danach ist zwar der Himmel noch dunkel genug für die Meteore, doch ihr Ausstrahlungspunkt steht dann nicht mehr günstig.

Draconiden - der Drachensturm

Die Draconiden scheinen aus dem Sternbild Drachen zu kommen, das sich um den Kleinen Wagen und den Polarstern schlängelt - hoch am Himmel Richtung Nordwesten. Dieser scheinbare Ausstrahlungspunkt, der Radiant, steht am frühen Abend am höchsten. Das wäre die beste Zeit zur Sternschnuppen-Suche. Danach sinkt der Drache langsam immer tiefer in den Nordwesten. In den Morgenstunden wandert der Radiant dicht am Horizont im Norden entlang - dann sind nur wenige der Meteore, die in dem Moment unterwegs sind, für uns noch zu sehen. Die meisten Sternschnuppen werden vom Dunst geschluckt.

Sternschnuppen-Infos

Wie viel Sie sehen

Die maximalen Fallraten, in Fachliteratur als ZHR angegeben, sind eine theoretische Größe. Die könnten Sie dann sehen, wenn der Radiant eines Meteorschauers senkrecht über Ihnen im Zenit wäre. Ist er tiefer, sinkt die Zahl deutlich. 
Und: Etwa ein Drittel des Himmels können Sie mit dem Blick umfassen. Sternschnuppen außerhalb dieses Drittels entgehen Ihnen.

Was sind Sternschnuppen?

Kreuzt die Erde eine alte Schweifspur eines Kometen, bringen deren winzige Staubteilchen beim Eintritt die Erdatmosphäre zum Glühen: Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit regen die Teilchen die Atome unserer Atmosphäre zum Leuchten an. Was Sie am Nachthimmel aufblitzen sehen, ist also meist nicht das Teilchen selbst, sondern nur ein "Leuchtkanal" - die Bewegungsspur der Sternschnuppe. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet die Erde immer wieder den gleichen Kometenspuren, daher treten viele Meteor-Schwärme periodisch zum gleichen Datum auf.

Meteor oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.
Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

Nördliche & Südliche Tauriden, die Stier-Schnuppen

Etwas besser sind die Chancen in diesem Jahr bei den Tauriden, die ebenfalls im Oktober zu Besuch kommen: zwei Meteorströme, die wochenlang für ein leises Funkeln sorgen, schon ab dem Monatsanfang. Ursprünglich waren die Tauriden ein einziger Schwarm. Astronomen vermuten, dass es sich um die Bruchstücke eines ehemaligen Kometen handelt, der in Tausende Teile zerbarst. Eines der größten Bruchstücke ist vermutlich der Komet 2P/Encke. Ein anderes Bruchstück könnte der riesige Meteor gewesen sein, der im Juni 1908 in Tunguska ganze Wälder fällte.

Komet mit langem Schweif

Jupiters starke Gravitation hat die Bruchstücke so weit auseinandergezogen, dass die Tauriden inzwischen sowohl im Herbst als auch im Frühsommer auftreten, dann allerdings als unsichtbarer Tagstrom. Auch im Herbst unterscheidet man inzwischen zwei Teile des Meteorstroms: die Nördlichen und die Südlichen Tauriden. Für den Otto-Normal-Sternschnuppenzähler macht das keinen Unterschied: Beide Schwärme sind zur gleichen Zeit in der gleichen Himmelsregion unterwegs. Völlig Schnuppe, welche Schnuppe!

Berühmt für ihre Leuchtkugeln

Die Tauriden sind berüchtigt für die großen Meteore, die sie mit sich führen. Das macht diesen Sternschnuppen-Schwarm trotz seiner geringen Fallraten so besonders. Denn die meisten Kometen-Bruchstücke sorgen nicht für Katastrophen, sondern für ein tolles Schauspiel: riesige Leuchtkugeln, sogenannte Boliden. Und da die Sternschnuppen sehr hell und recht langsam sind, lassen sie sich gut fotografieren. Zum Monatswechsel Oktober auf November besteht eine erhöhte Chance auf die Riesen-Sternschnuppen. Das Maximum der Tauriden ist jedoch schon früher:

Sternschnuppen-Höhepunkt am 10. Oktober

Zwei Sternschnuppen-Ströme aus dem Stier

Während die Nördlichen Tauriden ihren Höhepunkt erst im November erreichen, haben die Südlichen Tauriden ihr Maximum schon am 10. Oktober. Selbst dann sind pro Stunde aber nur fünf bis sieben Sternschnuppen unterwegs. Allerdings müssen Sie in diesem Jahr bis morgens vier Uhr darauf warten, dass der Mond untergeht.
Für die Tauriden ist das aber eine gute Uhrzeit: Die Meteore strömen scheinbar aus dem Sternbild Stier, das im Oktober gegen elf Uhr abends seinen Kopf über den Horizont im Osten hebt. Je höher der Stier steigt, umso besser sind die Tauriden zu sehen. Morgens um vier Uhr erreicht der Stier dann seine höchste Position, genau im Süden. Der ideale Sternschnuppen-Zeitpunkt.

Fünf Meteorströme zugleich: Es läppert sich!

Zu den Südlichen Tauriden gesellen sich noch einzelne Sternschnuppen der Nördlichen Tauriden dicht daneben. Vielleicht ist auch noch die eine oder andere Draconide ein Stück links vom Stier zu sehen. Und es könnten auch schon Orioniden-Sternschnuppen auftreten. Vielleicht steuert sogar der kleine Meteor-Schauer der delta-Aurigiden noch etwas bei, der in der folgenden Nacht einen Höhepunkt mit mageren zwei Sternschnuppen pro Stunde hat. Die Summe macht's: Fünf Meteorschwärme sind gleichzeitig aktiv, drei davon haben ihren Höhepunkt vom 8. bis 11. Oktober.
Und damit ist noch nicht Schluss: Anderthalb Wochen später hat der nächste Sternschnuppen-Schauer seinen Höhepunkt.

Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen

Zeit, Geduld & Übung

Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s ausgesprochen schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen.

Ausrüstung

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder den Selbstauslöser), um die Bilder nicht zu verwackeln.
  • Sie benötigen eine Kamera, bei der Sie den Blitz ausschalten und Belichtungszeiten manuell einstellen können.
  • Benutzen Sie ein Objektiv mit möglichst kurzer Brennweite (Weitwinkel).

... und dann Licht, Licht, Licht

Sternschnuppen sind ausgesprochen lichtschwach. Um sie überhaupt abzulichten, hilft nur eins: So viel Licht wie möglich muss auf den Film! Die übrigen Objekte wie Bäume, Sterne etc. werden Sie damit überbelichten, allerdings sollte der Himmel dabei nicht allzu hell werden.

  • lange Belichtungszeiten wählen (bis zu 3 Minuten und mehr!)
  • Blende weit öffnen (kleine Blendenzahl)
  • hohe ISO-Werte einstellen

Orioniden-Sternschnuppen - die späten Flitzer

Von hier aus strömen die Orioniden

Die Orioniden sind ab dem 2. Oktober bis zum 7. November aktiv. In der Zeit sind immer wieder Meteore dieses Meteorstroms zu sehen. Die Sternschnuppen entstammen dem Schweif des Halleyschen Kometen. Ihr Radiant, von dem sie scheinbar ausströmen, liegt im Sternbild Orion, das spät abends im Osten aufgeht und in den frühen Morgenstunden dann hoch steht - je später, desto besser. Damit kommen die Orioniden in etwa aus der gleichen Richtung wie die Tauriden - sehr praktisch für den Sternschnuppen-Sucher.

Unterscheiden können Sie die Orioniden, weil sie mit imposanter Geschwindigkeit über den Himmel flitzen: Bei sechzig Kilometern pro Sekunde muss man schnell gucken! Unter den Orioniden gibt es wie bei den Tauriden immer wieder große Leuchtkugeln, die meist einen Schweif hinter sich herziehen. Manche dieser Boliden sind so hell, dass sie sogar tagsüber zu sehen sind.

Höhepunkt am 21. Oktober

Zum Zeitpunkt ihres Maximums am 22. Oktober sowie in den Nächten davor und danach lohnt normalerweise die Jagd besonders: Pro Stunde blitzen dann rund zwanzig Sternschnuppen auf. In manchen Jahren gab es schon vierzig oder gar siebzig Schnuppen pro Stunde. Allerdings stört in diesem Jahr der Mond die Orioniden-Sternschnuppen erheblich: Er geht in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober schon um kurz nach ein Uhr auf, nicht allzu weit vom Orioniden-Radiant entfernt. Womöglich werden Sie in den letzten, mondfreien Oktobernächten mehr Orioniden sehen können als zu ihrem Maximum.

Doch nicht nur Sternschnuppen hat der Oktober zu bieten - es ist in diesem Monat auch ein ganz besonderes Licht zu sehen!

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.

  • Die Tauriden - Meteorschwarm mit großen Bruchstücken. IQ - Wissenschaft und Forschung, 02.10.2019 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Auf der Suche nach den Sternschnuppen. radioMikro, 24.08.2018 um 18:30 Uhr, Bayern 2
  • Sternschnuppenregen - welche gibt es? Was sind die Unterschiede? radioWelt, 03.01.2018, 06.05 Uhr in Bayern 2
  • Was sind eigentlich Sternschnuppen? radioWelt, 11.08.2016, 06.05 Uhr in Bayern 2
  • Wie entstehen Sternschnuppen? Schlau-Beer, 13.07.2010, Bayern 1

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