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Meteore im Dezember Der Monat der Sternschnuppen

Jetzt in der staden Zeit lohnt der Blick in die Nacht: Sternschnuppen flitzen! Mehrere Schwärme streifen über den Himmel, darunter einer der schönsten des Jahres. Wir zeigen Ihnen, wann und wo Sie die meisten Schnuppen finden.

Von: Heike Westram

Stand: 30.11.2018

Im Dezember gibt es - neben ein paar schwachen Strömen - zwei bemerkenswerte Sternschnuppen-Schwärme: die Geminiden und die Ursiden. Letztere werden uns leider in diesem Jahr vom Mond verdorben. Aber die Geminiden können Sie genießen - und diesen Sternschnuppenregen sollten Sie nicht verpassen!

Die Geminiden, einer der schönsten Meteorströme

Geminiden-Sternschnuppe

Zwei Wochen lang funkelt der wohl schönste Sternschnuppen-Schauer des Jahres am Dezemberhimmel: Die Geminiden kommen. Vom 4. bis zum 17. Dezember ist dieser Meteorstrom aktiv, mit täglich steigenden Fallraten. Zum Höhepunkt in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember flitzen 120 Schnuppen pro Stunde über den Himmel. In manchen Jahren wurden auch schon rund 200 Geminiden pro Stunde gezählt, wie zuletzt 2011.

Wann und wo Sie die meisten Zwillings-Sternschnuppen sehen

Wo die Geminiden herkommen

Der Radiant des Schwarms, der scheinbare Ausstrahlungspunkt der Meteore, liegt nah an Kastor, dem hellsten Stern im Sternbild Zwillinge. Von hier ziehen die Sternschnuppen über den ganzen Himmel. Günstig für uns in Bayern, denn jetzt im Dezember erscheinen die Zwillinge schon vor sieben Uhr abends im Nordosten und steigen dann steil den Himmel empor.

Viel Zeit für viele Sternschnuppen

Geminiden aus den Zwillingen

Das Maximum an Geminiden-Sternschnuppen ist 2018 leider erst für die Mittagsstunden des 14. Dezember angekündigt. Doch die Geminiden sind ein sehr bequemer Schauer, denn Sie müssen nicht wie bei anderen Schwärmen den exakten Zeitpunkt des Maximums erwischen. Die maximalen Fallraten der Geminiden halten fast einen Tag lang an. Sie werden auch schon in der Nacht davor reichlich mit Sternschnuppen entlohnt. Und als Dreingabe gibt's auch noch einen Schweifstern am Firmament: Komet 46P/Wirtanen hat am 13. Dezember seinen geringsten Abstand zur Sonne!

Und selbst in den vorausgehenden Nächten ist schon ordentlich was los am Himmel. Auch nach dem Maximum funkt es noch ein paar Nächte, aber mit schnell sinkender Zahl an Sternschnuppen. Es sind jedoch die hellsten der Geminiden, die erst nach dem Höhepunkt aufblitzen.

Je später am Abend, umso günstiger steht der Geminiden-Radiant. Nach zehn Uhr flitzen die Sternschnuppen schon hoch aus dem Südosten daher. Dann geht auch gerade der zunehmende Mond im Westen unter und stört nicht weiter mit seinem Licht. Seinen höchsten Punkt im Süden erreicht der Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen Mitte Dezember um zwei Uhr. Dann steht er fast im Zenit, senkrecht über Ihnen, und Sie können die meisten der Sternschnuppen auch wirklich sehen, die zu dem Zeitpunkt unterwegs sind. Und erst morgens um sechs Uhr setzt die erste Morgendämmerung ein - viel Zeit zum Sternschnuppen-Zählen. Wer bis in den frühen Morgen ausharrt, wird doppelt belohnt: Je später, umso hellere Geminiden sind unterwegs. Je heller die Sternschnuppen, umso besser sind sie zu fotografieren.

Von Jahr zu Jahr prächtiger

Seit die Geminiden 1880 zum ersten Mal als unscheinbarer Meteorschwarm auftauchten, hat sich die Zahl ihrer Sternschnuppen immer weiter gesteigert. Inzwischen gehört der Strom zu den spektakulärsten des ganzen Jahres - und zu den verlässlichsten. Mit einer Geschwindigkeit von 35 Kilometern pro Sekunde sind die Sternschnuppen eher langsam - da kann man sich seine Wünsche gut überlegen. Lange Schweifspuren sind bei den Geminiden selten, die Meteore wirken eher wie kurze Funken.

Von einem Steinklumpen stammend

Komet mit langem Schweif

Anders als viele Sternschnuppen, die von Kometen stammen, werden die Geminiden wohl von einem Asteroid verursacht: 3200 Phaethon. Dieses kosmische Steinklümpchen weckt seit Jahren bei Astronomen viel Interesse, denn normalerweise lösen Asteroiden keine Sternschnuppenschwärme aus.

Auch 3200 Phaeton ist ein Körper mit fester, steinerner Oberfläche - kein gutes Sternschnuppen-Material. Doch dieser Asteroid kreist extrem nahe um die Sonne, zeitweise weit näher als unser innerster Planet Merkur. Von den massiven Anziehungskräften der Sonne wird der kleine Steinklumpen stark durchgewalkt und förmlich geschreddert: Er zieht eine bröselige Spur aus kleinsten Materialteilchen hinter sich her - zukünftige Geminiden-Sternschnuppen an unserem Himmel.

Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen

Zeit, Geduld & Übung

Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s ausgesprochen schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen.

Ausrüstung

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder den Selbstauslöser), um die Bilder nicht zu verwackeln.
  • Sie benötigen eine Kamera, bei der Sie den Blitz ausschalten und Belichtungszeiten manuell einstellen können.
  • Benutzen Sie ein Objektiv mit möglichst kurzer Brennweite (Weitwinkel).

... und dann Licht, Licht, Licht

Sternschnuppen sind ausgesprochen lichtschwach. Um sie überhaupt abzulichten, hilft nur eins: So viel Licht wie möglich muss auf den Film! Die übrigen Objekte wie Bäume, Sterne etc. werden Sie damit überbelichten, allerdings sollte der Himmel dabei nicht allzu hell werden.

  • lange Belichtungszeiten wählen (bis zu 3 Minuten und mehr!)
  • Blende weit öffnen (kleine Blendenzahl)
  • hohe ISO-Werte einstellen

Ursiden: Besuch vom Kleinen Bären

Ausstrahlungspunkt der Ursiden

Sobald die Geminiden ihren Besuch beenden, lösen die Ursiden sie ab. Dieser Sternschnuppenschwarm ist vom 17. bis zum 26. Dezember zu sehen und scheint aus dem Sternbild Kleiner Bär (auch Kleiner Wagen) beim Polarstern am nördlichen Himmel zu kommen. Damit liegt der Radiant für uns günstig, denn der Kleine Bär ist bei uns die ganze Nacht lang sichtbar.

Vom Mond verdorben

Scheinbarer Ausstrahlungspunkt

Mit nur zehn Meteoren pro Stunde zum Maximum am 22. Dezember sind die Ursiden eher ruhig. In manchen Jahren überraschen sie jedoch mit Fallraten von bis zu fünfzig Sternschnuppen in der Stunde. Doch leider macht uns der Mond in diesem Jahr einen dicken Strich durch die Meteor-Rechnung: Sein helles Licht strahlt, einen Tag vor Vollmond, die ganze Nacht vom Himmel und löscht das zarte Sternschnuppen-Licht weitestgehend aus.

Die Ursiden stammen vom Schweif des Kometen "8P/Tuttle", der alle 13,5 Jahre die Sonne umkreist. Im Januar 2008 war der Komet zuletzt der Sonne nah, deshalb gab es von 2006 bis 2008 erhöhte Fallraten des Ursidenschwarms.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.

  • Sternschnuppen im Dezember - die Geminiden kommen. IQ - Wissenschaft und Forschung, 03.12.2018 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Tolle Sternschnuppen im Dezember. Bayern plus - Der Vormittag, 30.11.2018 ab 07:05 Uhr, Bayern plus
  • Geminiden erreichen ihr Maximum. Abendschau - Der Süden, 13.12.2016 um 17:30 Uhr, BR Fernsehen
  • Auf der Suche nach den Sternschnuppen. radioMikro, 24.08.2018 um 18:30 Uhr, Bayern 2
  • Sternschnuppenregen - welche gibt es? Was sind die Unterschiede? radioWelt, 03.01.2018, 06.05 Uhr in Bayern 2
  • Was sind eigentlich Sternschnuppen? radioWelt, 11.08.2016, 06.05 Uhr in Bayern 2
  • Wie entstehen Sternschnuppen? Schlau-Beer, 13.07.2010, Bayern 1

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