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Feuerwanzen im Garten: Sind sie gefährlich und muss man sie bekämpfen?

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    Keine Angst vor Feuerwanzen: Darum sind sie in Massen unterwegs

    Warm und windstill: Ideale Bedingungen für Feuerwanzen, sich die Sonne auf den rot-schwarzen Panzer scheinen zu lassen. Ihr Name und Aussehen bereiten vielen Menschen Sorge: Sind Feuerwanzen gefährlich oder giftig? Muss man sie im Garten bekämpfen?

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    Von
    • Marlene Riederer

    Sobald es sonnig und wärmer ist, kommen die Feuerwanzen aus ihren Winterquartieren gekrabbelt. Endlich können sie sich wieder die Sonne auf den Panzer scheinen lassen und auf Futtersuche gehen. Man begegnet ihnen dann überall - ob auf der Straße, an der Fensterscheibe, im Park oder im Garten. Dabei sind sie häufig in Scharen unterwegs, denn sie können mithilfe von Duftstoffen miteinander kommunizieren. Deshalb rotten sie sich häufig in großen - beinahe beängstigenden - Ansammlungen zusammen.

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    Mithilfe von Duftstoffen wissen die Feuerwanzen, wo sich Artgenossen aufhalten und rotten sich zu großen Gemeinschaften zusammen.

    Wie sieht eine Feuerwanze aus?

    Eine Feuerwanze ist nahezu unverwechselbar. Sie wird zwischen 8 und 12 Millimeter lang und hat einen roten Panzer mit auffälligen schwarzen geometrischen Mustern wie Kreisen oder Dreiecken. Ist das Muster noch nicht ausgeprägt, handelt es sich um eine ganz junge Feuerwanze.

    Wo überwintern Feuerwanzen?

    Das Winterquartier der Feuerwanzen, das sie in großen Gruppen bei kühleren Temperaturen aufsuchen, sind Laubhaufen, Erdlöcher und Ritzen sowie Verstecke unter Baumrinden. Im Frühjahr lockt sie die Sonne nach draußen - wie viele überlebt haben, hängt davon ab, ob der Winter mild oder streng war.

    Sind Feuerwanzen gefährlich?

    Feuerwanzen machen einen auf "dicke Hose" und versuchen, mit ihrer Optik Furcht einzuflößen. Aber in Wahrheit sind sie ganz ungefährlich. Ihr Trick aber funktioniert. Fressfeinde meiden den Feuerwanzen, weil sich herumgesprochen hat, wie widerlich die Tiere schmecken. Das liegt an ihrem Sekret, dass die Wanzen bei Gefahr aussprühen. Gestank als Waffe - das haben sie mit anderen Wanzenarten gemein - allerdings stinkt das Sekret der Feuerwanzen für uns Menschen nicht ganz so penetrant wie bei Stinkwanzen. Tiere hingegen reicht der olfaktorische und geschmackliche Super-GAU der Feuerwanzen und sie halten Abstand. Den Fehler macht man nur einmal, auffällig genug sind die Wanzen ja.

    Ist die Berührung einer Feuerwanze gefährlich oder kann sie beißen?

    Auch wenn es ihr Name suggeriert: Eine Berührung führt zu keiner Verletzung - anders als bei den Feuerquallen. Die Feuerwanzen sind völlig harmlos. Man muss sich also keine Sorgen machen, wenn Kinder sie in die Hand nehmen. Feuerwanzen beißen nicht. Und selbst, wenn sie gepiesackt werden und ihr Sekret ausstoßen: Auch das ist nicht giftig.

    Was fressen Feuerwanzen?

    Feuerwanzen ernähren sich unter anderem von abgefallenen Samen, von Pflanzensäften und den Säften toter und lebender Tiere wie Milben und Blattläusen, so das Umweltbundesamt. Ihre Lieblingsspeise sind Linden, Robinien und Kastanien. Im heimischen Garten haben sie eine Vorliebe für Malvengewächse wie Stockrosen und Hibiskus. Die Wanze spritzt mit ihrem spitzen Rüssel Speichel in ihre Nahrung und saugt dann die flüssig gewordene Substanz auf.

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    Mit ihrem Rüssel saugt die Feuerwanze die Nahrung ein, die sie zuvor mit ihrem Speichel aufgelöst hat.

    Ist die Feuerwanze für Pflanzen schädlich?

    Für den Menschen ist die Feuerwanze gänzlich ungefährlich, aber wie sieht es mit den Pflanzen im Garten aus? Richtet sie dort ebenso große Schäden an wie zum Beispiel der Buchsbaumzünsler, Schnecken oder Blattläuse?

    Auch hier kann Entwarnung gegeben werden. Denn im Gegensatz zu diesen Pflanzenschädlingen, sind Feuerwanzen allenfalls sogenannte "Lästlinge". Sie fügen den Pflanzen in Ihrem Garten keinen nennenswerten Schaden zu, auch wenn sie in Scharen kommen. Sie sind allenfalls lästig, wenn sie sich zu Hunderten auf der Terrasse sonnen.

    Bekämpfung: Was kann man gegen Feuerwanzen tun?

    Auch wenn sie harmlos sind und es eigentlich nicht notwendig ist, Feuerwanzen zu bekämpfen, stören sich doch manche an den Tieren - vor allem, wenn sie in Massen auftauchen. Man kann sie aber leicht entfernen. Schnappen Sie sich ein Kehrblech und fegen Sie die ganze Mannschaft auf. Dann können Sie die Feuerwanzen außerhalb des Gartens an eine sonnige Stelle bringen, wo sie nicht stören. Sie kommen in der Regel nicht zurück. Sie haben zwar Flügel, die sind allerdings verkümmert. Sie müssen sich also zu Fuß fortbewegen.

    Malvengewächse sind eine Lieblingsspeise der Feuerwanzen

    Manchmal ist eine Verbannung allerdings nicht endgültig, zumindest, wenn die Lieblingsspeise lockt: Malvengewächse. Hier bevorzugen Feuerwanzen besonders die Samen und Früchte. Wenn Sie die verblühten Fruchtstände entfernen und im Biomüll entsorgen, nehmen Sie den Tieren viel Freude daran, im Garten zu verweilen. Übrigens: Eine Entsorgung der Malvenreste auf dem Kompost verlagert das Problem nur.

    Ökologische Bekämpfung mit der Balsamtanne

    Wer sich gar nicht mit den Tieren im Garten anfreunden will, kann versuchen, auf ökologische Art und Weise die Fortpflanzung zu verhindern. Dazu kann man Häcksel oder Reisig der Balsamtanne dort ausstreuen, wo die Tierchen in der Regel im Frühjahr auftauchen. Forscher aus den USA haben herausgefunden, dass ein Stoff in dieser Tanne die Entwicklung der Feuerwanzen unterbindet. Sie können die Stufe zum erwachsenen Tier nicht erreichen. Die Miniform der Balsamtanne - Abies balsamea nana - ist im Gartenfachhandel erhältlich.

    Von einer Bekämpfung mit einem giftigen Insektenspray rät das Umweltbundesamt ab.

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    Feuerwanzen machen sich über eine tote Raupe her.

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