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Grüne Blattläuse an einem Pflanzenstengel

Die besten Hausmittel im Kampf gegen Blattläuse

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Mit Hausmitteln Blattläuse natürlich bekämpfen

Mit Hausmitteln Blattläuse natürlich bekämpfen

Ob Zier- oder Nutzpflanze - Blattläuse machen vor kaum einer Pflanze halt. Die Blattlaus ist ein häufiger Schädling. Die gute Nachricht: Man kann sie erfolgreich bekämpfen. Dabei muss es nicht die chemische Keule sein, auch Hausmittel können helfen.

Von
Marlene RiedererMarlene Riederer

Gärtnern könnte so schön sein, wenn da nicht die zahllosen Viecher wären, die Aufzucht von Gemüse und Pflanzen erschweren. Ob Buchsbaumzünsler, Schnecken, Spinnmilben oder Blattläuse – sie alle können Pflanzen schädigen oder gar vernichten.

Ab wann sind Blattläuse aktiv?

Blattläuse gehören zu den häufigsten Widersachern im Kampf der Gärtner um gesunde Pflanzen. Es gibt Hunderte Arten der Blattlaus, die sich hierzulande wohlfühlen. Allen gemein ist: Sie ernähren sich von dem zuckerhaltigen Pflanzensaft, den sie mit ihrem Stechrüssel aus den Blättern saugen. An warmen und sonnigen Tagen im Mai - oder je nach Wetterlage auch schon im April - vermehren sich Blattläuse rasant.

Daran erkennt man, dass die Pflanze von Blattläusen befallen ist

Blattläuse sind im Gegensatz zu manch anderem Schädling leicht zu erkennen. Achten Sie auf kleine wimmelnde Punkte in Grün, Schwarz, Braun oder Gelb. Auch kaputte oder zusammengerollte Blätter, abgefallene Knospen und ein klebriger Belag auf den Blättern sind ein Hinweis auf einen Befall. Dieser klebrige Belag nennt sich Honigtau und wird von den Blattläusen ausgeschieden. Es ist der nicht verwertete Rest des Pflanzensafts, den sie aufgesaugt haben.

Blattläuse gibt es in unterschiedlichen Farben.

Bildrechte: picture alliance / Zoonar | Amelia Martin

Was kann man gegen Blattläuse tun?

Zuerst einmal sollte der Gärtner nicht in Panik verfallen. In den seltensten Fällen richten Blattläuse eine Pflanze gänzlich zugrunde. Denn wimmeln sie auf einer Pflanze herum, freuen sich ihre natürlichen Feinde über das attraktive Nahrungsangebot. Blattläuse übernehmen im Ökosystem eine wichtige Rolle - als Nahrungsquelle für zahlreiche Tiere, so der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Erst wenn die kleinen Pflanzenblutsauger überhandnehmen, weil es an Fressfeinden mangelt, muss man einschreiten.

Mit welchen Hausmitteln lassen sich Blattläuse bekämpfen?

Ist der Befall noch nicht allzu ausgeprägt, reicht oft schon eine harte Dusche, bei der die Blattläuse abgespült werden. Zudem kann man sie auch einfach mit der Hand abwischen oder mit einer Bürste abstreifen. Ein weiterer Tipp: Paketband mit der Klebefläche nach außen um die Hand wickeln und an die Blätter drücken. Zugegeben, das erfordert Geduld und muss auch öfter wiederholt werden. Aber die Mühe lohnt sich in der Regel. Reicht das nicht oder ist die Anzahl der befallenen Pflanzen - zum Beispiel im Garten - zu groß, kann man weitere Methoden probieren.

Natürlichen Feinden der Blattläuse eine Heimat bieten

Will man sein Gemüse ungespritzt genießen, muss man einen Weg finden, um die Blattläuse ohne Chemie loszuwerden. Verbündete im Kampf gegen die Blattläuse sind deren natürliche Feinde. Dazu gehören Schlupfwespen, Schwebfliegen, Florfliegen oder auch Marienkäfer. Blütenstreifen rund um den Gemüsegarten ziehen diese Tiere an. Die erwachsenen Tiere stürzen sich auf Pollen und Nektar, die Larven auf die Blattläuse. Auch Vogelnistkästen und Insektenhotels locken die natürlichen Feinde in den Garten.

Eine Larve der Schwebfliege macht sich über die Blattläuse her.

Bildrechte: picture alliance / blickwinkel/H. Bellmann/F. Hecke | H. Bellmann/F. Hecker

Marienkäfer haben besonderen Appetit auf Blattläuse

Insbesondere Marienkäfer sind keine Kostverächter, wenn es um die Blattlaus geht. Sie fressen sowohl als erwachsene Käfer als auch als Larven Hunderte von Blattläusen. Ein Grund, sich doppelt über die gepunkteten Lieblinge der Kinder zu freuen.

Der Retter naht: Ein Marienkäfer stürzt sich auf Blattläuse

Bildrechte: picture alliance / imageBROKER | A. Skonieczny

Fressfeinde in den Garten aussetzen

Wenn die nützlichen Insekten nicht freiwillig oder nicht ausreichend vorhanden sind, kann man auch nachhelfen: Verwenden Sie Karten oder Pappwaben mit den Larven der natürlichen Feinde. Diese erhalten Sie überall im Handel. Das hilft im Übrigen nicht nur bei Blattläusen, sondern auch gegen manch andere Schädlinge.

Pappwaben mit Florfliegen-Larven

Bildrechte: picture-alliance / dpa | Katja_Lenz

So setzen Sie die Pappwabe mit Florfliegen-Larven ein

Öffnen Sie die Packung erst am Bestimmungsort. Klopfen Sie die Larven aus der Wabe und verteilen sie so einen guten Teil auf die befallenen Pflanzen, den Rest nutzen Sie für die Nachbarpflanzen.

So nutzen Sie die Florfliegen-Karten

Auf den Kärtchen befinden sich Eier der Florfliegen. Hängen Sie die Kärtchen in die befallenen Pflanzen möglichst dicht an die Blätter. Lassen Sie die Karten einige Zeit hängen bis die Larven schlüpfen. Je nach Wetter und Temperatur um die zwei Wochen. Erst dann können die Kärtchen entfernt werden.

Mit Pflanzensuds gegen Blattläuse

Bestimmte Pflanzen können auch als Sud eingesetzt werden, um damit verlauste Pflanzen einzusprühen. Der NABU empfiehlt die Anwendung giftiger Pflanzen sehr zielgerichtet einzusetzen, um keine nützlichen Insekten zu gefährden.

Einige Rezepte gegen Blattlaus-Befall

Pro Liter Wasser werden 100 Gramm getrockneter Rainfarn zugefügt und circa eine halbe Stunde gekocht. Das Ganze abkühlen lassen und zum Besprühen den Sud 1:10, bei stärkerem Befall 1:6 mit Wasser verdünnen.

Die Zubereitung des Suds aus Acker-Schachtelhalm ist ein wenig komplexer. In einen Liter Wasser kommen 150 Gramm Acker-Schachtelhalm, eine große gewürfelte Zwiebel, eine gewürfelte Knolle Knoblauch und etwas Öl. 15 Minuten kochen und abkühlen lassen. Zum Besprühen den abgekühlten Sud im Verhältnis 1:5 mit Wasser mischen.

Neem - natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel

Eine weitere Möglichkeit, gegen Schädlinge wie Blattläuse biologisch vorzugehen, ist das sogenannte Neem-Öl oder auch Niem-Öl. Neem ist ein Mittel, das aus dem Neembaum gewonnen wird. Es wird in seinen Ursprungsländern Indien und Burma schon seit Jahrhunderten als Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet. Neem sorgt dafür, dass die Schädlinge nicht mehr fressen und sich infolgedessen auch nicht mehr vermehren. Die Pflanze an sich bleibt unbeschadet. Neem wirkt nicht nur gegen Blättläuse - auch Spinnmilben, Buchsbaumzünslern oder anderes Getier kann man damit bekämpfen. Am besten spritzt man es direkt auf die befallene Pflanze. Und keine Angst: Nützlingen wie den Marienkäfern schadet das Öl nicht.

Längerfristige Planung: Anpflanzungen geschickt gestalten

Manche Schädlinge hassen bestimmte Pflanzen, andere hingegen lieben sie. Bei der Anlage eines Gartens sollte man sich im Vorfeld schlau machen, welche Kombinationen für welches Ziel am günstigsten sind. Knoblauch oder Zwiebeln zum Beispiel, die man zwischen seine Kulturpflanzen setzt, vertreiben nicht nur Blattläuse, sondern auch Wühlmäuse, so der NABU. Auch Lavendel kann Blattläuse abwehren.

Gscheid praktisch mit Uri: Mittel gegen Blattläuse

Bildrechte: BR

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