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So kommen Gämsen über den kalten Winter in den Bayerischen Alpen | BR24

© picture alliance / blickwinkel/ McPHOTO

Ist besser durch den vergangenen Winter gekommen als befürchtet: die Gams, hier ein Wildtier in den Allgäuer Alpen.

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So kommen Gämsen über den kalten Winter in den Bayerischen Alpen

Die Schneemassen im vergangenen Winter haben nicht zu einem Massensterben bei Gämsen in Bayern geführt. Das ergab eine Auswertung der Bayerischen Staatsforsten, die jetzt veröffentlicht wurde. Tierschützer sehen die Tiere hingegen weiterhin bedroht.

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Der vergangene Winter war kalt und brachte in den Bayerischen Alpen ungewöhnlich viel Schnee. Experten befürchteten deshalb, dass dies zu einem Massensterben bei Wildtieren wie der Gams geführt haben könnte. Doch jetzt gibt es Entwarnung: Wie die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) Ende August 2019 mitteilten, seien die Gämsen in den Bayerischen Alpen besser über den Winter gekommen als gedacht. Die Zahl der bis August 2019 aufgefundenen, auf natürliche Weise gestorbenen Tiere lag demnach sogar um rund fünf Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2018. Auch bei anderen Wildtierarten wie Rot- und Rehwild seien keine besonderen Auffälligkeiten bei den Todeszahlen zu beobachten.

Gämsen wählen instinktiv passende Lebensräume

Laut Bayerischen Staatsforsten zeigen die Zahlen, dass sich Gämsen sehr gut an extreme Witterungsbedingungen wie im vergangenen Winter anpassen können. Instinktiv wählten sie passende Lebensräume in den unterschiedlichen Jahreszeiten. Einen wichtigen Beitrag fürs Überwintern der Tiere leisteten die winterlichen Rückzugsräume in den Hochlagen der Alpen, heißt es in der Pressemitteilung der Bayerischen Staatsforsten.

Die Auswertung basiert auf kürzlich vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten veröffentlichten Forschungsergebnissen sowie auf Sichtbeobachtungen von Jägern und Förstern.

Tierschützer sehen Gämsen hingegen bedroht

Anders sehen das hingegen Tierschützer, Wildbiologen und Jäger. Für sie ist die Gams aufgrund mangelnder Rückzuggebiete in ihrem Bestand bedroht. Sie fordern deshalb, die Abschusszahlen für Gämsen zu senken. Um das zu erreichen, hat dieser Verbund Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Denn nach der sogenannten Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU darf die Gams nur gejagt werden, wenn ihr Erhaltungszustand günstig ist. Nach Ansicht der Tierschützer ist dies derzeit nicht der Fall.

© BR

Seit 1. August sind die Gämsen in Bayern wieder zur Jagd freigegeben! Aber: Tierschützer und Jäger befürchten eine Ausrottung der Tiere! Vertreter der Bayerischen Staatsforsten sehen das jedoch anders und sehen die Gamspopulation stabil und vital.