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Fischfang verursacht jährlich 640.000 Tonnen Plastikmüll im Meer | BR24

© picture alliance / dpa/ Fotograf: Wolf Wichmann

Rund zehn Prozent des Plastikmülls gehen auf zurückgelassenes Fischereigerät zurück. Eine echte Gefahr für Meerestiere, warnen Umweltschützer.

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    Fischfang verursacht jährlich 640.000 Tonnen Plastikmüll im Meer

    Rund zehn Prozent des Plastikmülls in den Ozeanen gehen auf zurückgelassenes Fischereigerät zurück. Für Meerestiere ist dieser Müll häufig tödlich. Sie verenden oft qualvoll in den Fangnetzen.

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    Netze, Bojen, Leinen, Fallen und Körbe landen jedes Jahr tonnenweise in den Ozeanen - zurückgelassen von Fischern. Fatal für Meerestiere: In den sogenannten Geisternetzen können sie sich verheddern und qualvoll verenden. Auch andere herumschwimmende Plastikteile sind für Meeresbewohner lebensbedrohlich. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace nennt die Fischfangausrüstung in einer aktuellen Veröffentlichung "die tödlichste Art" von Plastikmüll in den Ozeanen.

    Alarmierende Zahlen und die Forderungen der Umweltschützer

    Etwa sechs Prozent aller genutzten Netze, neun Prozent aller Fallen und 29 Prozent aller Langleinen landen laut dem jetzt veröffentlichten Greenpeace Report als Müll im Meer. Umweltschützer fordern deshalb mehr Schutz und konsequente Maßnahmen gegen tödliche Geisternetze und ausrangiertes Fischereigerät in den Weltmeeren. So auch Louisa Casson von Greenpeace in Großbritannien. Sie fordert: Die Regierungen der Welt müssten handeln und "die zu wenig regulierte Fischereiindustrie wegen ihres gefährlichen Mülls zur Verantwortung ziehen".

    Gebiete mit großer Artenvielfalt besonders betroffen

    Besonders betroffen sind Gebiete wie die des Tiefseebergs Vema im Südostatlantik. Der Tiefseeberg ist Teil einer diesjährigen Schiffsexpedition von Greenpeace. Bis in 4.600 Metern Tiefe tauchen dort - fast tausend Kilometer vom afrikanischen Festland entfernt - die verschiedensten Meeresbewohner auf. Gelbschwanzmakrelen, Streifenbrassen, Korallen, Algen und die unterschiedlichsten Krebsarten finden hier ideale Lebensbedingungen. Für die Meeresbewohner ist es trotzdem nicht immer ein Paradies. Denn aufgrund der großen Artenvielfalt in der Region wird dort viel gefischt. Und wo viel gefischt wird, bleibt auch viel Müll zurück. "Es macht mich wütend, an einem so entlegenen Ort alten Fischereimüll zu finden“, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace.

    Trotz Kritik auch Zeichen der Zuversicht

    Allerdings können die Umweltschützer auch Positives vom Tiefseeberg berichten: 1981 galt dort die Tristan-Languste wegen Überfischung quasi als ausgestorben. 2007 wurde die Grundfischerei am Vema verboten, bei der der Köder mithilfe eines Gewichts am Gewässergrund festgehalten wird. Nun hat sich der Bestand der Tiere den Naturschützern zufolge wieder etwas erholt.

    "Wir sind überrascht, so viele Tristan-Langusten zu sehen. Ohne das Fischereiverbot wäre diese Art hier für lange Zeit verloren gewesen. Vema zeigt: Die Meere erholen sich, wenn man ihnen Zeit und Raum dafür gibt." Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace

    Zur Erhaltung der Artenvielfalt in den Weltmeeren könnten auch die von den Vereinten Nationen vereinbarten "Sustainably Development Goals", die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung, beitragen. Ziel 14 der 17 Ziele ist es, die Verschmutzung der Weltmeere bis 2025 erheblich zu reduzieren.