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Coronavirus-Mundschutz: Ist das Selbermachen sinnvoll? | BR24

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Video: Statt Leder werden in dieser Fabrik nun Mundschutzmasken genäht.

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Coronavirus-Mundschutz: Ist das Selbermachen sinnvoll?

Obwohl Gesunde keine Schutzmaske gegen das neue Coronavirus brauchen, haben so viele Menschen Atemschutzmasken gekauft, dass diese im medizinischen Bereich gefährlich knapp werden. Ist es sinnvoll, nun Masken selbst anzufertigen?

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Über das Tragen von Schutzmasken gegen das neue Coronavirus wurde in Deutschland viel diskutiert. Hierzulande gilt momentan: Gesunde brauchen keine Schutzmaske. Wer sich damit sicherer fühlt, kann hier nachlesen, was für und gegen eine Maske spricht und ob das Selbermachen eine gute Idee ist.

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Coronavirus-Schutzmasken - Fremdschutz gegen Eigenschutz

Privatpersonen greifen aus zwei Gründen zu Schutzmasken. Entweder sie sind krank und wollen andere schützen, oder sie sind gesund und wollen sich vor einer Ansteckung schützen. Das Tragen eines Mundschutzes ist nur in einem Fall sinnvoll:

  • Fremdschutz: Wenn man krank ist, gibt es laut Virologe Professor Christian Drosten "gute mechanische Gründe", eine Maske zu tragen, um andere zu schützen. Beim Niesen verteilt man kleinste Tröpfchen, die durch eine Maske abgefangen werden. Ohne Schutz fliegen die Tröpfchen weit durch die Luft, wobei sich die Aerosole verfeinern. Dadurch können sie in den Mundschutz anderer Personen seitlich eindringen. Deshalb sollten Kranke die Maske tragen und nicht Gesunde. Der beste Schutz für die Bevölkerung ist aber, dass ein Kranker mit Symptomen daheim bleibt und gar nicht unter Menschen geht.
  • Eigenschutz: "Mit einer Maske kann man sich in der Öffentlichkeit nicht selber schützen", sagt Professor Christian Drosten in seinem täglichen Podcast mit NDR Info. Warum nicht? Es gibt in der wissenschaftlichen Fachliteratur keinen eindeutigen Nachweis, dass ein Mundschutz als Eigenschutz helfen könnte, sagt der Virologe. Es gebe nur Andeutungen. Eine solche Andeutung ist zum Beispiel in einer Studie zu finden, in der Mundschutz bei Schulkindern in der Grippezeit getestet wurden, in einem Jahr, in dem die Grippeschutzimpfung versagte. Das passiert, wenn die Grippeimpfung nicht zu den zirkulierenden Keimen passt, weil diese sich verändert haben oder andere Keime unterwegs sind, als angenommen. In dieser speziellen Situation, kommt die Studie zu dem Schluss, hat bei Schulkindern die Grippeimpfung genauso schlecht funktioniert wie eine Schutzmaske.

Warum es nicht sinnvoll ist, einen Mundschutz zu kaufen

Vor dem Kauf einer Schutzmaske sollte man folgendes bedenken: Durch den Kauf eines Mundschutzes sorgt ein gesunder Mensch dafür, dass der Markt für Schutzmasken angeheizt wird und dass sich eine wichtige medizinische Ausrüstung verknappt. Zusätzlich gibt man Anreize zu Diebstählen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Will man das wirklich?

Coronavirus - Masken selbst machen ist besser als kaufen!

Wer gesund ist, sich aber trotzdem mit einem Mundschutz psychologisch sicherer fühlt, sollte wenigstens keine Masken verwenden, die auch im medizinischen Bereich verwendet und dringend gebraucht werden! Besser ist es dann, Stoffmasken oder -Schals zu verwenden oder Stoff-Schutzmasken selbst zu nähen. Stoffmasken müssen jeweils nach dem Tragen gewaschen werden. Nehmen Sie deshalb einen bei 60 bis 90 Grad waschbaren Stoff und vernähen ihn so, dass man nicht hindurch sieht. Als Einlage kann man Vlies oder andere Faserstoffe verwenden. Eine Näh-Anleitung finden sie weiter unten.

Kaufhilfe - Schutzmaske ja oder nein?

Hier eine Entscheidungshilfe, falls Sie als Privatperson überlegen, sich eine Schutzmaske gegen das neue Coronavirus zu kaufen:

Nachteile beim Kauf einer Schutzmaske:

  • Eine grundlegende medizinische Ausrüstung verknappt sich gefährlich.
  • Man heizt den Markt für Schutzmasken an.
  • Man schafft Anreiz, dass Schutzmasken aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gestohlen werden.
  • Man produziert mit Einmalmasken Müll.
  • Mit einer Schutzmaske fühlt man sich möglicherweise zu sicher, wäscht sich die Hände eventuell weniger oder fasst sich öfter ins Gesicht, weil man an der Maske herumzieht.
  • Durchfeuchtete Masken müssen ausgetauscht werden.

Vorteile einer Schutzmaske:

  • Kranke stecken Gesunde weniger schnell an.

Vorteile einer selbst gemachten Maske:

  • Damit kann man in der Öffentlichkeit den Ernst der Lage zeigen, sodass unvernünftige Menschen vielleicht zum Nachdenken angeregt werden.
  • Man fasst sich mit viel Selbstdisziplin vielleicht nicht so oft ins Gesicht und wäscht sich weiterhin oft die Hände.
  • Man verwendet alte waschbare Materialien aus dem Haushalt und vermeidet damit Müll.
  • Man hat eine schöne DIY-Beschäftigung, während man daheim bleibt.

DIY-Mundschutz - so nähen Sie selbst eine Stoff-Maske

Um es nochmal deutlich zu sagen: Wie gekaufte Schutzmasken schützt Sie auch ein selbst genähter Mundschutz nicht vor Infektionen! Er kann lediglich dabei helfen, dass Infizierte Gesunde weniger leicht anstecken. Sobald der Mundschutz durchfeuchtet ist, muss er gewechselt und gewaschen werden, bei mindestens 60 Grad, noch besser bei 90 Grad. Nähen Sie also am besten gleich mehrere Exemplare.

Der Stoff sollte doppelt gefaltet noch atemdurchlässig sein, wenn Sie ihn fest vor Mund und Nase halten. Die Maske muss möglichst dicht anliegen, dafür nimmt man am besten einen Waschgummi oder Draht, der sich oft im Haushalt finden lässt.

Sie brauchen:

  • 2x Stoffstreifen á 90 cm x 2 cm (kochfeste Baumwolle) oder 2 x 90 cm Schrägband (kochfeste Baumwolle)
  • 2x Stoffstreifen á 17 cm x 2 cm (kochfeste Baumwolle) oder 2 x 17 cm Schrägband (kochfeste Baumwolle)
  • 15 cm biegsamen, dünnen Draht (z.B. Basteldraht, Pflanzendraht oder aus Schnellheftern)
  • Stoffstück 17 cm x 34 cm (kochfeste Baumwolle, atmungsdurchlässig)

Und hier kommt noch eine tolle Nähanleitung der Stadt Essen zum Nachlesen (Pdf) und -schauen:

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