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Chinas Mars-Rover Zhurong hat seine Landeplattform verlassen.

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Chinas Mars-Rover Zhurong rollt los

Eine Woche nach seiner geglückten Landung auf dem Mars hat sich der chinesische Rover in Bewegung gesetzt: Über eine Rampe rollte er am Samstag von seiner Landeplattform herunter in den roten Marsstaub.

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Von
  • Alexandra Klockau

Am 22. Mai 2021 rollte Zhurong, der chinesische Mars-Rover, über eine kleine Rampe von seiner Landeplattform und "betrat" damit erstmals den Marsboden. Damit beginnt seine dreimonatige Erkundungsmission auf dem roten Planeten. Gelandet war Zhurong eine Woche zuvor, in der Nacht auf den 15. Mai. Wenige Tage später schickte der Rover seine ersten Fotos vom Mars.

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Chinas Raumfahrtagentur CNSA hat am 19. Mai 2021 die ersten Fotos veröffentlicht, die der Rover Zhurong auf dem Mars gemacht hat.

Mars-Rover Zhurong schickt erste Fotos vom Mars

Wenige Tage nach der Landung schickte Zhurong am 19. Mai die ersten Signale über seine Relaisstation, den Orbiter Tianwen-1, der in einer Umlaufbahn um den Mars kreist. Die Chinesische Raumfahrtagentur CNSA hatte allen Grund zu jubeln: "Alle Systeme arbeiten normal", berichteten chinesische Staatsmedien am 19. Mai. Zhurong hatte seine Sonnensegel ausgeklappt und die Antenne ausgefahren.

Der Mars-Rover schickte auch die ersten Bilder vom Mars. Eines der Fotos zeige den Mars-Rover Zhurong nach der Landung auf dem roten Planeten, das andere die Trennung von Zhurong und dem Landegerät, wie das Raumfahrtprogramm vermeldet.

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Am 19. Mai 2021 schickte Mars-Rover Zhurong dieses Foto zur Erde: Er blickt von der Rampe der Landefähre aus auf den roten Planeten.

Zhurong wird den Mars mindestens drei Monate lang erforschen

Der Mars-Rover Zhurong, benannt nach dem chinesischen Feuergott, besitzt sechs Räder und vier Sonnenkollektoren. Er ist rund zwei Meter lang, wiegt 240 Kilogramm und kann sich auf der Marsoberfläche mit etwa 200 Metern pro Stunde bewegen. Mindestens drei Monate lang soll Zhurong den Mars erforschen.

Chinas Rover Zhurong nimmt den Mars unter die Lupe

Läuft alles weiter nach Plan, wird der mit Sonnenenergie betriebene Zhurong mit seinen Instrumenten - darunter verschiedene Kameras, ein Laserspektrometer, ein Bodenradar, ein Magnetometer und eine Wetterstation - mehr über den Mars und die Marsoberfläche herausfinden. Zhurong soll die Atmosphäre und den Boden des roten Planeten untersuchen, nach Spuren von früherem Leben sowie Wasser im Untergrund stöbern, Gesteinsproben sammeln, Bilder aufnehmen und die Marsoberfläche kartieren. Aus einer Entfernung von bis zu 400 Millionen Kilometern funkt der Rover dann die Daten über den Orbiter zur Erde.

Rover Zhurong wurde von Landefähre auf dem Mars abgesetzt

Chinas Raumsonde Tianwen-1 war im Juli 2020 gestartet und hatte im Februar 2021 die Mars-Umlaufbahn erreicht. Am 15. Mai wurde die Landefähre abgekoppelt und per Fallschirm und Bremstriebwerk abgebremst. Etwa 100 Meter über der Marsoberfläche schwebte sie zunächst, um Hindernisse zu identifizieren und autonom einen Landeplatz zu finden. Schließlich setzte der Lander mit seinen vier Beinen und dem Rover Zhurong an Bord sicher in der flachen Region Utopia Planitia in der nördlichen Hemisphäre des roten Planeten auf.

"China hat erstmals einen Fußstapfen auf dem Mars hinterlassen, ein wichtiger Schritt für die Weltraumerforschung unseres Landes." Mitteilung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua nach der Landung

Rover Zhurong überstand die vollautomatisierte Landung auf dem Mars

Die Zeit während eines Mars-Landemanövers wird als die "sieben Minuten des Schreckens" bezeichnet: Die Aktion läuft schneller ab, als Funksignale vom Mars die Erde erreichen können. Das Team der chinesischen Mars-Mission konnte der vollautomatischen Landung von Landefähre und Zhurong deshalb nur zeitversetzt zuschauen und hätte nicht eingreifen können.

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Wie ist der chinesische Rover Zhurong auf dem Mars gelandet? Worin bestanden die Schwierigkeiten der Landung? Und was hat China jetzt damit auf dem Mars vor?

Zhurong-Mission ist auf Anhieb ein Erfolg für China

China ist das erste Land, dem schon bei seiner ersten Mars-Mission drei "Meilensteine" zugleich gelangen: ein Umkreisen des roten Planeten, eine Landung und eine Rover-Operation. Die beiden einzigen anderen Länder, die bislang überhaupt eine Landung auf dem Mars schafften - die USA und die damalige Sowjetunion - hatten dafür mehrere Anläufe benötigt. Sicher gelandet ist dabei jedoch auch nur die NASA-Technik auf dem Mars. Der Sowjetunion gelang in den 1970er-Jahren zwar die Landung, der Kontakt zur Sonde Mars 3 brach jedoch nach wenigen Sekunden ab. 2016 ist die Sonde Schiaparelli, die Russland und die europäische Raumfahrtagentur ESA gemeinsam zum Mars geschickt hatten, beim Aufprall auf dem roten Planeten zerschellt.

Der Run auf den Mars im Februar 2021

Im Februar 2021 ist der NASA-Rover Perseverance mit dem Mini-Hubschrauber Ingenuity auf dem Mars gelandet. Im selben Monat erreichte auch die Sonde Al-Amal (Hope) der Vereinigten Arabischen Emirate eine Umlaufbahn des Mars - genau wie Tianwen-1. Diese drei Flüge zum Mars starteten alle im Sommer 2020, weil der rote Planet der Erde so nah wie nur alle zwei Jahre.

Chinas ehrgeiziges Weltraumprogramm: Weltraumstation und bemannte Mondlandung

China verfolgt ein ambitioniertes Weltraumprogramm: Mehrere Flüge zum Mond sind bereits geglückt und im Dezember 2020 sogar das Sammeln von zwei Kilogramm Mondgestein. Ende April 2021 begann die Volksrepublik mit dem Bau seiner eigenen Weltraumstation namens Tiangong: Eine Rakete vom Typ Langer Marsch 5B brachte hierfür das 22 Tonnen schwere Kernmodul Tianhe ins All. Weitere Versorgungsgüter und Bauteile sollen folgen. Im Juni sollen drei Astronauten an Bord von Shenzhou 12 zu Tianhe fliegen. Bis Ende 2022 soll die Raumstation fertig sein. Wenn die Internationale Raumstation ISS wie geplant in den nächsten Jahren aufgegeben wird, könnte Chinas Tiangong die einzige Raumstation in der Erdumlaufbahn werden. Bis 2029 plant China außerdem eine bemannte Mondlandung.

Chinesische Rakete stürzte unkontrolliert ab

Milliarden hat Peking in den vergangenen Jahren in sein Raumfahrtprogramm investiert, doch nicht alles verläuft optimal: Im Mai 2021 ist die Rakete Langer Marsch 5B, die Tianhe, das erste Modul für die geplante Raumstation, ins All transportiert hat, unkontrolliert in den Indischen Ozean gestürzt. Weil ihre Überreste auch auf bewohntem Gebiet niederkrachen hätten können, wurde China von Raumfahrtexperten auf der ganzen Welt kritisiert.

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