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Grippeimpfung Die Vorteile einer Grippeschutzimpfung

Gegen Grippe impfen oder nicht, fragen sich im Herbst viele Menschen. Alle Infos zur Impfung und den möglichen Nebenwirkungen finden Sie hier. Außerdem: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Grippe und einer Erkältung?

Stand: 06.11.2019 | Archiv

Eine Frau lässt sich gegen die Grippe impfen | Bild: mauritius-images

Wann ist eine Grippe-Impfung sinnvoll?

Die Impfung wird jedes Jahr neu zusammengesetzt. Als Start der "Grippe-Saison" gilt bei Fachleuten etwa Anfang Oktober, weshalb schon im Herbst geimpft wird. Nach der Impfung dauert es etwa zehn bis 14 Tage, bis der Schutz besteht.

Doch auch wenn die erste Grippewelle bereits abgeflaut ist, können weitere folgen. Wer zu einer der unten genannten Risiokogruppen gehört, für den kann in Absprache mit dem eigenen Arzt eine Impfung auch jetzt noch sinnvoll sein.

Für wen ist die Grippe-Impfung sinnvoll?

Das Robert-Koch-INstitut (RKI) empfiehlt eine Impfung allen Menschen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe oder Komplikationen haben. Das sind Schwangere, Raucher, ältere Menschen ab 60 Jahren und immungeschwächte Menschen, Bewohner von Pflege- und Altenheimen, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes oder Multiple Sklerose, aber auch medizinisches Personal und Menschen, die täglich viel Kontakt mit anderen Menschen haben.

Außerdem sollten sich laut RKI Menschen impfen lassen, die Kontakt zu Geflügel oder Wildvögeln haben. Grund: Die Grippeschutzimpfung schützt zwar nicht vor der Vogelgrippe, verhindert aber "problematische Doppelinfektionen".

Arbeitsmediziner Dr. Tobias Benthaus hält eine Impfung in fast allen Fällen für sinnvoll, auch wenn man selbst nicht zu den Risikogruppen zählt: "Selbst, wenn Sie nur schwache Symptome haben, stecken Sie andere an - und bei denen kommt es dann unter Umständen zu Komplikationen."

"Es gibt in jeder Altersgruppe tödliche Verläufe."

Dr. Tobias Benthaus, Arzt am Institut für Arbeitsmedizin der Universität München

Grippe-Symptome

Die Grippe oder Influenze ist eine Viruserkrankung, die über Tröpfcheninfektion übertragen wird - zum Beispiel bei einem Handschlag, aber auch durch Kontaktinfektion über Gegenstände. Zwar wird der Begriff "Grippe" häufig auch für Erkältungen, also grippale Infekte, verwendet. Eine "echte" Influenza hat aber häufig einen deutlich schwereren Verlauf: Typisch sind plötzlich auftretendes hohes Fieber und starke Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. In schlimmen Fällen kann es zu Komplikationen wie Lungenentzündungen kommen.

Grippe oder Erkältung - wie kann man beide Erkrankungen unterscheiden

Wie gesagt: Die Symptome der Grippe treten plötzlich und mit voller Wucht auf - eine Erkältung macht sich schon ein paar Tage vorher bemerkbar. Außerdem ist hohes Fieber ein Merkmal der Grippe ebenso wie die Dauer: Eine normale Erkältung ist nach etwa einer Woche vorbei, eine Grippe ist langwieriger.

Wie lange dauert eine Erkältung?

Wer sollte sich nicht gegen Grippe impfen lassen?

Bei akuten fieberhaften Infekten sollte mit der Impfung gewartet werden, bis die Erkrankung überstanden ist. In jedem Fall sollte in einem Gespräch mit dem Arzt geklärt werden, ob möglicherweise Allergien bestehen.

Da in Grippe-Impfstoffen generell Spuren von Hühnerei und Spuren von Antibiotika enthalten sein können, sollten Menschen, die darauf allergisch reagieren, unbedingt vorher mit dem Arzt klären, ob die Impfung für sie sinnvoll ist. Wer gegen folgende Stoffe allergisch reagiert, darf nicht geimpft werden - Ovalbumin, Hühnerproteine, Neomycin, Formaldehyd, Octoxinol 9, Dinatriumhydrogenphosphat-Dihydrat, Kaliumhydrogenphosphat.

Grippeimpfung Nebenwirkungen

"Ich habe in einem Jahr 1.600 Menschen geimpft und es gab keine Komplikationen", sagt Dr. Tobias Benthaus. Dass Nebenwirkungen auftreten ist nicht ungewöhnlich, allerdings sind sie in den meisten Fällen nicht sehr stark, sagt Benthaus. Typisch sind Kopfschmerzen und leichte Symptome wie bei einem grippalen Infekt. "Nach ein paar Stunden ist das aber meistens wieder vorbei", sagt Benthaus.

Die Impfstelle kann innerhalb von ein bis drei Tagen leicht anschwellen und schmerzen, der geimpfte Arm sich anfühlen, als hätte man Muskelkater.

Leichter Sport nach der Grippeimpfung erlaubt

Gegen leichte körperliche Belastung wie leichtes Joggen spricht nichts, aber übertreiben sollten Sie nicht. Also keine extremen Ausdauersportarten oder Trainings mit hoher Gewichtsbelastung wie Klettern. Beides könnte die Impfreaktion verstärken.

Schützt der Grippe-Impfstoff immer?

Nicht immer passt der Impfstoff genau auf den aktuellen Grippeerreger. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion ist aber dennoch niedriger als ohne Impfung. "Auch, wenn der Impfstoff nicht optimal zusammengesetzt ist, wirkt er trotzdem", sagt Dr. Benthaus. Denn auch bei einer Infektion ist das Risiko eines schweren Verlaufs deutlich geringer.

Grippeschutzimpfung - wer die Kosten zahlt

Für alle Patienten, für die die Impfung empfohlen wird, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen laut BZgA die Kosten. Bei privaten Versicherungen sind die Regelungen ähnlich. Viele Krankenkassen übernehmen mittlerweile die Kosten der Impfung für alle Versicherten. Unter Umständen übernehmen auch Arbeitgeber die Kosten für die Impfung.