BR24 Logo
BR24 Logo
Wissen

Adventsnaschereien: Schokolade ist giftig für Hund und Katze | BR24

© picture alliance/Mary Evans Picture Library

Auch wenn Ihr Hund noch so süß schaut: Bei einigen Lebensmitteln sollten Sie auf keinen Fall schwach werden.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Adventsnaschereien: Schokolade ist giftig für Hund und Katze

Vorweihnachtszeit - da wird genascht. Verführerisch, auch den Vierbeinern mal ein Leckerchen zuzustecken. Gefährlich wird es aber, wenn Schokolade im Spiel ist.

Per Mail sharen
Teilen

Was beim Menschen nur zu unschönen Röllchen führt, kann für Hund und Katze böse enden. Auch wenn Sie den flehenden Augen Ihres Lieblings kaum widerstehen können: Schokolade ist tabu. Denn sie enthält das Alkaloid Theobromin - ein Stoff, der in Überdosis tödlich sein kann. Menschen, wie auch Ratten und Mäuse, können die "Speise der Götter" - aus dem Griechischen "theos" (Gott) und "broma" (Speise) - mithilfe von speziellen Enzymen abbauen.

Eine Tafel Schokolade kann tödlich sein

Ein Hauptbestandteil von Kakao ist der Stoff Theobromin, ein für Hunde und Katzen giftiger Stoff. Hat Theobromin beim Menschen eine leicht anregende Wirkung - ähnlich wie Koffein - ist es für Hunde und Katzen giftig. Sie können den Stoff nur sehr langsam abbauen, weil ihnen die entsprechenden Enzyme und Stoffwechselwege fehlen. Schnell kann es da zu einer Überdosierung kommen. Eine Tafel Schokolade zum Beispiel kann einen kleinen Hund schon das Leben kosten. Bei stark kakaohaltigen Schokoladen, wie zum Beispiel Blockschokolade, reichen sogar schon 60 Gramm.

Süßes für Tiere unerreichbar machen

Deshalb sollten Sie auch dem flehenden Blick Ihres Vierbeiners nicht nachgeben - auch wenn er noch so zu Herzen geht. Leckerbissen sollten grundsätzlich außer Reichweite aufbewahrt werden, sodass sie auch für das erfindungs- und trickreichste Haustier unerreichbar bleiben.

Bei Vergiftungsanzeichen: sofort zum Tierarzt

Und wenn es doch passiert und sich Hund oder Katze über die Schokoladenvorräte hergemacht haben? Dann müssen Sie Ihren Liebling genau auf mögliche Krankheitssymptome hin beobachten. Erste Anzeichen einer Theobrominvergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Nervosität, Ruhelosigkeit und Herzrasen. Ein gekrümmter Rücken weist auf eine Kolik hin. Bei diesen Symptomen sollte sofort der Tierarzt aufgesucht werden. Gefährlich sind auch die Verpackungen von Schokolade: Silberpapier, Plastik und Zellophan. Sie können zu schweren Darmverletzungen führen.

Wonach Hunde lechzen, lässt Katzen kalt

Katzenbesitzer können in dem Zusammenhang entspannter sein: Stubentiger vertragen Theobromin zwar noch weniger. Doch da sie Süßes nicht schmecken können, lassen sie Schokoladiges weitgehend links liegen.

© picture alliance / Arco Images GmbH

Schokoladenvergiftungen häufig an Weihnachten

Schokoladenvergiftungen häufig an Weihnachten

Das Team um den Tiermediziner Peter-John Noble von der Universität Liverpool wollte wissen, ob die Vergiftungsfälle einem saisonalen Muster folgen. Dafür werteten sie die Daten von 229 britischen Tierarztpraxen aus den Jahren 2012 bis 2017 aus. Sie konzentrierten sich auf die Zeit um Weihnachten, Ostern, Valentinstag und Halloween. In ihre Analyse bezogen sie auch Informationen zum Alter, zur Rasse und zum Geschlecht der Hunde und die Folgen der Vergiftung mit ein.

Ihr Ergebnis veröffentlichten die Forscher im Dezember 2017 im Fachblatt "Veterinary Record". Tatsächlich steigt um Weihnachten das Risiko für Schokoladenvergiftungen bei den Vierbeinern um das Vierfache, zu Ostern verdoppelt es sich. Besonders Hunde unter vier Jahren haben ein höheres Risiko für Schokoladenvergiftungen. Vielleicht, weil sie ähnlich wie Menschenkinder mehr ausprobieren. Also raten die Tiermediziner: Pfoten weg von Schokokuchen, Weihnachtsmännern, Adventskalendern und süßen Christbaumdekorationen!