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Vergiftungen bei Tieren: Symptome und Erste-Hilfe-Maßnahmen | BR24

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So helfen Sie Ihrem Hund bei Vergiftungen.

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Vergiftungen bei Tieren: Symptome und Erste-Hilfe-Maßnahmen

Gefahren für Tiere lauern überall - in der Wohnung genauso wie draußen. Viele Substanzen können für Tieren gefährlich werden: Putzmittel, Medikamente, Zimmerpflanzen oder Lebensmittel. Wie können Vergiftungen erkannt werden und was ist zu tun?

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In Haus und Garten lauern zahlreiche Gefahren für Tiere, denn viele Substanzen, von denen man es kaum vermuten würde, können für Tiere giftig sein. Dass Medikamente und Putzmittel schädlich sind, verwundert wenig. Anders sieht es aber bei einigen Zimmerpflanzen aus, wie zum Beispiel dem guten alten Gummibaum oder der Yuccapalme. Auch einige Lebensmittel, die für uns Menschen Leckerbissen sind, können Hunde oder Katzen vergiften, wie zum Beispiel Schokolade oder Avocados.

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Vorsicht bei Zimmerpflanzen wie dem Gummibaum: Er ist giftig für Hunde.

Gefahren beim Gassi gehen: Abfälle, Pflanzen, Giftköder

Außerhalb des heimischen Bereichs lauern noch weitere Gefahren: von verdorbenen Abfällen über giftige Pflanzen bis hin zu Giftködern. Auf all das sollten Sie gefasst sein. Hat sich ein Tier vergiftet, ist schnelle Hilfe überlebenswichtig!

Symptome bei Vergiftungen

Erbrechen muss bei Tieren nicht zwingend ein Symptom für eine Vergiftung sein. Das kann auch eine Reihe anderer Ursachen haben. Trotzdem sollten Sie ihr Tier dann genau beobachten. Zeigt es noch andere Symptome wie Speicheln, Zittern, Durchfall, blasse Schleimhäute, Atembeschwerden, unsicherer Gang oder Teilnahmslosigkeit, kann es ernst sein. Das sind Vergiftungszeichen und der Hund oder die Katze müssen schnellstmöglich zum Tierarzt. Sehr hilfreich ist es, wenn Sie wissen oder vermuten, woran sich Ihr Tier vergiftet haben könnte und eine Probe davon mitnehmen. Bei Atem- und Herzstillstand haben Wiederbelebungs-Maßnahmen Vorrang vor allem anderen!

Gift im Magen mit Wasser verdünnen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme können Sie Ihrem Tier Wasser einflößen, um das Gift im Magen zu verdünnen. Dazu füllen Sie eine Spritze (ohne Kanüle) mit Wasser, schieben sie zwischen den Lefzen ins Maul und spritzen das Wasser langsam hinein. Wegen des Schluckreflexes kann das Tier nicht anders, als das Wasser zu schlucken. Nehmen Sie keine Milch oder andere Flüssigkeiten - eine chemische Reaktion mit einem Giftstoff könnte die Aufnahme ins Blut noch beschleunigen. Flößen Sie aber niemals einem bewusstlosen Tier Flüssigkeiten ein.

Giftige Nahrungsmittel für Hunde, Katzen und Kleintiere

  • Schokolade: Tiere können den giftigen Kakaobestandteil Theobromin nicht abbauen. Eine halbe Tafel dunkle Schokolade kann einen Hund von zehn Kilogramm töten.
  • Zwiebeln, roh oder gebraten: Darin enthaltene Disulfide zerstören rote Blutkörperchen.
  • Avocado: Die Inhaltsstoffe zerstören Herzgewebe.
  • Kerne von Steinobst in größeren Mengen: Diese enthalten Blausäure, die Nervenstörungen verursachen kann.
  • Rohe Kartoffeln, Tomaten oder Auberginen: Sie enthalten ein giftiges Alkaloid, das Solanin.
  • Süßstoff: Xylit aus zuckerfreien Bonbons und Kaugummis
  • Weintrauben und Rosinen: Warum sie schädlich sein können, ist noch nicht geklärt - zumal es auch nicht bei allen Hunden so ist. Nach Einschätzungen von US-Wissenschaftlern können bereits 3 g Rosinen oder 10 g Weintrauben pro Kilo Körpergewicht bei betroffenen Hunden zum Nierenversagen führen.
  • Teebaumöl und andere ätherische Öle
  • Auch rohes Schweinefleisch ist gefährlich: Darin kann das Aujeszky-Virus enthalten sein, das eine tödliche Erkrankung des Nervensystem bei Hunden auslösen kann. Zudem lauern im rohen Fleisch noch andere Erreger wie zum Beispiel Salmonellen oder Trichinen. Deshalb das Fleisch immer gut durchgaren. Dann sterben die Erreger ab.
  • Rohe Eier können ebenfalls Salmonellen enthalten.

Andere giftige Substanzen für Haustiere

  • Schmerztabletten: Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure verursacht Magen-Darm-Entzündungen mit Blutungen. Schon eine Tablette kann einen Hund töten.
  • Tabak - das gilt auch für weggeworfene Zigarettenstummel
  • Alkohol
  • Medikamente (vor allem Schmerz- und Schlafmittel)
  • Putzmittel
  • Schneckenkorn, Rattengift und andere Schädlingsbekämpfungsmittel
  • Unkrautvernichtungsmittel
  • Frost- und Holzschutzmittel
  • Farben und Lacke
  • Chemikalien aller Art

Giftige Pflanzen

Wildpflanzen (Auswahl): Farn, Königskerzen, Buchsbaum (hochgiftige Alkaloide), Fingerhut, Maiglöckchen, Holz vom Holunder (kein Holunderholz apportieren lassen), Lilien, Narzissen, Efeu, Trompetenbaum, Robinie, Eibe, Blauregen, Goldregen, Herbstzeitlose, Oleander, Lupine, Rhododendron, Azalee, Mistel und viele mehr.

Zimmerpflanzen (Auswahl): Wurzeln von Alpenveilchen, Gummibaum und andere Ficus-Arten, Philodendron, Weihnachtsstern, Drachenbaum, Yuccapalme, Calla, Amaryllis und viele mehr.

Darmverschluss oder Vergiftungen durch Kastanien

Ein Hund, der eine Kastanie verschluckt hat, kann sie oft nicht mehr ausscheiden. Sie sitzt fest und führt so zum Darmverschluss. Das ist lebensgefährlich. Außerdem enthalten Rosskastanien Stoffe - wie zum Beispiel die seifenartigen Saponine - die dem Hund keine Freude machen.

Im schlimmsten Fall kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen.

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Schlafen und spielen wechseln sich bei Hunden schnell ab. Behalten Sie Ihren Vierbeiner im Auge, damit ihm nichts passiert.

Erste Hilfe bei Tieren - wie man sich im Notfall verhält

Neben Vergiftungen können aber noch viele andere Verletzungen oder Unfälle passieren. Jeder Tierhalter weiß, wie schnell Haustieren etwas zustoßen kann. Aber wie hilft man seinem Tier dann? Was macht man, wenn Hund oder Katze von einer Wespe gestochen werden oder wenn sie sich verbrannt haben? Hier finden Sie einen Überblick über Erste-Hilfe-Maßnahmen für Tiere - zusammengefasst von Anne-Kathrin Gebert.

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