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Wolf und Hund Vom Isegrim zum Zamperl

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: 20.000 bis 40.000 Jahre ist es her, dass Mensch und Wolf die ersten Schritte aufeinander zu machten. Entgegen früherer Theorien fand dies wohl nur in einer Region statt.

Stand: 09.10.2017

Der Hund ist der älteste Begleiter des Menschen. Wahrscheinlich, weil sich beide so ähnlich sind: Mensch und Hund leben in Gemeinschaften und sind sehr kommunikativ. Auch der Vorfahr des Hundes, der Wolf, ist ein soziales Tier. So hatten Mensch und Wolf eine gemeinsame Basis, um Freundschaft zu schließen. Forscher der Universitäten in Mainz und Bamberg legen sich anhand einer Studie im Fachblatt "Nature Communications" im Juli 2017 fest: Jäger und Sammler aus lediglich einer Region haben den Wolf gezähmt - und sind auf den Hund gekommen.

Vom Urhund zum Hund

In einer Weltregion

Ein 5.000 Jahre alter Hundeschädel aus Irland

Jäger und Sammler aus lediglich einer Region haben den Wolf gezähmt - und damit zum Hund gemacht. Das belegt eine Studie im Fachblatt "Nature Communications" im Juli 2017, an der Forscher der Universitäten in Mainz und Bamberg beteiligt waren. Den Forschern zufolge lief der Übergang vor 20.000 bis 40.000 Jahren ab. Nicht herausgefunden hat das Team um Amelie Scheu allerdings, wo der Ort in Eurasien liegt, an dem Menschen die Wölfe zu ihren Begleitern machten. Die Ergebnisse zeigten aber: "Es war in einem Landstrich, einer Region." Zuvor gab es mehrere Theorien, dass Wölfe an mehreren Orten unabhängig voneinander zum Begleiter des Menschen wurden. Die Mainzer Forscher sequenzierten im Unterschied zu älteren Studien das komplette Genom der Hunde.

In Asien und Europa zugleich

Forscher der Universität Oxford waren sich sicher, dass der Hund gleich zweimal vom Menschen domestiziert wurde: in Europa und in Ostasien. Das Team um Greger Larson untersuchte das Erbgut moderner Hunde im Vergleich zum Erbgut von rund sechzig Funden aus der Zeit zwischen 12.000 und 1.000 v. Chr. Das Ergebnis der Studie im Juni 2016 legte nahe, dass sich der Hund zweimal aus dem Wolf entwickelte: Einmal aus einer ostasiatischen Wolfspopulation, einmal aus einer europäischen. Vermischt hätten sich diese unabhängig voneinander entstandenen Hunde erst viel später, als die ostasiatischen Hunde mit dem Menschen nach Europa kamen und dabei den europäischen "Ur-Hund" teilweise verdrängten.

Die Frage, ob der Hund in Asien oder Europa domestiziert wurde, ist seit Langem ein Streitthema.

Oder doch ein Europäer?

Ein internationales Forscherteam um Olaf Thalmann von der Turku Universität in Finnland kam 2013 dagegen zu dem Ergebnis, dass der Hund schon vor 18.000 bis mehr als 30.000 Jahren in Europa domestiziert wurde, schon zu Zeiten der Jäger und Sammler. Eine Untersuchung des Mitochondrien-Erbguts von 18 prähistorischen Hunden und Wölfen, die in Europa und Russland gefunden wurden, im Vergleich zum Erbgut von 126 modernen Wölfen und Hunden aus aller Welt hatte die Forscher zu diesem Ergebnis gebracht. "Ich war verblüfft, wie deutlich herauskam, dass die heute lebenden Hunde alle auf gemeinsame Stammbäume zurückgehen, nämlich auf vier Abstammungslinien, die alle in Europa ihren Anfang nahmen", sagte Olaf Thalmann.

Oder Asiate? Oder gar kein Wolf?

Zuvor galt der Hund in der Forschung immer als Asiate: Vor 15.000 Jahren soll in Ostasien der Wolf domestiziert worden sein und als Hund mit dem Menschen nach Europa gekommen sein. Auch darauf hatten genetische Analysen hingedeutet.

Anfang 2014 kam eine weitere Studie zu dem Ergebnis, dass die Ähnlichkeiten im Erbgut von Hunden und Wölfen derart gering seien, dass der Hund unter Umständen gar nicht direkt vom Wolf abstamme, sondern vielleicht nur einen gemeinsamen Vorfahren mit ihm habe.

Beim Studium der Studien kommt man zu dem Schluss: Wo auch immer unser Hund herkam - er war offenbar von Anfang an ein Streuner.

Auf den Hund gekommen

Irgendwann kam ein Mensch auf die Idee, possierliche Wolfsjunge selbst aufzuziehen.

Niemand weiß, wer den ersten Schritt zum gemeinsamen Leben getan hat. Doch vieles spricht dafür, dass der Wolf sich den Menschen ausgesucht hat und nicht umgekehrt. Die Wölfe folgten vor Zehntausenden von Jahren vermutlich den Menschen und profitierten von ihren Jagderfolgen und Nahrungsresten. Irgendwann kamen diese Jäger auf die Idee, junge Wölfe mit der Hand aufzuziehen.

Tag des Hundes

Am 11. Juni 2017 feierte der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) den "Tag des Hundes".
Der "Internationale Welttag des Hundes" findet dagegen am 10. Oktober statt. Beide Tage sollen auf die besondere Rolle des Hundes für unsere Gesellschaft hinweisen.

Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass der Wolf schon zu Zeiten der Jäger und Sammler domestiziert wurde, also lange, bevor der Mensch sesshaft wurde und Rinder oder Schafe domestizierte. Vermutlich kamen unsere Vorfahren völlig ohne Hintergedanken "auf den Hund". Das legen Studien bei Stämmen in Südamerika und Asien nahe, die noch heute wie in der Steinzeit leben. Bei ihnen haben die meisten Hunde keinerlei Aufgabe.

Durch Dressur domestiziert

Beliebte Übung bei der Dressur: Hund apportiert Stock.

Die Menschen haben aber wohl bald gemerkt, dass man kleinen Wölfen auch etwas beibringen kann. Sie begannen deshalb, die Wildtiere zu dressieren. Mit der Zeit gewöhnten sich die beiden aneinander und die Wölfe veränderten sich: Äußerlich sahen sie noch lange wie ihre wilden Vorfahren aus. Doch die Tiere wurden zahmer und fixierten sich immer mehr auf den Menschen.

Verwandt und doch verschieden

Der Wolf in Bildern

Wolf - ein Wildtier, das mittlerweile wieder nach Bayern zurückgekehrt ist | Bild: picture-alliance/dpa zur Bildergalerie Meister Isegrim Steckbrief des Wolfes in Bildern

Seit dem 19. Jahrhundert war er ausgerottet, jetzt streift er wieder durch die Wälder. Der Wolf will bei uns wieder heimisch werden. Kennen Sie Meister Isegrim eigentlich wirklich gut? Ein paar spannende Fakten. [mehr]

Im Wolfsforschungszentrum im österreichischen Grünau versuchen Wissenschaftler, die Unterschiede zwischen Wölfen und Hunden zu erforschen. In vielem sind sich die Verwandten ähnlich, doch sie unterscheiden sich auch sehr. Wölfe sind Wildtiere und an ein Leben in der Natur angepasst. Sie sind stets misstrauisch und sehr wachsam. Der Hund hingegen verhält sich ganz anders, denn er hat eine ökologische Nische entdeckt: den Menschen. Hunde verstehen es ausgezeichnet, ihre Bedürfnisse mitzuteilen und so den Menschen für ihre Zwecke einzuspannen.

Gejaule statt Gewalt

Hunde können durch Jaulen auf ihre missliche Lage aufmerksam machen.

Im Forschungszentrum zeigt das ein einfaches Experiment: Die Verhaltensforscher stellen einen Teller mit Fleisch in einen Käfig. Weder ein Wolf noch ein Hund können ihn alleine öffnen. Lässt man einen Wolf vor den Käfig, versucht er ihn mit viel Kraftaufwand zu öffnen. Der Hund hingegen wendet sich, sobald er merkt, dass er nicht weiterkommt, an die Menschen. Mit Blicken und Lauten bettelt er darum, die Türe zu öffnen.

Evolutionärer Superstar

Ein Leben wie im Schlaraffenland: Nichts tun und trotzdem immer genug zu fressen.

Ähnliches passiert bei Millionen von Hundebesitzern jeden Tag: Sie öffnen Schränke, Tüten und Dosen für ihren Hund, sie kaufen Futter und tragen es nach Hause. Der Hund bekommt seine Nahrung, ohne etwas dafür tun oder gar etwas riskieren zu müssen. Wenn er krank wird, bringt ihn sein Herrchen sogar zum Arzt.

4,1 Millionen Hunde allein im Norden Deutschlands ...

Eine evolutionär ungemein erfolgreiche Strategie, die sich auch in Zahlen niederschlägt: Allein in Deutschland leben rund sieben Millionen Hunde. Von Wölfen gibt es hingegen weltweit nur noch 130.000 Exemplare. Das bedeutet: Für die Vorfahren der Hunde war die Anpassung an den Menschen ein höchst erfolgreicher Schritt in der Evolution.

Tierisches Verständnis

Hunde verstehen Menschen

Hundebesitzer sind längst davon überzeugt, dass ihr tierischer Freund sie versteht und auf ihre Stimmung reagiert. Tatsächlich scheinen die Tiere nicht nur auf die Tonlage, sondern auch auf den Inhalt zu hören, wenn ein Mensch etwas zu ihnen sagt. Dafür sprechen zwei Studien aus Ungarn.

Studie Nr. 1

"Timmy, das Frauchen ist traurig. Ja, das merkst du, gell!"

Bereits im Februar 2014 zeigt eine Studie, dass Hunde tatsächlich etwas mit menschlichen Emotionen anfangen können. Forscher der Eötvös Loránd Universität in Budapest schickten elf Hunde und 22 Menschen nacheinander in einen Magnetresonanztomografen (MRT). Im MRT spielten sie ihnen Stimmen und Geräusche vor: menschliches Lachen, Weinen, Hundegebell und neutrale Umgebungslaute. Dabei beobachteten sie, welche Hirnregionen wie auf die Geräusche ansprachen.

Ergebnis Nr. 1

Die Untersuchung zeigte, dass Hunde ähnlich wie Menschen spezielle Areale für die Verarbeitung von Sprache besitzen: Bei beiden Arten liegen die Spracherkennungsregionen an ähnlicher Position der Hörrinde und scheinen ähnlich zu funktionieren. Und bei beiden gibt es Regionen, die speziell vom emotionalen Gehalt eines Lautes aktiviert werden. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass Hunde durchaus den emotionalen Gehalt, der über die Stimme oder ein Geräusch transportiert wird, wahrnehmen. "Hunde und Menschen teilen ein ähnliches soziales Umfeld", erläutert Attila Andics, Erstautor der Studie. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass sie auch ähnliche Hirnmechanismen nutzen, um soziale Informationen zu verarbeiten. Dies erleichtert vielleicht die erfolgreiche Kommunikation der beiden Arten untereinander."
Da beide Arten vergleichbare Stimmerkennungsareale besitzen, vermuten die Wissenschaftler, dass diese sich vor mindestens 100 Millionen Jahren entwickelt haben, als der letzte gemeinsame Vorfahr von Hunden und Menschen lebte. Dennoch könne es aber auch sein, dass die Areale unabhängig voneinander bei beiden Arten entstanden.

Studie Nr. 2

"Sitz, Timmy! Ja, das hast du fein gemacht!"

Dass die Tiere nicht nur auf Emotionen im Gesprochenen, sondern auch auf den Inhalt achten und diesen verstehen, zeigt die zweite Studie von Attila Andics, die Ende August 2016 veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler von der Eötvös Loránd Universität in Budapest haben die Gehirnaktivität von 13 Hunden gemessen, während die Tiere Tonaufnahmen ihrer Trainerin hörten. Den Hunden wurden verschiedene Versionen vorgespielt: lobende Worte mit lobender Intonation, Lob in einem neutralen Tonfall und neutrale Worte mit lobender Intonation.

Ergebnis Nr. 2

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Bedeutung von Gesprochenem wie beim Menschen in der linken Gehirnhälfte, der Tonfall wie beim Menschen in der rechten Gehirnhälfte verarbeitet wird. "Hundegehirne achten auf beides: Was wir sagen und wie wir es sagen", erklärt Studienleiter Andics. Allerdings werde Lob vom Hund nur wahrgenommen, wenn sowohl Inhalt als auch Ton positiv seien. Bedeutungslose Worte in einer positiven Tonlage oder Lob in einem neutralen Ton hätten keinen Effekt gezeigt. Die Forscher schlussfolgern, dass Hunde das Gesprochene mit der Betonung kombinieren, um die Worte korrekt zu interpretieren. Ihre Studie kann dazu beitragen, die Kommunikation zwischen Mensch und Hund zu verbessern. Also immer dran denken: Wenn schon loben, dann bitte auch so klingen!

Bewertung

Für Ludwig Huber, Leiter der Abteilung für vergleichende Kognitionsforschung der Veterinärmedizinischen Universität Wien, sind die Ergebnisse der Studie nicht überraschend - aber "hochinteressant und wichtig". Die ungarischen Forscher seien Pioniere in der Methodik, die Gehirnaktivitäten von Hunden mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie zu messen. "Es hat uns die Tür aufgestoßen zu einer ganz neuen Forschung", sagte Huber. Die Gehirne von Säugetieren könnten unter die Lupe genommen werden, ohne dass den Tieren irgendwelche Schmerzen zugefügt werden.

Hunde gähnen aus Mitgefühl mit

Pessimisten- & Optimisten-Hunde: der Napf halbvoll oder halbleer?

Hunde haben Charakter

Hunde besitzen Temperament - manche mehr, manche weniger. Das ist ähnlich wie bei uns Menschen. Australische Wissenschaftler der University of Sydney sind weiter gegangen, sie haben Hunde in Optimisten und Pessimisten eingeteilt. Nützlich kann das Wissen über den Charakter eines Hundes bei der Auswahl von Begleithunden sein.

Vorfreude oder Desinteresse

Doch wie unterscheiden Forscher positiv von negativ denkenden Hunden, da diese ja nicht über ihre Befindlichkeiten Auskunft geben können? Die Wissenschaftler haben den Vierbeinern bei einem hohen Ton feine Milch angeboten, bei einem tiefen Ton nur fades Wasser. Das heißt, die Tiere haben gelernt, die unterschiedlichen Töne mit einem Ereignis zu verknüpfen. In einem nächsten Schritt ließen sie die Testtiere einen mittleren Ton hören. Und siehe da: Optimistisch gestimmte Tiere reagierten mit Vorfreude, Pessimisten dagegen blieben desinteressiert.

Helfersyndrom oder Suchhund

Da die Pessimisten unter den Vierbeinern etwas Negatives erwarten, halten sie sich zurück und sind vergleichsweise wenig risikofreudig. Sie lassen sich nach Enttäuschungen recht schnell entmutigen. Ganz anders die Optimisten-Hunde: Sie resignieren bei Misserfolgen nicht so schnell und sind weniger risikoscheu. Dieses Wissen ist bei der Ausbildung von Hilfshunden wichtig: Die Vorsichtigen unter den Viechern sind eher als Blindenhunde geeignet, da sie vorausschauend agieren müssen. Die Mutigen unter ihnen lassen sich dagegen besser als Suchhunde einsetzen, wo Risikofreude und Beharrlichkeit von Nutzen sind.

Sind Hunde intelligent?

Hunde erinnern sich

Nicht nur Primaten, auch Hunde besitzen wohl ein episodisches Gedächtnis. Das berichteten Forscher von der MTA-ELTE Comparative Ethology Research Group in Budapest im November 2016 im Fachblatt "Current Biology". Sie können sich Ereignisse merken, die zum Zeitpunkt des Geschehens keine Bedeutung für sie hatten. Die Verhaltensforscherin Claudia Fugazza griff dafür auf den "Mach's mir nach"-Trick zurück. Bei diesem Experiment beobachten Hunde beispielsweise, wie ein Mensch an einen Schirm tippt. Nach einem "Mach's mir nach"-Kommando tippt der Vierbeiner ebenfalls an den Schirm. Das alleine wäre allerdings noch kein Beweis für ein episodisches Gedächtnis. Daher brachten die Wissenschaftler den Tieren bei, sich nach jeder menschlichen Aktion hinzulegen. Gaben die Wissenschaftler dann unvermittelt das "Mach's mir nach"-Kommando, erinnerten die Hunde sich an die beobachtete Handlung und imitierten sie. Diesen Test wiederholten die Forscher nach einer Minute und nach einer Stunde, auch dann hatten die Tiere die Aktion noch im Gedächtnis.

Schlau wie Kleinkinder

Im Durchschnitt können sich Hunde um die 165 Worte merken, bis fünf zählen und Fehler in leichten Berechnungen erkennen. Davon ist der amerikanische Psychologe und Hundeexperte Stanley Cohen überzeugt. Cohen schreibt Hunden sogar die mentalen Fähigkeiten von zwei- bis zweieinhalb-jährigen Kindern zu.

Mittels Augenkontakt

Hunde reagieren ebenso wie Kleinkinder auf Signale wie Augenkontakt oder direktes Ansprechen. Kognitionsbiologen des Wiener Messerli Forschungsinstituts fanden heraus, dass Hunde wie Kinder nur dann Verhalten nachahmen, wenn es für sie Sinn macht. Und: Hunde verstehen den Zeigegestus des Menschen ohne Probleme - im Gegensatz zu Wölfen. Darüber hinaus können Hunde auch der Sprechrichtung eines Menschen folgen und so verstecktes Futter aufspüren, sagen Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Das können nicht mal Menschenaffen, geschweige denn Wölfe.

Lust auf Wurst

Aber wie intelligent sind Hunde tatsächlich und was heißt intelligent?  Man kann sagen, Hunde haben kognitive Fähigkeiten und zwar die, die sie brauchen, um in ihrer Umwelt perfekt leben zu können. Den Hunden geht es nur darum, aus jeder Situation das Beste für sich herauszuholen. Und da geht es manchmal um die Wurst.

Perfekter Begleiter

Fazit: Intelligente Hunde gibt es wohl nur in Trickfilmen. In der Biologie heißt  es Anpassung. Der Hund hat sich im Rahmen seiner genetischen Möglichkeiten perfekt an den Menschen angepasst. Er hat sogar eine eigene Kommunikation entwickelt, um seine Bedürfnisse mitzuteilen oder die Bedürfnisse des Menschen zu verstehen. Ganz schön schlau.

In welchem Alter lernen Hunde am schnellsten?

Das hat Lisa Wallis von der Vetmed-Uni Wien an 145 Border Collies im Alter zwischen sechs Monaten und 14 Jahren untersucht. Dabei traten auffallend große Ähnlichkeiten zwischen Hund und Mensch zutage. Bei Tests zeigte sich, dass ein Objekt dann interessant für den Hund ist, wenn sich ein Mensch damit beschäftigt. Wissenschaftler sagen: Die "soziale" Aufmerksamkeit ist bei Hunden größer als die "nicht-soziale". Außerdem stellte sich heraus, dass die Konzentrationsfähigkeit bei den ein- bis zweijährigen Hunden leidet, sie waren leichter abzulenken - ähnlich wie Jugendliche in der Pubertät. Gleichzeitig wiesen die pubertierenden Hunde aber auch die steilste Lernkurve auf. Sie konnten ihre Leistungen in den Tests am schnellsten verbessern. "Die Pubertät bei Tieren wie beim Menschen birgt auch ein erhebliches Potenzial", betont Wallis.

Einer wie Hund und Katz

Hund und Katze hatten einen gemeinsamen Urahn

Auch wenn ihnen heute eine ständige Rivalität unterstellt wird – Hund und Katze stammen vom selben Prototypen ab: dem Dormaalocyon latouri. Diesem wird eine Verwandtschaft mit allen heutigen Raubtieren bescheinigt, mit Bär, Robbe, Löwe, Wolf, Wiesel oder Tiger. Ein Team um Floréal Solé und Richard Smith vom Königlich-Belgischen-Institut für Naturwissenschaften hat in der Nähe des belgischen Dormall Fossilien des Baumbewohners gefunden und genau untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass der Mix vor etwa 55 Millionen Jahren die Regenwälder des frühen Eozäns bewohnte.

Die Forscher ordnen den Urräuber zu den sehr frühen Vertretern der Raubtiere unter den Säugern ein und sehen ihn als Vorfahren der Katzen und der Hunde. Zwar ist er nicht der erste gemeinsame Urahn der Katzen- und Hundeartigen, diesem aber sehr nah. Und so sehen die Forscher im Dormaalocyon latouri den frühesten bisher bekannten Räuber mit lebender, direkter Nachkommenschaft.

  • Welt der Tiere: Von Wölfen, Hunden und Menschen (19.05.2018, 10.00 Uhr, BR Fernsehen)
  • W wie Wissen: Der Hund - bester Freund und echter Helfer (13.12.2017, 19.30 Uhr)
  • Schulfernsehen: Unser Hund (18.09.2017, 14:15 Uhr, ARD-alpha)
  • Planet Wissen: Beste Freunde - die lange Partnerschaft von Mensch und Hund (28.08.2017, 11:00 Uhr, ARD-alpha)
  • Planet Wissen: Beste Freunde - die lange Partnerschaft von Mensch und Hund (25.08.2017, 15:00 Uhr, ARD-alpha)
  • IQ - Wissenschaft und Forschung: Vom Wolf zum Hund – Wo das Wildtier gezähmt wurde (19.07.2017, 18:05 Uhr, Bayern 2)

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