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Zählwerk zu Gasverbrauch

Bildrechte: BR Bild/dpa/Jens Büttner
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    Wie man im Alltag Gas sparen kann

    Die Energiepreise steigen immer weiter. Die Bundesregierung ruft zum Sparen von Gas auf, auch um eine langfristige Gasknappheit zu vermeiden. Was die Verbraucherzentrale Mietern und Hauseigentümern jetzt rät.

    Von
    Anna DanneckerAnna DanneckerBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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    Dreiviertel der Bayern heizen mit fossilen Brennstoffen. Noch sind die Gasspeicher in Bayern gefüllt, dennoch lautet die Devise der Politik: Gas sparen, auch um die Abhängigkeit von Gasexporten Russlands zu minimieren. Weil das Haus oder die Heizung komplett umzurüsten oft nicht so schnell geht, bleibt Verbrauchern zunächst nur eins, um Kosten und Ressourcen zu sparen: weniger Gas verbrauchen. Im Sommer weniger warmes Wasser und ab Herbst dann zusätzlich weniger Gas zum Heizen.

    Tipps einer Energieexpertin: Gaspreis checken

    Energieexpertin Ramona Mittag von der Verbraucherzentrale rät Mietern zunächst festzustellen, um wie viel sich ihr Gaspreis genau erhöht hat. "Wünschenswert wäre es, dass Vermieter ihre Mieter über Veränderungen beim Gaspreis informieren müssen. Aber es gibt keine Pflicht", erklärt die Expertin. Da die Verträge mit den Gasversorgern unterschiedlich sind, sollten Mieter deswegen aktiv bei ihren Vermietern nachfragen, um Überraschungen am Ende des Jahres zu vermeiden und abschätzen zu können, wie viel Gas sie einsparen wollen.

    Warmwasser sparen mit Sparduschkopf

    Um Warmwasser zu sparen, empfiehlt die Energieexpertin einen Sparduschkopf anzuschaffen. Der kann "ganz ohne Komfort-Verlust" bis zu 60 Prozent des Wasserverbrauchs sparen und kostet etwa um die 20 Euro. Auch sogenannte Durchlaufbegrenzer können helfen, die an den Wasserhahn geschraubt werden. Beim Duschkostenrechner der Verbraucherzentrale kann man sich außerdem selbst ausrechnen, wie viel man je nach Temperatur pro Minute durchschnittlich einsparen kann.

    Ein Beispiel aus dem Duschrechner: Tägliches Duschen mit durchschnittlicher Schüttmenge, bei 38 Grad und einer Duschdauer von etwa acht Minuten kosten pro Jahr etwa 446 Euro (davon Energiekosten etwa 320 Euro). Reduziert man die tägliche Duschdauer um zwei Minuten, die Temperatur auf 36 Grad und baut einen Sparduschkopf mit einem Verbrauch von etwa acht Liter Schüttmenge pro Minute ein, kommt man auf einen jährlichen Verbrauch von gut 250 Euro (davon Energiekosten knapp 180 Euro).

    Hauseigentümern rät die Verbraucherzentrale, die Heizzeiten für den Wasserspeicher zu begrenzen und die Temperatur möglichst niedrig einzustellen. Aber Vorsicht: nicht unter 55 Grad, denn dann steigt die Gefahr für Legionellen.

    Thermostate programmieren

    Im Hinblick auf den Winter heißt es dann von der Verbraucherzentrale: "Schon mit kleinen Investitionen kann man große Effekte erzielen! Zum Beispiel bei programmierbaren Thermostaten." Mieter sollten zunächst mit den Vermietern sprechen. Vielleicht beteiligen sich diese finanziell, um dann mithilfe der Thermostate bestimmte Räume weniger oder nur zu begrenzten Zeiten zu heizen.

    Mieter können ihre Thermostate aber auch eigenständig tauschen, so die Expertin von der Verbraucherzentrale. Einfach die alten Thermostate aufbewahren und beim Auszug wieder anmontieren – zahlreiche Anleitungen dazu gebe es etwa auf YouTube. "Ab zehn Euro geht es schon los", meint Ramona Mittag. Höherpreisige Thermostate lassen sich dann sogar per App steuern.

    Abdichten gegen Luftzug

    Außerdem gilt es, die Fenster und Türen möglichst abzudichten. Ob sie dicht genug sind, lässt sich einfach prüfen, so die Expertin: "Einfach ein Blatt Papier zwischen Rahmen und geschlossenem Fenster klemmen. Lässt sich das Papier nicht herausziehen, ist das Fenster dicht genug."

    Klebedichtungen, die man rückstandlos entfernen kann, dürfe man auch als Mieter anbringen, meint Ramona Mittag. Außerdem: Keine Möbelstücke, schwere Vorhänge oder Abdeckungen vor die Heizung hängen oder stellen – die machen den Heizvorgang ineffektiv. Auch Rollos können helfen, warme Luft zu den richtigen Zeiten im Raum zu halten.

    Weniger Heizen mit Gas und "hydraulischer Abgleich"

    Bis die Heizungszeit beginnt, rät die Verbraucherzentrale, die Heizungsanlage aus oder nur auf Warmwasserbetrieb umzustellen. Ab Herbst gilt dann die Daumenregel: jedes Grad Raumtemperatur weniger spart sechs Prozent der Heizkosten. Die Stufe 1 bei der Heizung reguliert auf ca. zwölf Grad Celsius, Stufe 2 auf 16 Grad, Stufe 3 auf ca. 20 Grad, 4 auf etwa 24 Grad und die höchste Stufe etwa auf 28 Grad. Und dann heißt es auch wieder: Stoßlüften statt Fenster kippen.

    Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) riet am Donnerstag bei der Pressekonferenz zur Gas-Alarmstufe zum "hydraulischen Abgleich". Dabei handelt es sich um die Berechnung der nötigen Heizleistung pro Zimmer und die entsprechende Einstellung an den Heizkörpern.

    Die Summen an Energie, wie auch an Geld, die dort zu sparen seien, seien durchaus erheblich. Bis zu 15 Prozent beispielsweise an Heizkosten kann man laut Habeck dadurch einsparen. "Also nur dadurch, dass die Heizung vernünftig eingestellt ist. Und das wäre dann ja entsprechend die Energiemenge und das nehmen wir jetzt mit 41 Millionen Haushalten multipliziert und dann sieht man, dass die kleinen, teilweise so belächelten, banalen Schritte, in der Summe doch einen großen Unterschied machen", so Habeck.

    Wie in der Küche gespart werden kann

    Auch in der Küche können Verbraucher kleine Effekte erzielen. Immer mit Deckel und auf der passenden Kochstelle kochen, damit weniger Energie verloren geht. Außerdem nur so wenig Kochwasser verwenden, wie man wirklich braucht - meist nutzt man zu viel. Außerdem muss beim Gasherd nicht oder nur kurz vorgeheizt werden. Und: Auch Strom sparen ist Gas sparen. Denn obwohl der Anteil an erneuerbaren Energien immer größer wird, gibt es auch noch einen Anteil an Strom - laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) 10,4 Prozent - der mithilfe von Gas hergestellt wird.

    Für Eigentümer: Energieeffiziente Sanierung

    Hauseigentümer sollten sich beraten lassen, wie sie ihre Gasheizung umrüsten lassen können und langfristig auf erneuerbare Energien umsteigen. "Bringen Sie Zeit mit!", meint Expertin Mittag von der Verbraucherzentrale. Derzeit gebe es lange Wartezeiten. Am wichtigsten ist jedoch laut der Verbraucherzentrale: eine energetische Sanierung des Hauses. Denn nur so könne auf Dauer wirklich energieeffizient geheizt werden.

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