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Der Autozulieferer Elringklinger will die Produktion in Langenzenn schließen. Das wollen die Beschäftigten nicht hinnehmen.

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    Elringklinger: Protest gegen Schließung des Werks Langenzenn

    Seit Oktober wissen die Beschäftigten des Autozulieferers Elringklinger in Langenzenn, dass ihre Produktion geschlossen wird. Warum, das wissen sie hingegen nicht. Die Geschäftsführung hat die Betroffenen bislang nicht darüber informiert.

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    Karin GoeckelKarin Goeckel
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    So wollen sie nicht mit sich umspringen lassen. Die Beschäftigten der Produktion von Elringklinger in Langenzenn im Landkreis Fürth sind empört über ihre Geschäftsführung. Sie wissen zwar, dass die Produktion geschlossen werden soll, aber mehr auch nicht. Der Vorstand des Konzerns mit Zentrale in Dettingen an der Erms (Baden-Württemberg) hat sie bislang nicht persönlich informiert – weder Belegschaft noch Betriebsrat. Auch Gespräche wegen schlechter Geschäftszahlen, wie sie normalerweise üblich sind, gab es bislang nicht. "Von der Schließungsankündigung wurden sie kalt erwischt", sagt der zuständige IG-Metall-Sekretär Jan Körper.

    160 Beschäftigte bei Elringklinger bangen um ihren Job

    Mit einer meterlangen Bilderkette mit Porträts von Betroffenen haben die Beschäftigten deshalb heute gegen die geplante Schließung der Produktion in Langenzenn protestiert. Betroffen sind laut dem Betriebsratsvorsitzenden Markus Pemsel 160 der gut 200 Mitarbeiter. Nur die Abteilungen Forschung, Entwicklung und Musterbau könnten Hoffnung haben, dass sie in der Region bleiben. Aber genaues wüssten die Betriebsräte nicht, berichtet Pemsel. Der Vorstand sei lediglich mit zwei Wirtschaftssachverständigen nach Langenzenn gekommen, die den Betrieb abwickeln sollten. Betriebsrat Markus Pemsel ärgert sich darüber. "Es ist wirklich eine Vollkatastrophe, weil man hätte ja vor einem halben Jahr mal mit uns reden und sagen können, wie die Lage ist."

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    Die Beschäftigten von Elringklinger können sich vorstellen, auch für alternative Antriebstechnologien zu fertigen.

    Betriebsrat: Wir können auch für Hybrid stanzen und lochen

    Aus seiner Sicht steht Langenzenn eigentlich gut da. "Wir können uns gar nicht erklären, warum ausgerechnet das Werk Langenzenn zumacht", meint Pemsel – auch, weil es durchaus Alternativen gebe. Für die Beschäftigten sei es kein Problem, sich in der Produktion umzuorientieren. Bislang ist Elringklinger in Langenzenn auf Abschirmtechnologie für Verbrennungsmotoren spezialisiert. Markus Pemsel ist sich sicher: Das können wir auch für alternative Antriebe herstellen. Stanzen, Formen und Lochen werde auch in der Hybridtechnologie gebraucht.

    IG Metall: Wir geben Elringklinger in Langenzenn nicht kampflos auf

    Die Gewerkschaft IG Metall kündigte an, Elringklinger in Langenzenn nicht kampflos aufzugeben. "Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen", erklärte der zuständige Gewerkschaftssekretär Jan Körper von der IG Metall Westmittelfranken.

    "Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen. Wenn es am Ende nicht reicht, werden wir noch mal kämpfen, um die Bedingungen zu verbessern für die Beschäftigten. Aber wir akzeptieren nicht, dass der Arbeitgeber sagt, wir machen Schluss und das war's". Jan Körper, IG Metall Westmittelfranken

    Jahrelang habe die Geschäftsführung erklärt, die Beschäftigten in Langenzenn müssten sich keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, berichtet der Gewerkschafter. Dass der Vorstandsvorsitzende von Elringklinger, Stefan Wolf, der zugleich auch Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall ist, sich bislang noch nicht einmal der Belegschaft gestellt hat, nannte Körper "schäbig". "Das gehört sich gar nicht." Bislang sei auch von niemandem betriebswirtschaftlich begründet worden, warum es ausgerechnet das Werk Langenzenn trifft.

    Elringklinger: Höhere Nachfrage nach alternativen Antrieben.

    Elringklinger hatte Ende Oktober angekündigt, die Produktion in Langenzenn zu schließen. Der Konzern erklärte, Ziel sei es, "die Kräfte im Geschäftsbereich Abschirmtechnik zu bündeln und dessen Standortstruktur zu optimieren." Infolgedessen sei es beabsichtigt, die Produktion in Langenzenn stillzulegen und durch andere Standorte aufzufangen. Begründet wurde dies mit einer erhöhten Nachfrage nach alternativen Antrieben.

    Elringklinger liegt eine Anfrage von BR24 vor, wie die Schließung ablaufen soll und warum der Vorstand bisher noch nicht mit der Belegschaft gesprochen hat. Eine Antwort steht noch aus.

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