Ex-Audi-Chef Rupert Stadler
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Diesel-Skandal: Ex-Audi-Chef Stadler legt Geständnis ab

Rupert Stadler hat gestanden. Der frühere Audi-Chef ist der erste ehemalige VW-Vorstand, der im Zusammenhang mit dem Dieselskandal Betrugsvorwürfe einräumt. Damit dürfte das Verfahren für ihn mit einer Bewährungsstrafe zu Ende gehen.

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Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler hat eingeräumt, dass er zwar konkret von der Schummelsoftware nichts gewusst, sie aber ab Sommer 2016 als möglich erkannt und billigend in Kauf genommen habe. Er habe keine erforderlichen Maßnahmen unternommen, um die Käufer dieser Fahrzeuge darüber zu informieren. Stadler habe die Vorwürfe der Kammer insgesamt einzuräumen und sehe, "dass es ein Mehr an Sorgfalt" gebraucht hätte. Der frühere Topmanager selbst hat diese Einlassung vor Gericht nicht verlesen, sondern seine Verteidigerin.

Zahlung von 1,1 Millionen Euro

Damit ist Stadler der erste frühere Vorstandschef des VW-Konzerns, der vor Gericht einen Betrug durch Unterlassen eingeräumt hat Dieselabgasskandal. Das Gericht hatte ihm zuvor eine Bewährungsstrafe von 1,5 bis zwei Jahren sowie eine Geldauflage in Höhe von 1,1 Millionen Euro in Aussicht gestellt, wenn er gesteht.

Die Staatsanwaltschaft hat der vom Gericht vorgeschlagenen Absprache bereits zugestimmt. Stadler hatte sein Geständnis Anfang Mai zwar angekündigt, sich allerdings noch Vorbereitungszeit ausbedungen. Nun machte er seine Ankündigung wahr.

Ex-Audi-Chef Stadler drohte Gefängnis

Der Ex-Audi-Chef und ehemalige VW-Vorstand hatte jahrelang seine Unschuld beteuert und war davon auch in dem seit zweieinhalb Jahren laufenden Prozess zunächst nicht abgerückt. Die Wende kam Ende März, als das Gericht klarmachte, dass Stadler ohne Geständnis Gefängnis gedroht hätte. Denn nach der damals geäußerten vorläufigen Einschätzung der Kammer dürfte Stadler spätestens im Juli 2016 erkannt haben, dass die Abgaswerte manipuliert gewesen sein könnten. Statt der Sache auf den Grund zu gehen und die Handelspartner zu informieren, habe er den Verkauf der Autos jedoch bis Anfang 2018 weiterlaufen lassen.

Nach dem Geständnis könnte der seit September 2020 dauernde Prozess demnächst zum Abschluss kommen - voraussichtlich im Juni. Der ebenfalls angeklagte ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung, Wolfgang Hatz, und zwei seiner leitenden Ingenieure gestanden bereits, dass sie die Ausgestaltung der Motor-Software veranlasst hatten. Mit unzulässigen Abschalteinrichtungen hielten die Autos die Stickoxid-Grenzwerte zwar auf dem Prüfstand ein, aber nicht auf der Straße. Auch Hatz und ein Ingenieur können nach Zusagen des Gerichts mit Bewährung rechnen. Das Verfahren gegen den anderen Ingenieur wurde bereits gegen eine Geldauflage eingestellt.

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