Braunbär bei Zusammenstoß mit Zug in Österreich getötet
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Braunbär bei Zusammenstoß mit Zug in Österreich getötet

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Österreich: Bär bei Zusammenstoß mit Zug getötet

Ein Braunbär ist im österreichischen Bundesland Salzburg auf einer Bahnstrecke getötet worden. Das Tier wurde am Dienstagmorgen in der Nähe von Schwarzach von einem Zug erfasst, wie die Landesverwaltung mitteilte.

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In der Nähe von Schwarzach im österreichischen Bundesland Salzburg ist ein Braunbär von einem Zug erfasst und getötet worden. Wie die Landesverwaltung mitteilte, geschah der Unfall am Dienstagmorgen. Zuletzt wurden Bären in Oberbayern und im Oberallgäu gesichtet.

DNA-Proben sollen Herkunft des Bären klären

Nachdem zwei Lokführer der Österreichischen Bundesbahnen der Polizei den toten Bären auf den Gleisen gemeldet hatten, machte sich der Salzburger Landesexperte für Bären und Wölfe zu der Unfallstelle auf, um DNA-Proben zu nehmen. Inzwischen steht fest: es handelt sich um einen männlichen Braunbären.

Nach der Begutachtung durch den Salzburger Bärenbeauftragten gibt es keine Hinweise darauf, dass eine andere Todesursache als der Zusammenstoß mit dem Zug in Frage kommt. "Um den Grund für den Tod aber zweifelsfrei feststellen zu können, wird der Bär nach Wien ins Forschungsinstitut für Wildtierkunde gebracht und dort obduziert", sagt Hubert Stock, Bärenbeauftragter des Landes Salzburg. Durch einen DNA-Test soll geklärt werden, ob das Tier schon einmal registriert wurde und woher der Bär ursprünglich kommt. Damit soll die Herkunft des Tieres geklärt werden. Wie Stock gegenüber BR24 erklärte, dürfte die DNA-Analyse vermutlich erst nächste Woche abgeschlossen sein. Die Untersuchungsergebnisse der Obduktion des Bären könnten noch im Laufe dieser Woche vorliegen.

Bär soll für Schulungszwecke präpariert werden

Der Bär wurde laut einer Mitteilung des Landes Salzburg beim Zusammenstoß mit dem Zug schwer verletzt. Ihm wurde die linke Hinterpranke komplett abgetrennt. Zudem wies das Tier schwere Verletzungen am Kopf auf.

Der Kadaver des Bären gehört jetzt der Salzburger Jägerschaft. "Wir werden versuchen, das Tier zu erhalten und für die Nachwelt zu präparieren", sagte Landesjägermeister Max Mayr Melnhof. Geplant ist, dass der präparierte Bär für Schulungszwecke in der Jagdausbildung Verwendung findet.

Wildtiere gerne auf freien Wegen unterwegs

Der Landesjägermeister erklärte den Salzburger Nachrichten, dass sich Wolf und Bär sehr gerne auf Wegen bewegen würden, damit sie nicht durch das Dickicht müssten und weite Strecken zurücklegen könnten. Dadurch würden sie immer wieder auf Zivilisation stoßen. Dieses Verhalten erklärt den Zusammenstoß mit dem Zug.

Zuletzt waren Bären im Salzburger Land in Großgmain und in Grödig - nahe der Grenze zu Bayern - gesichtet worden.

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Ein Bär liegt tot auf den Gleisen in der Nähe des Bahnhofs Schwarzach-St. Veit im Salzburger Pongau

Bären in Oberbayern gesichtet

In Oberbayern wurden Bären zuletzt in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land entdeckt. Im Landkreis Berchtesgaden lief ein Bär vor eine Wildtierkamera und wurde fotografiert. Landrat Bernhard Kern (CSU) will, anders als sein Amtskollege in Traunstein, den Bären vorerst nicht abschießen oder einfangen lassen.

In Oberaudorf im Landkreis Rosenheim wurden Bärentatzenspuren nahe einer Alm gesichtet. Kurz darauf sind im südlichen Landkreis Rosenheim in der Grenzregion zu Österreich auf einer umzäunten Weide zwei tote Schafe gefunden worden. Ein weiteres, verletztes Tier musste inzwischen ebenfalls getötet werden. Möglicherweise stammt der Bär, der die Schafe getötet hat, aus der von Bayern aus nächstgelegenen Bärenpopulation im italienischen Trentino – etwa 120 Kilometer von Bayern entfernt.

Braunbär im Oberallgäu unterwegs

Nach den Sichtungen in Oberbayern ist am Montag auch in Schwaben ein Bär nachgewiesen worden – im südöstlichen Landkreis Oberallgäu. Eine Person habe das Tier am Montag im Bereich des Hintersteiner Tales bei Bad Hindelang fotografiert, teilte das Landratsamt Oberallgäu mit.

Das Landesamt für Umwelt in Augsburg prüfte das Bild und teilte am Abend mit, dass ein Braunbär auf dem Motiv zu sehen sei. Der Bär habe sich bei Sichtung unmittelbar zurückgezogen, hieß es.

  • Zum Artikel: Wölfe und Bären in Bayern – wie kann das funktionieren?

BR24live-Video: Braunbär im Allgäu - Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Ein Bär (Symbolbild)
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Ein Bär (Symbolbild)

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