Zwei Schulkinder halten eine medizinische Maske in der Hand.
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Lehrerverband: Schulen sollten Maskenpflicht selbst festlegen

Sorge zum Ende der Herbstferien: Der Deutsche Lehrerverband warnt mit Blick auf steigende Infektionszahlen vor massivem Unterrichtsausfall durch infizierte Lehrkräfte. Schulen sollten daher selbst über eine Maskenpflicht im Unterricht entscheiden.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Infoblock am .

Der Deutsche Lehrerverband hat mehr Spielraum für die Schulen bei den Corona-Maßnahmen gefordert. "Wir müssen unbedingt darauf vorbereitet sein, falls die Infektionszahlen nach dem Ende der Herbstferien wieder stark ansteigen", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe.

Massiver Unterrichtsausfall durch infizierte Lehrkräfte befürchtet

Mit Blick auf steigende Infektionszahlen in den kommenden Wochen warnte Meidinger vor massivem Unterrichtsausfall durch infizierte Lehrkräfte. "Die Schulen sollten jetzt selbst entscheiden können, wann sie vorübergehend wieder zu Schutzmaßnahmen greifen", sagte Meidinger. Spätestens, wenn 20 Prozent der Lehrkräfte ausfielen, sollten die Schulen "Masken im Unterricht einführen können".

An diesem Montag sind die Herbstferien in Bayern zu Ende. Mit einer Maskenpflicht lasse sich eine Infektionswelle eindämmen, betonte der Präsident des Lehrerverbandes. Wenn jedoch ein erheblicher Teil der Lehrkräfte wegen einer Infektion ausfalle, sei geregelter Unterricht nicht mehr möglich. Dann müssten Stunden gekürzt werden oder Klassen ganz nach Hause geschickt werden.

Meidinger: Schulen müssen handlungsfähig sein

Damit die Schulen den Präsenzunterricht auch bei hohen Inzidenzen aufrechterhalten könnten, müssten sie handlungsfähig sein. Aktuell gebe es in den wenigsten Ländern klare Kriterien und konkrete Pläne, wie auf eine solche Lage zu reagieren sei. Mögliche Schritte könnten deswegen zu spät kommen.

Stand 18. Oktober fehlten an bayerischen Schulen laut Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) rund 2.300 Lehrerinnen und Lehrer wegen Corona. 2,37 Prozent der mehr als 100.000 Lehrkräfte seien an staatlichen Schulen mit dem Virus infiziert, hatte Piazolo damals nach einer Kabinettssitzung erklärt.

Neue Corona-Fälle zeigen, wohin die Entwicklung geht

Aktuell ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Bayern rückläufig. Die Zu- oder Abnahme der Neuinfektionen ist einer der besten Indikatoren, um die Entwicklung des Infektionsgeschehens zu überblicken. Die folgende Grafik zeigt die neu gemeldeten Corona-Fälle pro Tag in Bayern. Um den Meldeverzug an den Wochenenden besser auszugleichen, werden sie nicht nach Melde- sondern nach Referenzdatum gezeigt. Auch diese Daten stammen vom Robert Koch-Institut (RKI).

Bayern hält Maskenpflicht aktuell für nicht nötig

Eine Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen, wie eine Maskenpflicht im Unterricht, hält Piazolo nicht für sinnvoll. Aus pädagogischen Gründen sei der Unterricht ohne Maske "sehr gewinnbringend", insbesondere beim Unterricht von Fremdsprachen und in der Grundschule.

Seit dem 1. Oktober gelten in Deutschland neue Vorgaben für die Corona-Eindämmungsmaßnahmen. Demnach können die Länder in Schulen und sonstigen Ausbildungseinrichtungen für Beschäftigte und für Schülerinnen und Schüler ab dem fünften Schuljahr eine Maskenpflicht erlassen, wenn dies zur Aufrechterhaltung eines geregelten Präsenz-Unterrichtsbetriebs erforderlich ist. Den Schulen ist ausdrücklich nicht erlaubt, selbst eine Maskenpflicht zu verhängen.

Piazolo: Luftfilter in Schulen laufen lassen

Kultusminister Piazolo weist aber darauf hin, dass an den Schulen eine Empfehlung zum Tragen von Schutzmasken auf Begegnungsflächen gebe, also überall, wo es etwas enger zugehe. Trotzdem könne jeder freiwillig - seinem eigenen Sicherheitsempfinden entsprechend - auch darüber hinaus eine Maske tragen.

Auch wenn Masken und Tests an den Schulen nicht mehr vorgeschriebenen seien, gebe es weiter Schutzmaßnahmen, betonte der Minister. "Das Lüften ist das Wichtige." Vielerorts komme ein Luftfilter noch hinzu. Bei diesen Geräten gebe es zwar einen "Zielkonflikt" zwischen der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler auf der einen und dem Energiesparen auf der anderen Seite. Seine Empfehlung sei aber, die Geräte laufen zu lassen. Er halte Luftfilter "als weitere Unterstützung für sinnvoll". Allerdings seien die Geräte Eigentum der Kommunen. "Insofern bestimmen sie darüber."

Mit Informationen von AFP und epd.

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