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Viele Menschen fühlen sich von den Corona-Maßnahmen eingesperrt und verlieren jeden Antrieb. Nicht so zwei junge Männer aus dem oberbayerischen Pliening. Sie haben ein Mode-Label gegründet und dafür den Partykeller zur Werkstatt umfunktioniert.

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Corona und die Jugend: Auf Partys folgt ein eigenes Modelabel

Vor Corona haben Felix Homann und Conrad Braun aus dem Landkreis Ebersberg Partys geschmissen. Jetzt bedrucken sie Kleidung mit dem Logo "Young Independent". Und das ist nicht ihre einzige Geschäftsidee – der Spirit soll jungen Leuten Mut machen.

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Von
  • Barbara Leidl

Die Diskokugel in der Ecke hat ausgedient. Mitten auf der Tanzfläche steht seit ein paar Monaten eine Siebdruckmaschine. In die Rahmen sind verschiedene Druckvorlagen eingespannt. Alle tragen eine Botschaft: "Young Independent." Auf Deutsch übersetzt so viel wie "junge Unabhängigkeit". So heißt auch die Modemarke, die der 20-jährige Felix Homann und der 19-jährige Conrad Braun aus Pliening im Landkreis Ebersberg gegründet haben.

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Die beiden Freunde Felix Homann (links) und Conrad Braun sind jetzt auch Geschäftspartner.

Kapital für Start-up stammt aus Ferienjobs

Hinter diesem Motto steht der Gedanke, dass Jugendliche und junge Erwachsene lernen, unabhängig von einem "9-to-5"-Arbeitstag zu werden und sich stattdessen selbständig zu machen, sich selbst etwas aufbauen. Das versuchen die beiden Freunde mit ihrem Start-up zu zeigen. Die Finanzierung läuft bisher über Eigenkapital. Die Siebdruckmaschine konnten sie mit Erspartem aus Ferienjobs anschaffen.

Vom Partyhost zum Unternehmensgründer

Auf die Idee kamen der BWL-Student Felix und der Software-Entwickler-Azubi Conrad während der Corona-Pandemie. Weil keine Partys mehr im Keller von Felix' Elternhaus zu organisieren waren, hatten sie Zeit, sich über ihre Zukunft Gedanken zu machen. Sie schlugen sich durch den Bürokratie-Dschungel. "Als Firmengründer in Deutschland hat man's nicht leicht", lacht Felix.

Ziele: Gewinn machen und Bewegung starten

Von ihren Erkenntnissen sollen nun auch andere profitieren. "Unser Ziel ist es eigentlich, eine Bewegung zu gründen", erklären die beiden. Natürlich wollen sie auch irgendwann Gewinn machen. Vor allem aber wollen sie ihre Botschaft vermitteln – und "das geht am besten mithilfe der Klamotten". Im Moment ist der Zuspruch offenbar groß. Ihr Lager ist "fast leer gekauft", sagen die Jungunternehmer.

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Drucken, bügeln, verpacken - alles findet im ehemaligen Partykeller statt

Podcast und Hilfe für andere Start-ups

Die Firma ist zwar noch sehr jung, aber der Partykeller als Werkstatt reicht schon nicht mehr aus. Mittlerweile haben die beiden auch das Gästezimmer im Obergeschoss in Beschlag genommen. Dort recherchieren sie und fotografieren vor einer weißen Leinwand ihre Ware, professionell beleuchtet von Scheinwerfern. Für einen neuen Podcast für ihre Community ist auch schon ein Mikrofon aufgebaut.

Nächster Schritt: Raus aus dem Elternhaus

Um ihre Ziele auch in größerem Stil verwirklichen zu können, wollen sie bald raus aus dem Elternhaus. Der Traum ist ein eigenes Warehouse. "Wir wollen in Zukunft eine offene Werkstatt", erklärt Conrad Braun, "dass kleine Start-ups zu uns kommen können, ihre Ideen ausprobieren und einfach arbeiten können."

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Die Entwicklung des Logos aus einem normalen und einem umgedrehten Ypsilon dauerte vier Monate

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