Die Vorbereitungen laufen: Am Samstag beginnt das Oktoberfest in München.

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Wiesn-FAQ: Was man vor dem Oktoberfest wissen sollte

Wiesn-FAQ: Was man vor dem Oktoberfest wissen sollte

Am Samstag startet die Wiesn in München. Nach der coronabedingten Zwangspause stellen sich viele Fragen. Da geht es nicht nur um Masken und Hygieneregeln, sondern auch um Bierpreise und Dirndlschleifen. Hier sind die Antworten.

Nach zwei Jahren Corona-Pause beginnt am Samstag das Oktoberfest in München. Vor dem Wiesn-Besuch stellen sich etliche praktische Fragen - nicht nur zu Maske oder Bierpreisen. Unser FAQ gibt die Antworten.

Wo sind die Eingänge zur Wiesn?

Der Haupteingang befindet sich auf der nördlichen Seite der Theresienwiese. Aber auch auf den anderen Seiten des Geländes gibt es Eingänge zum Oktoberfest. Für die Anfahrt empfehlen sich öffentliche Verkehrsmittel. Mit der S-Bahn steigt man am besten an der Hackerbrücke aus. Bei der U-Bahn sind die Stationen Goetheplatz, Poccistraße oder Schwanthalerhöhe günstig gelegen.

Was darf ich auf das Gelände mitnehmen?

Erlaubt sind Taschen und Rucksäcke mit einem Volumen von maximal drei Litern bzw. mit einer Größe von höchstens 20 x 15 x 10 Zentimetern. Geld, Handy und Hausschlüssel sollten dort leicht Platz haben. Regenschirme und Gehhilfen werden in der Regel ebenfalls zugelassen, Messer und Glasflaschen aber nicht. Bei Sprühdosen liegt es letztlich im Ermessen der Security-Mitarbeitenden, ob sie in den Taschen bleiben dürfen - da kann es schon passieren, dass das Haarspray nicht mit darf. Was draußen bleiben muss, kann in der Gepäckaufbewahrung an den Eingängen deponiert werden.

Kinderwagen sind an den meisten Tagen bis 18 Uhr auf dem Festgelände erlaubt. Das gilt nicht an den Samstagen und am 3. Oktober. Übrigens: Ab 20 Uhr dürfen Kinder unter sechs Jahren – mit oder ohne Kinderwagen – nicht mehr in die Bierzelte.

Muss ich eine Maske dabei haben?

Für das Oktoberfest ist das nicht zwingend nötig. Es gelten dort keine speziellen Corona-Regeln. Das würde das aktuelle Infektionsschutzgesetz auch gar nicht zulassen, wie die Stadt betont. Schausteller und Gastronomiebetriebe bestimmen über eventuelle zusätzliche Maßnahmen selbst. Einige haben zum Beispiel schon angekündigt, dass Hygienespender aufgestellt werden.

Eine Maske sollte man trotzdem lieber einstecken, weil man sie unter Umständen für die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln braucht. In SBahn, U-Bahn, Bus und Tram zum Beispiel gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske.

Gibt es beim Oktoberfest Teststationen?

Nein, es werden keine eigenen Stationen eingerichtet. Allerdings gibt es in der Umgebung diverse Möglichkeiten, sich zu testen. Alternativ kann man das auch schon vor dem Start zur Wiesn erledigen – an einer Station oder mit einem Selbsttest. Wer sich krank fühlt oder Symptome hat, sollte vorsichtshalber ohnehin daheim bleiben.

Wie sehen die Öffnungszeiten aus?

Am ersten Wiesn-Tag öffnen die Zelte um 9 Uhr, ab 12 Uhr gibt es auch Bier. Ansonsten gilt: Samstags, sonntags und am 3. Oktober sind die Zelte von 9 bis 23.30 Uhr geöffnet, montags bis freitags von 10 bis 23.30 Uhr. Die Fahrgeschäfte legen am ersten Tag um 12 Uhr los und sind dann bis Mitternacht in Betrieb. Ansonsten laufen sie immer ab 9 Uhr und bis mindestens 23.30 Uhr.

Die "Oide Wiesn" ist am ersten Tag ab 12 Uhr und dann täglich von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Bier gibt es aber nur bis 21.30 Uhr.

Eine Besonderheit in diesem Jahr: Das Oktoberfest dauert einen Tag länger, weil der 3. Oktober als Feiertag auch noch "mitgenommen" wird.

Wie läuft das Anzapfen ab?

"Ozapft" wird traditionell um Punkt 12 Uhr im Schottenhamel-Zelt, und diese Aufgabe übernimmt auch immer der Oberbürgermeister. Der amtierende Rathauschef Dieter Reiter (SPD) hat das bisher immer sehr souverän gelöst: Zwei Schläge reichen ihm, um das Bier zum Laufen zu bringen, was er normalerweise mit den Worten "Auf eine friedliche Wiesn!" kommentiert. Die erste Maß bekommt Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Das Anzapfen wird vom Bayerischen Fernsehen live übertragen.

Welche Zelte gibt es sonst noch?

Auf dem Oktoberfest gibt es fast 40 Zelte unterschiedlicher Größe mit insgesamt 120.000 Sitzplätzen. Die größeren sind das Armbrustschützen-Festzelt, die Augustiner Festhalle, die Bräurosl, das Festzelt Tradition, die Fischer-Vroni, das Hacker Festzelt, das Herzkasperl Festzelt, das Hofbräu Festzelt, die Käfer Wiesn-Schenke, Kufflers Weinzelt, das Löwenbräu Festzelt, das Marstall Festzelt, die Ochsenbraterei, das Paulaner Festzelt, die Schottenhamel Festhalle, das Schützen Festzelt und das Volkssängerzelt Schützenlisl.

In den Biergärten muss man sich übrigens heuer bei schlechtem Wetter noch etwas wärmer als sonst anziehen: Die Wirte haben angekündigt, als Beitrag zum Energiesparen auf die Heizpilze draußen zu verzichten.

Wie viel kostet die Maß Bier?

Für den Liter Festbier muss man heuer bis zu 13,80 Euro zahlen. Der Alkoholgehalt liegt bei bis zu 6,4 Prozent. Gute Bedienungskräfte können übrigens bis zu 18 Maß auf einmal tragen. Der Durst ist schließlich groß: 2019 wurden 7,3 Millionen Liter Bier getrunken – und unter anderem auch 435.000 Hendl sowie 124 Ochsen verspeist.

Noch keine Erfahrungswerte gibt es bei der veganen Weißwurst, die heuer zum ersten Mal angeboten wird. Die Basis sind Erbsenproteine statt Kalb- und Schweinefleisch. Rein optisch ist die vegane Weißwurst etwas kleiner, und sie hat keine Haut.

Wo bekomme ich einen Bierkrug für daheim?

Auf gar keinen Fall einfach im Festzelt mitnehmen – das ist Diebstahl. Wer ein Souvenir möchte, kann aber beim Oktoberfest einen der offiziellen Wiesnkrüge kaufen, auf dem dasselbe Motiv wie auf den Plakaten zu sehen ist. In diesem Jahr sind es der Engel Aloisius und das Münchner Kindl. Händchenhaltend gehen sie in ein Bierzelt und dabei zugleich auf ein Riesenrad zu, das in gelbem Licht strahlt.

Wie kann ich einen Tisch in einem Festzelt reservieren?

Nachdem es keine zentrale Reservierungsstelle gibt, muss man sich an die Büros der jeweiligen Zelte wenden. Es gibt aber auch Plätze, die gar nicht reserviert werden können – allerdings sollte man auch da nicht zu spät aufs Oktoberfest kommen.

Wie viele Fahrgeschäfte gibt es?

180 Fahr-, Schau- und Belustigungsgeschäfte stehen bereit. Manche gibt es wirklich nur beim Oktoberfest – zum Beispiel das "Teufelsrad", die "Krinoline" und das "Varieté Schichtl". Ermäßigte Fahr- und Eintrittspreise gelten an den Familientagen – das sind die beiden Dienstage.

Was ist bei der Kleidung zu beachten?

Angeblich sagt die Dirndl-Schleife einiges über die jeweilige Frau aus: Ist die Schleife von der Frau aus gesehen vorne rechts gebunden, bedeutet das, dass die Frau in einer Beziehung ist. Wird die Schleife vorne links gebunden, signalisiert das: "Ich bin Single." Ob das freilich allen auch so bekannt und bewusst ist, steht auf einem anderen Papier.

Wohin wende ich mich, wenn ich Hilfe brauche?

Hinter dem Schottenhamel-Zelt befindet sich das Servicezentrum. Dort haben zum Beispiel die Polizei und die Sanitätsstation ihre Räume, es gibt ein Fundbüro, einen Raum zum Stillen und Wickeln sowie einen "Safe Space".

Um medizinische Notfälle kümmern sich mehr als 450 Mitarbeitende der Aicher Ambulanz Union und zehn Ärzte. Die Sanitätsstation wird erstmals auch nachts betrieben, um Kliniken und Rettungsdienste zu entlasten. Neu ist auch, dass vor Ort eine Computertomographie gemacht werden kann, damit weniger Verletzte in den Notaufnahmen der Krankenhäuser landen.

Ebenfalls im Servicezentrum ist der "Safe Space", zu dem man über den Eingang "Erste Hilfe" gelangt. Die geschützten Räume sind für alle gedacht, die etwa sexuelle Gewalt erleben oder Opfer von Handtaschenraub wurden. Geöffnet ist an allen Wiesntagen von 18 bis ein Uhr – freitags, samstags und am 3. Oktober bereits ab 15 Uhr.

Im Fundbüro werden jedes Jahr um die 4.000 Gegenstände abgegeben. Abgeholt wird übrigens nur etwa ein Fünftel.

Muss ich mir wegen einer möglichen Überlastung der Krankenhäuser Sorgen machen?

Der städtische Krisenstab würde dann "Handlungen ableiten", sagt Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU). Aber auch andere Volksfeste wie zuletzt das Herbstfest in Rosenheim hätten "solche Situationen nicht provoziert". Man müsse deshalb "nicht den Teufel an die Wand malen" und sollte "positiv in die Zukunft schauen", meint der Wiesnchef.

Was kann ich als Anwohner gegen die Hinterlassenschaften der Wiesn-Besucher tun?

Die Stadt München bietet allen Anwohnern der Festwiese einen speziellen Reinigungsservice an. Dafür steht ein mobiles Reinigungsteam mit Fahrzeug und Hochdruckreiniger bereit, um private Wege bis zur Haustür und Einfahrten bis zum Garagentor sauber zu machen. Verschmutzungen können online gemeldet werden.

... und wenn es mir auf dem Oktoberfest einfach zu voll ist?

Dann gibt es auch in diesem Jahr die "WirtshausWiesn“. Die Aktion war 2020 eigentlich als eine Art "Trostpflaster" in Pandemie-Zeiten ins Leben gerufen worden. Nun wird sie aber beibehalten. Mehr als 50 Gasthäuser und Lokale samt den dazugehörigen Biergärten machen von 17. September bis 3. Oktober mit. Überall wird entsprechend dekoriert. Es gibt Wirtshausmusik, Hendl und Haxn, Ochs am Spieß und Steckerlfisch und Lebkuchenherzl. Das Personal trägt Tracht und die Kundschaft idealerweise auch.

Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner über den bevorstehenden Start des Oktoberfests.

Bildrechte: BR

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