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Schülerinnen und Schüler aus Lichtenfels lernen im Wald, welche Folgen der Klimawandel hat.

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Wald als Klassenzimmer: Wo der Klimawandel sichtbar ist

Wald als Klassenzimmer: Wo der Klimawandel sichtbar ist

In Lichtenfels lernen Zehntklässler praxisnah, welche Folgen der Klimawandel hat. Nämlich dort, wo die Auswirkungen sichtbar sind: im Wald. Um den Wald robuster und klimaresistenter zu machen, legen die Schülerinnen und Schüler selbst Hand an.

Gespannt lausche die Schülerinnen und Schüler des Meranier-Gymnasiums Mirko Donath, während der Experte der Bayerischen Staatsforsten erklärt, wie weit die Wurzeln eines kleinen Baumes bei der Pflanzung in die Erde kommen. Mit Spaten und kleinen Setzlingen bewaffnet, ziehen die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler anschließend los. Der Lerneffekt ist nach drei Tagen Wald-Unterricht bereits spürbar.

Begreifbare Auswirkungen des Klimawandels

Die Schüler sind an diesem kalten Novembermorgen auf einer Fläche im Wald bei Lichtenfels. Hier sind die Auswirkungen des Klimawandels direkt spürbar: Nach heißen und trockenen Jahren hat hier der Borkenkäfer gewütet, alle Bäume mussten gefällt werden. Für die 16-jährige Fiona war es regelrecht "ein Schock", als sie am Morgen die Brachfläche gesehen hat. Umso motivierter hebt sie zusammen mit ihren Freundinnen den lockeren Waldboden aus und setzt eine kleine Lärche ein.

Modellprojekt Umweltstation Weismain

Organisiert wird das Modellprojekt "Wald-Wandel(n)" von der Umweltstation Weismain des Landkreises Lichtenfels. Ziel ist es, junge Menschen möglichst früh für das Thema Klimawandel und seine Auswirkungen zu sensibilisieren, erklärt Michael Stromer von der Umweltstation. Unterstützt wird die Aktion durch den staatlichen Forstbetrieb Rothenkirchen und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg-Kulmbach. Die Jugendlichen befassen sich drei Tage lang in verschiedenen Fächern mit dem übergeordneten Thema Klimawandel und fassen ihre Erkenntnisse am Ende in einem persönlichen Statement zusammen. Das könne ein Video, ein Gedicht oder ein Social-Media-Post sein, erklärt Michael Stromer.

Praxisnahes Lernen ist erfolgreich

Bei den Schülerinnen und Schülern kommt der Unterricht im Wald sehr gut an, mit Begeisterung pflanzen sie die kleinen Bäume in den Waldboden. Der 15-jährige Lars ist immer noch von einer 200 Jahre alten Buche beeindruckt, die am Tag zuvor Thema war. Wenn er sich vorstelle, wie alt diese Bäume werden und wie lange es dauere, bis sie groß werden, das würden wohl eher seine eigenen Enkel miterleben, meint er. Lars und seine Mitschüler seien jetzt dafür verantwortlich, dass die Menschen auch in 100 und 200 Jahren noch frische Luft atmen können, resümiert Lars, während er eine kleine Buche in den Waldboden pflanzt. Die Bedeutung des Themas Klimawandel haben die Jugendlichen während des Wald-Unterrichts auf jeden Fall erkannt und verinnerlicht.

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