BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
© BR
Bildrechte: BR

Bayern wird in der kommenden Woche mit Präsenzunterricht an den Schulen starten. Das sagte Kultusminister Piazolo dem BR. Allerdings müsse immer auf die weitere Entwicklung der Corona-Lage geschaut und Entscheidungen gegebenenfalls angepasst werden.

282
  • Artikel mit Video-Inhalten

Piazolo: Nach den Ferien wieder Präsenzunterricht an Schulen

Die Sorge vor der Omikron-Variante hat zuletzt auch die Diskussion um Schulschließungen neu entfacht. Kultusminister Piazolo bekräftigt nun im BR, dass Bayern nach den Weihnachtsferien mit Präsenzunterricht starten wird.

Von
BR24  RedaktionBR24 RedaktionChristine KerlerChristine Kerler
282

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo hat angekündigt, dass die Schulen im Freistaat in der kommenden Woche wieder mit Präsenzunterricht starten. In der BR24 Rundschau sagte er: "Wir wollen Präsenzunterricht, wir hatten Präsenzunterricht, wir werden in der nächsten Woche so wie andere Bundesländer auch mit Präsenzunterricht starten."

Nach dem Bund-Länder-Treffen am Freitag werde es keine neue Vorlage geben, die dann übers Wochenende von den Schuldirektoren wieder angepasst werden müsse, versicherte der Minister. Er schloss aber nicht aus, dass es in Absprache mit dem Gesundheitsministerium noch Detail-Änderungen bei den Quarantäne-Regelungen geben werde.

Piazolo: Auf alles vorbereitet

Der Freie-Wähler-Politiker räumte ein, dass noch nicht abzuschätzen sei, welche Auswirkungen die Omikron-Variante des Coronavirus haben werde, aber man sei auf alles vorbereitet. "Es gilt immer, Corona und die Entwicklungen und Mutationen zu beobachten", betonte der Minister.

Unter anderem Lehrerverbände hatten mit Blick auf Omikron in jüngster Zeit gefordert, auch eine Rückkehr zum Distanzunterricht zumindest in Erwägung zu ziehen. Piazolo sagte, eine Zahl, bei welcher Inzidenz es doch wieder Distanzunterricht geben müsse, gebe es nicht. Der "entscheidende Faktor" sei die Krankenhausbelegung, nicht die Inzidenz. Piazolo versicherte in dem Interview auch, dass man sich um Kinder mit Lernrückständen aus der Zeit des Distanzunterrichts intensiv bemühen werde.

Kultusminister beraten am Mittwoch

Am Montag öffneten die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen und Rheinland-Pfalz wieder ihre Türen. In Berlin gilt - außer für geimpfte Schüler - zunächst eine tägliche Testpflicht. Am Dienstag folgen das Saarland, am Mittwoch Hamburg und - je nach Entscheidung der Schulen - auch Thüringen. Die andere Hälfte der Bundesländer nimmt den Schulbetrieb nach derzeitiger Planung in der kommenden Woche wieder auf.

Die zuständigen Kultusminister der Länder beraten am Mittwoch in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen. Die Ergebnisse dürften auch in die Gespräche der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Freitag einfließen, wo es um mögliche weitere Maßnahmen im Zusammenhang mit der befürchteten Omikron-Welle gehen wird. Die Kultusminister hatten sich in den vergangenen Monaten immer für ein Offenhalten der Schulen ausgesprochen.

Flächendeckende Schulschließungen nicht möglich

Flächendeckende Schließungen sind nach Änderungen am Infektionsschutzgesetz durch die Ampel-Parteien nicht mehr möglich. Thüringen musste deshalb den Plan zurückziehen, mit Distanzunterricht ins neue Jahr zu starten. Bildungsminister Helmut Holter (Linke), der damit "vor die Welle kommen" wollte, überlässt es nun den Schulen in Thüringen selbst, wie sie vorgehen wollen.

Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger bekräftigte ihre Position: "Präsenzunterricht ist eine Frage der Chancengerechtigkeit", schrieb die FDP-Politikerin bei Twitter. "Wir müssen alles tun, um Schulen offen zu halten. Allen Schülern, Eltern und Lehrern einen guten und sicheren Start!" Der Vorsitzende des Bildungsausschusses des Bundestags, Kai Gehring (Grüne), twitterte: "Unterricht in Präsenz fällt den meisten Lernen leichter als in Distanz. Darum ist Schulen offenhalten wichtig - mit Tests, Masken, Impfangeboten, Luftfiltern."

Präsenzunterricht um jeden Preis? Meinungen gehen auseinander

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rief dazu auf, den Betrieb an den Schulen auch bei steigenden Corona-Zahlen aufrechtzuerhalten. Es gebe eine Reihe an Möglichkeiten, trotz anziehender Pandemielage Schulschließungen zu vermeiden, sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach der "Ärzte Zeitung" (online).

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrick Wüst äußerte sich im im ARD-Morgenmagazin: "Wir wollen, dass Kinder solange es irgend vertretbar ist, Unterricht haben - möglichst in Präsenz, möglichst in der Klasse."

Der Deutsche Kinderschutzbund hatte sich kritisch zum strikten Beharren auf Präsenzunterricht geäußert. "Es kann keine Lösung sein, unter allen Umständen auf Präsenzunterricht zu pochen", hatte Präsident Heinz Hilgers der "Rheinischen Post" gesagt.

© BR
Bildrechte: BR

Was erwartet uns nach den Ferien? Diese Frage stellen sich auch Bayerns Schüler und ihre Lehrer. Geht es zurück ins Klassenzimmer, oder gibt es doch wieder Homeschooling? Eine Woche vor Schulanfang sind viele Fragen offen.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Sendung

BR24 Rundschau

Schlagwörter