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Es kommt wieder Bewegung in die Flutpolder-Diskussion: Eine Studie der Bundesanstalt für Gewässerkunde zeigt, dass Flutpolder ein wirksames Mittel im Hochwasserschutz sind. Polder-Befürworter fordern deswegen jetzt schnelles Handeln.

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Studie: Donau-Flutpolder wirksames Mittel im Hochwasserschutz

Es kommt wieder Bewegung in die Flutpolder-Diskussion: Eine Studie der Bundesanstalt für Gewässerkunde zeigt, dass Flutpolder ein wirksames Mittel im Hochwasserschutz sind. Polder-Befürworter fordern deswegen jetzt schnelles Handeln.

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Von
  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

In der Diskussion um die Wirksamkeit von Flutpoldern an der Donau gibt es jetzt neue Erkenntnisse. Wissenschaftler der Bundesanstalt für Gewässerkunde haben herausgefunden, dass durch Hochwasserschutzmaßnahmen wie Flutpolder die Pegelstände künftiger großer Hochwasser über weite Streckenabschnitte zwischen zehn und 50 Zentimeter reduziert werden könnten.

Anwohner und Landwirte wehren sich zum Teil gegen Polder

Diese Nachricht dürfte eine alte Diskussion neu anheizen. Denn mehrere Donau-Städte in Niederbayern reagierten empört, als das bayerische Kabinett 2018 beschlossen hatte, den geplanten Bau von Poldern im Raum Ingolstadt und Regensburg zu stoppen. Die Freien Wähler hatten diesen Punkt im Koalitionsvertrag durchgesetzt. Denn Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) zweifelt den Nutzen von Poldern im Verhältnis zu den Kosten an. Außerdem gibt es in der Oberpfalz auch Gegner: Im östlichen Landkreis Regensburg wehren sich Anwohner und Landwirte gegen die geplanten Hochwasser-Polder.

Rückhalteflächen schützen Gebiete donauabwärts

In Folge des Kabinettsbeschlusses verabschiedeten Donau-Städte wie Straubing, Deggendorf und Passau Resolutionen. Sie dürften die neuen Ergebnisse freuen. Polder sind eingedeichte Rückhalteflächen, die bei Hochwasser geflutet werden können und so erhebliche Wassermassen aus den Flüssen nehmen. Soll heißen: Kann sich die Donau unter anderem in Oberbayern ausbreiten, gehen die Städte donauabwärts nicht so extrem unter.

Druck auf Glauber und Aiwanger

Der Passauer Landtagsabgeordnete Christian Flisek (SPD) fordert nun eine zügige Entscheidung zu den geplanten Flutpoldern in Bertoldsheim im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und Eltheim und Wörthof im Landkreis Regensburg. "Umweltminister Thorsten Glauber muss sich endlich gegen seinen Parteifreund und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger behaupten, der die Polder mit allen politischen Mitteln zu verhindern versucht", fordert Flisek in einer Mitteilung.

Die Freien Wähler setzen auf einen Mix aus Maßnahmen. 2018 sagte Glauber, er wolle auch ein Gutachten abwarten, das sich auch mit dem Schutz der Polder-Anwohner vor Grundwasser auseinandersetzt.

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