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Flutpolder: Nächste Planungsrunde - Widerstand bei Anrainern | BR24

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Michael Waldinger vom Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt am ersten Donaupolder Riedensheim

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    Flutpolder: Nächste Planungsrunde - Widerstand bei Anrainern

    Die Planungen für den Flutpolder Großmehring, im Landkreis Pfaffenhofen, gehen in die nächste Runde. Die Regierung von Oberbayern hat am Montag das Raumordnungsverfahren abgeschlossen. Doch in den Anrainergemeinden regt sich bereits Widerstand.

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    Von
    • Susanne Pfaller
    • Daniela Olivares

    Der Flutpolder Großmehring geht in die nächste Planungsrunde. Die Regierung von Oberbayern hat das Raumordnungsverfahren abgeschlossen (25.1.). Doch in den Anrainergemeinden bildet sich erheblicher Widerstand gegen den Bau. Das sagte der Bürgermeister von Manching gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

    Teil des bayerischen Hochwasserschutzes

    Der gesteuerte Flutpolder im Süden der Gemeinde Großmehring im Kreis Pfaffenhofen soll ein Teil des bayerischen Hochwasserschutzprogramms werden. Er dient dem Hochwasserrückhalt und der gezielten Absenkung von Hochwasserspitzen. Gleichzeitig sind bis heute viele Fragen entstanden - vor allem wie sich das Projekt mit dem Umweltschutz und der Landwirtschaft vereinbaren lässt.

    Mittlere Poldervariante zu groß für Anrainer

    Die Regierung von Oberbayern hat sich als die zuständige höhere Landesplanungsbehörde für die mittlere Variante (Variante drei) des Polders entschieden. Sie umfasst eine Rückhaltefläche von knapp 350 Hektar, ist also wesentlich größer als die kleinste Variante mit 260 Hektar. Unter den Anrainergemeinden ist der Widerstand jedoch groß. Manching, als die am stärksten betroffene Gemeinde, lehnt den Polder in dieser Größe ab.

    Angst vor PFC-Kontaminierung

    Bürgermeister Herbert Nerb (FW) befürchtet vor allem eine Kontaminierung mit PFC. Die Chemikalie wurde im großen Stil auf dem Flugplatz in Manching nachgewiesen und wird derzeit von der Bundeswehr in einem Langzeitprojekt wieder mühsam entfernt.

    Kommt der Polder, könnte das PFC bei einer Überflutung im schlimmsten Fall auf die nahe gelegenen Ackerflächen gelangen und diese verunreinigen. "Wir bevorzugen kleine Polder, die sich in die Natur einfügen, kostengünstiger sind und deutlich weniger Schaden an Flora und Fauna anrichten", stellt Nerb klar.

    Entscheidung fällt erst später

    Pfaffenhofens Landrat Albert Gürtner hat als Vorsitzender des Planungsverbands der Region Ingolstadt dem Polder-Projekt mit Vorbehalt zugestimmt. Nach seiner Vorstellung müssen PFC-Schäden sowie Schäden durch die Veränderung des Grundwasserspiegels verhindert werden. Auch der Naturschutz sei zu berücksichtigen.

    Auf das Raumordnungsverfahren folgt jetzt die sogenannte "landesplanerische Beurteilung": Dieses fachbehördliche Gutachten stellt fest, ob ein Vorhaben oder eine Variante davon raumverträglich, nicht raumverträglich oder unter bestimmten Maßgaben raumverträglich ist. Eine rechtsverbindliche Entscheidung fällt erst in einem späteren Genehmigungsverfahren, darin wird auch das Raumordnungsverfahren berücksichtigt.

    Flutpolder gegen Hochwasser

    Flutpolder sind Rückhalteräume und werden neben Flüssen angelegt. Bei starkem Hochwasser kann gezielt Wasser in den Polder eingeleitet werden. Der Rückhalteraum, wird durch Deiche zum Fluss und in manchen Fällen zum Hinterland abgegrenzt. Der Flutpolder hilft dabei einen kritischen Wasserstand im Fluss zu senken.

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