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Aus einer Ebene erhebt sich die Stadt Nördlingen. Diese fast 350 Quadratmeter große Ebene ist der Krater des Nördlinger Rieses.

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Meteoritenkrater: Geopark Ries erhält Unesco-Titel

Der Geopark Ries mit seinem kilometergroßen Meteoritenkrater ist der erste Unesco-Geopark Bayerns. Diese Entscheidung hat die Unesco auf ihrer Vollversammlung in Paris bekannt gegeben. Der Titel soll auch Besucher ins Nördlinger Ries locken.

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Tobias HildebrandtTobias HildebrandtBeate MangoldBeate Mangold
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Für den Geopark Ries im Norden Schwabens ist es eine Sensation und eine Belohnung für jahrelange Arbeit: Die Unesco-Vollversammlung in Paris hat entschieden, dass das Nördlinger Ries in die Liste der "Unesco Global Geoparks" aufgenommen wird. Damit gehört der Geopark Ries jetzt zu 170 Unesco-Geoparks weltweit. In Deutschland ist es der achte und in Bayern der erste.

Nördlinger Ries entstand durch Asteroiden vor 15 Millionen Jahren

Neben den Welterbestätten der Unesco, wie dem Augsburger Wassermanagement-System, und den Biosphärenreservaten, sind die Geoparks eine weitere Auszeichnungskategorie der Unesco. Als Unesco-Geopark verpflichtet sich der Geopark Ries, die geologischen Besonderheiten zu erhalten und zu schützen. Das Nördlinger Ries ist ein im Durchmesser 25 Kilometer großer Krater, er erstand durch den Einschlag eines eineinhalb Kilometer großen Asteroiden vor rund 15 Millionen Jahren. Der Krater gilt heute als einer der am besten erhaltenen und zugänglichen Meteoritenkrater der Welt.

Als Geopark eine nachhaltige Entwicklung fördern

Der Geopark verpflichtet sich mit der Auszeichnung auch, sich für die Ziele der nachhaltigen Entwicklung der Unesco einzusetzen. Es geht also nicht nur darum, durch den Unesco-Titel bekannter zu werden und Touristen nach Nordschwaben zu locken. Auch die Menschen vor Ort sollen profitieren.

Projekte zur nachhaltigen Entwicklung sind im Ries zum Beispiel Geoparkschulen. Das sind reguläre Schulen, an denen Nachhaltigkeit im Unterricht besonders thematisiert wird. Aber zum Beispiel ebenfalls geplante Rad- und Wanderwege zu verschiedenen Geotopen sollen Bildung, Naherholung und sanften Tourismus kombinieren – für eine insgesamt nachhaltige Entwicklung der Region.

Geopark will sanften Tourismus ausbauen

Stefan Rößle, Landrat des Landkreises Donau-Ries

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Stefan Puchner

Der Unesco-Titel sei eine Chance, international bekannter zu werden, sagte die Geschäftsführerin des Geoparks Ries, Heike Burkhardt, dem BR. Unesco stehe für Qualität. Man wolle keinen "overtourism", also von Besuchern überrannt werden, aber schon den sanften Tourismus ankurbeln. Ziel sei es, dass nicht nur Tagesgäste kämen, sondern die Besucher länger blieben und damit auch zur wirtschaftlichen Entwicklung beitrügen.

Der Geopark Ries soll aber auch für die Einheimischen eine lebenswerte und attraktive Region bleiben, so Burkhardt. Dem Unesco-Titel ging eine aufwendige Bewerbung des Geoparks Ries voraus, sowie eine mehrtägige Bereisung durch internationale Prüferinnen und Prüfer der Unesco.

Landrat im Landkreis Donau-Ries: "Enorme Chancen"

Der Donau-Rieser Landrat Stefan Rößle erklärte laut Pressemitteilung, es sei richtig gewesen, auf diesen Prozess zu setzen. Man stehe jetzt vor einem neuen Kapitel im Geopark-Buch. Die Auszeichnung biete der Geopark-Region enorme Chancen.

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