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Eisi Gulp und Helmut Dörner sind gegen die geplante Erdgasförderung bei Halfing.

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    Geplante Erdgasförderung in Halfing – Eisi Gulp hält dagegen

    In Halfing im Landkreis Rosenheim will ein Energiekonzern eine Erdgasförderung wiederaufnehmen. Dagegen wehrt sich eine Bürgerinitiative - mit Unterstützung von Schauspieler Eisi Gulp.

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    • Dagmar Bohrer-Glas

    Die geplante Förderung des fossilen Brennstoffs Erdgas stößt in Halfing auf Widerstand. Angeblich habe es doch auch mittlerweile die Politik verstanden, dass unser größtes Problem der Klimawandel ist, dann könne man doch nicht hergehen und ausgerechnet in dieser Zeit noch einen draufsetzen, findet Schauspieler Eisi Gulp. Er sieht eine Diskrepanz zwischen den Ankündigungen der Regierung und dem Handeln vor Ort.

    Umweltschäden werden befürchtet

    Der geplante Bohrplatz in Irlach soll auf einer großen Wiese am Waldrand entstehen. Nicht weit davon entfernt liegen versteckt Quellen und ein Bach. Dort hat die Bürgerinitiative Pro Halfing ein Plakat aufgehängt mit der Aufschrift "Stoppt die Gasbohrung in Halfing! Unser Wasser ist in Gefahr!"

    Angst um Trinkwasserqualität

    Auch wenn der Energiekonzern Wintershall/DEA versichert, dass Gewässerschutz einen sehr hohen Stellenwert habe, befürchtet die Bürgerinitiative Pro Halfing Auswirkungen auf das Trinkwasser. Technik sei eben auch fehlbar, meint Sprecher Helmut Dörner, der vor allem Lecks fürchtet, die unbemerkt bleiben könnten. Mit einer Online-Petition, die bereits über 1000 Unterschriften vorweisen kann, will sich die Bürgerinitiative an den Bayerischen Landtag wenden.

    Wirtschaftsministerium hält an Erdgas fest

    Für das Bayerische Wirtschaftsministerium ist Erdgas bis zum vollständigen Ausbau der erneuerbaren Energien als Brückentechnologie unverzichtbar. Erdgas sei gerade mit Blick auf die Klimabilanz der anderen fossilen Energieträger Kohle und Öl vorzuziehen, heißt es auf BR Anfrage. Die Erdgasförderung in Halfing habe erst mal keine unmittelbare Verbindung zum CO2-Ausstoß. Wie lange Erdgas noch Brückentechnologie bleibe, hänge davon ab, wie schnell der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz vorankommen, zum Beispiel durch grünen Wasserstoff oder Bioenergie, so das Ministerium.

    Energiekonzern wirbt mit heimischer Produktion

    Wintershall DEA will in Irlach die Erdgasförderung wiederaufnehmen. Bis 1996 wurde in der Gemeinde Halfing zehn Jahre lang Gas gefördert. Nach Angaben von Wintershall DEA könnten 80 000 Haushalte jährlich mit dem Erdgas aus Irlach versorgt werden. Derzeit ist eine Förderung bis 2050 geplant. Es gehe um heimisches Erdgas für bayerische Endverbraucher in Bayern, argumentiert Wintershall/DEA. Als potentieller Abnehmer werden u.a. die Stadtwerke Rosenheim genannt.

    Dialogforum soll Öffentlichkeit einbinden

    Miteinander ins Gespräch kommen, eventuelle Missverständnisse aufklären und den Befürchtungen angemessen gegenübertreten. Das sei das Ziel eines Dialogforums, das Wintershall/DEA in Kürze online starten möchte, unter Beteiligung einer neutralen Moderation. Man sei an einem ergebnisoffenen Prozess interessiert, so Sprecher Holger Schmidt. Die vorab ausgewählten Teilnehmer sollen dabei einen Querschnitt der Halfinger Bevölkerung repräsentieren.

    Entscheidung liegt beim Bergamt Süd

    Im Frühjahr 2022 soll die Erkundungsbohrung starten. 1900 Meter tief lagert das Halfinger Erdgas im Sandgestein, gebohrt werden soll bis zu 3000 Meter tief. Der Einsatz der Fracking-Methode wird von Wintershall/DEA ausdrücklich ausgeschlossen. Ob der Bohrplatz in Irlach eingerichtet wird, entscheidet das Bergamt Südbayern, dass bei der Regierung von Oberbayern angesiedelt ist.

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