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#fragBR24💡 Inwieweit ist Umweltschutz gut fĂŒr die Gesundheit? | BR24

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Wenn wir Menschen die LebensrÀume von Tieren zerstören, dann gefÀhrden wir nicht nur unsere Umwelt, sondern auch unsere eigene Gesundheit. Laut Studien kann uns mehr Umwelt- und Klimaschutz vor Pandemien wie Corona bewahren. Wie das? #fragBR24

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#fragBR24💡 Inwieweit ist Umweltschutz gut fĂŒr die Gesundheit?

Wenn wir Menschen die LebensrÀume von Tieren zerstören, dann gefÀhrden wir nicht nur unsere Umwelt, sondern auch unsere eigene Gesundheit. Laut Studien kann uns mehr Umwelt- und Klimaschutz vor Pandemien wie Corona bewahren. Wie das?

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Corona, Influenza, Ebola, Aids, Pest. Sie alle sind Krankheiten, die ursprĂŒnglich aus dem Tierreich stammen. Wie fast 70 Prozent der beim Menschen vorkommenden Infektionskrankheiten. Bakterien, Viren oder Pilze ĂŒbertragen sie von Tieren auf den Menschen. Es sind ĂŒber 200 Krankheiten bekannt, die zu den Zoonosen gezĂ€hlt werden, also zu den Krankheiten, die wechselseitig zwischen Tieren und Menschen ĂŒbertragen werden.

Ihre Erforschung wird immer wichtiger, da sich Erreger sowie die tierischen ÜbertrĂ€ger immer schneller und weiter ausbreiten. Die Zahl der Infektionskrankheiten ist in den letzten 30 Jahren gestiegen, was auch an einer besseren Diagnostik liegt, aber nicht nur. Weltweites Reisen etwa trĂ€gt dazu bei wie auch globale GĂŒtertransporte, VerĂ€nderungen bei der Lebensmittelproduktion, Klimawandel oder Umweltzerstörung.

Zerstörte LebensrÀume von Tieren gefÀhrden auch den Menschen

Vor allem durch Klimawandel und Umweltzerstörung werden viele LebensrĂ€ume zerstört. Viele Tiere mĂŒssen sich somit neue LebensrĂ€ume suchen. Hier kommen sie dann mit anderen Tieren in Kontakt, denen sie ohne die Zerstörung ihres Lebensraums sonst nicht begegnet wĂ€ren. In ihrer neuen Heimat ist der Lebensraum dann aber nicht nur enger. Die Tiere rĂŒcken auch nĂ€her an den Menschen heran und Viren haben es somit leichter, von einer Art auf eine andere Art ĂŒberzugreifen und sich zu verbreiten.

"Wenn Menschen in WĂ€lder vordringen, dann stören sie erstmal die Ökosysteme. Das bedeutet: Tiere kommen miteinander in Kontakt mit anderen Wildtieren, die vielleicht normalerweise nicht in Kontakt gekommen wĂ€ren. Und auch mit den Menschen. Das können absichtliche Kontakte sein, wenn Menschen Wildtiere jagen oder unabsichtliche sein, wenn Essen vielleicht mit Kot von Tieren kontaminiert ist." Arnulf Köhncke, Leiter Artenschutz WWF

Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt – alles spielt zusammen

Eng verknĂŒpft ist demnach die Gesundheit des Menschen nicht nur mit der Gesundheit der Tiere, sondern auch mit dem Zustand und der Gesundheit der Umwelt. Intakte Natur sei "ein Bollwerk gegen neue Krankheitserreger und Pandemien", so der WWF. Deutschland mĂŒsse sich dafĂŒr einsetzen, dass Entwaldung weltweit gestoppt und LebensrĂ€ume erhalten werden.

"Die Gesundheit von Menschen, Wildtieren und Umwelt muss konsequent zusammen gedacht werden. Wir mĂŒssen unsere Beziehung zur Natur ĂŒberdenken und korrigieren. Die ZusammenhĂ€nge zwischen gesunden, vielfĂ€ltigen LebensrĂ€umen einerseits und der menschlichen Gesundheit andererseits mĂŒssen bei der globalen Gesundheitsvorsorge in den Fokus gestellt werden." Eberhard Brandes, Vorstand WWF Deutschland

Um das Risiko von Zoonosen und von Pandemien zu verringern, mĂŒsste demnach weltweit Umwelt- und Artenschutz stĂ€rker vorangebracht werden. Unter anderem durch den Schutz von natĂŒrlichen LebensrĂ€umen und der BiodiversitĂ€t, durch eine Ausweitung von Schutzgebieten, ein Verbot von Wildtierhandel und die Aufforstung von WĂ€ldern.

"Lebensraumzerstörung wie Entwaldung sowie illegaler oder schlecht regulierter Wildtierhandel machen hĂ€ufigere und schwerwiegendere AusbrĂŒche von Infektionskrankheiten wahrscheinlicher. Das fĂŒhren uns die SARS-Pandemie von 2002/2003 und die aktuelle COVID-19-Krise drastisch vor Augen." Eberhard Brandes, Vorstand WWF Deutschland

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