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Bildrechte: Birgit Grundner

Zwei Buben und ein Mann sind im Freisinger Schwimmbad zu Lebensrettern geworden. Jetzt bekamen die engagierten Badegäste ein Dankeschön von den Stadtwerken und haben noch einmal auf die dramatischen Momente zurückgeblickt.

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Elfjährige in Freising wiederbelebt: Dankeschön an Lebensretter

Zwei Buben und ein Mann sind im Freisinger Schwimmbad "Fresch" zu Lebensrettern geworden. Jetzt bekamen die engagierten Badegäste ein persönliches Dankeschön von den Stadtwerken und haben noch einmal auf die dramatischen Momente zurückgeblickt.

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Von
  • Birgit Grundner

Es geschah genau vor einer Woche: Eine Elfjährige sprang ins Wasser und tauchte nicht mehr auf. Das schnelle Eingreifen von drei Ersthelfern hat sie vor dem Ertrinken bewahrt. Das Kind wurde erfolgreich reanimiert.

"Wie das Herzerl wieder geschlagen hat"

Die Stimme von Andreas Schmitz wird leiser, wenn er sich an den erlösenden Augenblick erinnert, der sich in sein Gedächtnis eingebrannt hat: "Wie das Herzerl wieder geschlagen hat, das spüre ich immer noch“, sagt der 41-Jährige aus Helfenbrunn (Lkr. Freising). Seine Herz-Druck-Massage und die Mund-zu-Mund-Beatmung von Bademeister Michael Heilmeier hatten das Kind ins Leben zurückgeholt.

Mädchen ging immer wieder unter

Entscheidenden Anteil an der Rettungsaktion hatten aber auch zwei Freunde aus Ismaning (Lkr. München): Der zwölfjährige Niklas Schätz stand in der Warteschlange zum Ein-Meter-Sprungbrett direkt hinter dem Mädchen und sah, wie es ins Wasser sprang, mehrmals hochkam und dann immer wieder unterging. Schnell schickte er den achtjährigen Luis Adam zum Bademeister, um Hilfe zu holen.

Bademeister taucht Elfjährige aus dem Wasser

"Ganz kurz“ habe er auch überlegt, selbst ins Wasser nachzuspringen, erzählt Niklas. Er entschied sich aber dagegen: Wenn sich das Mädchen an ihm festgehalten hätte, hätten sie auch beide untergehen können, erklärt der Bub. In dem Moment tauchte auch schon der Bademeister Michael Heilmeier zum Beckenboden und brachte das Mädchen an die Wasseroberfläche, wo er es mit Hilfe von Andreas Schmitz aus dem Becken hievte.

Mit "Bauchgefühl" zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Der 41-Jährige war an dem Tag mit seiner Familie im "Fresch“. Der mittlere der drei Söhne sollte nach der langen Corona-Pause mal wieder schwimmen üben. Ursprünglich hätte nur die Mutter die Buben begleitet. Aber Andreas Schmitz hatte sich vom Jüngsten überreden lassen, ebenfalls mitzukommen. Dass er dann genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, lag womöglich auch an einem "Bauchgefühl“, dass da "irgendwas nicht passt“, wie er rückblickend sagt. Was dann zu tun war, wusste er auch deshalb so genau, weil er an seinem Arbeitsplatz als Ersthelfer fungiert und regelmäßig geschult wird.

Stadtwerke appellieren an Eltern

"Die drei Ersthelfer haben in dieser außerordentlichen Situation vorbildlich gehandelt und alles richtig gemacht", lobt Betriebsleiter Alexander Frederking: "Wir sind froh und dankbar, dass es solche engagierten und mutigen Gäste gibt". Als Dankeschön bekam das Trio von den Stadtwerken Freising, die das "Fresch" betreiben, unter anderem Saisonkarten. Bei der Gelegenheit appellierte Frederking auch an Eltern, ihre Kinder nicht aus den Augen zu lassen, gerade wenn "die Schwimmsicherheit nicht so da ist, wie vielleicht gedacht“. Für Andreas Schmitz unterstreichen die dramatischen Ereignisse zudem die Bedeutung des Schwimmunterrichts in den Grundschulen. Dieser komme oft zu kurz, kritisierte er.

Mädchen außer Lebensgefahr

Von dem elfjährigen Mädchen, das beinahe ertrunken wäre, gibt es unterdessen gute Nachrichten: Das Kind ist inzwischen nach Angaben der Polizei außer Lebensgefahr und auf dem Weg der Besserung.

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