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Küchenmythen Haben Sie das auch immer falsch gemacht?

Diese Küchenmythen sind einfach Unsinn. Auch, wenn Oma das schon so gemacht hat. Zum Beispiel Nudeln kalt abzuschrecken oder hartgekochte Eier, damit sie sich besser schälen lassen.

Stand: 16.08.2019 | Archiv

Ein Paar kocht zusammen | Bild: mauritius images

Muss ich Nudeln abschrecken?

Nein, Nudeln nie abschrecken. "Man sollte Nudeln nicht abschrecken, weil der dünne Stärkefilm um die Nudeln abgespült wird. Die Folge sind glitschige Nudeloberflächen. Auf solchen Nudeln haftet Soßen sehr schlecht. Auch das Öl auf fertigen Nudeln verhindert, dass die Sauce anhaftet", so Ernährungswissenschaftlerin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern.

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Nudeln abschrecken oder nicht? An dieser Frage sollen schon Beziehungen zugrunde gegangen sein: Soll man Nudeln jetzt abschrecken oder nicht? Wir haben die Antwort 🍝😉Gepostet von BAYERN 1 am Montag, 10. Juni 2019

Ist Meersalz gesünder?

Nicht unbedingt. "Meersalz enthält außer Natriumchlorid noch andere Mineralien aus dem Meerwasser, die seinen Geschmack verändern und es bei Köchen beliebt machen. Die genaue Zusammensetzung hängt vom jeweiligen Meerwasser ab. Dass es gesünder ist, kann man aber nicht sagen", sagt Daniela Krehl. Die zunehmende Verschmutzung der Meere und das Mikroplastik wirken sich auf die Salzqualität aus.

Darf ich geöffnete Dosen nicht im Kühlschrank aufbewahren?

Nach dem Kochen - kein kaltes Wasser über die Spaghetti und auch kein Öl.

Auch diese Küchenweisheit stammt aus einer anderen Zeit. "Früher waren Dosen innen nicht beschichtet, da bestand die Gefahr, dass sich Zink löst und in das Lebensmittel gelangt", so die Ernährungsexpertin. Mittlerweile gibt es diese Beschichtung zwar, Daniela Krehl empfiehlt aber trotzdem, den Doseninhalt umzufüllen: "Wenn man die Lebensmittel abdeckt, ist das immer besser."

Lassen sich Eier leichter schälen, wenn man sie abschreckt?

Nein. Wie leicht sich gekochte Eier schälen lassen, hängt allein vom Alter der Eier ab. Wer die Eier länger aufbewahren will, sollte auf den Kälteschock nach dem Kochen verzichten: Durch das kalte Wasser bilden sich feine Risse, durch die bei der Lagerung Bakterien eindringen könnten.

Sind Tomaten roh gesünder als gekocht?

Nein. Das gesunde Lykopin der Tomaten, ein Carotinoid, ist hitzestabil. 90 Prozent des Lycopins bleiben nach dem Kochen erhalten. Lykopin aus gekochten Tomaten kann unser Körper sogar besser aufnehmen als das von rohen Tomaten.

Immer erst am Schluss würzen - stimmt das?

Nein. Wann ich Gewürze zugebe, kommt auf die Hitzeempfindlichkeit meiner Gewürze an: "Manche Kräuter verlieren ihre Aromen bei Hitze schnell, andere entfalten erst beim Mitkochen ihren vollen Geschmack", so Silke Noll, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern.

Rosmarin darf mitgaren.

Zarte, feinblättrige Kräuter wie Basilikum, Dill, Schnittlauch, Petersilie, Kerbel, Koriander oder Zitronenmelisse sollten wir erst kurz vor dem Servieren zerkleinern und in die Speisen geben. So bleibt das Aroma erhalten. Hitzeempfindlich sind außerdem Safran, Muskatnuss, Paprika und Pfeffer.

Kräuter mit festen Blättern wie Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei, Lavendel, Bohnenkraut oder Lorbeer dürfen länger mitgaren. Sie entfalten ihr Aroma erst im Laufe der Garzeit. Auch Gewürze wie Kümmel, Nelken und Wacholderbeeren geben ihr volles Aroma erst nach längerer Kochzeit an die Speise ab.

Für Steaks gilt nach wie vor: "Erst kurz vor dem Servieren wird das Steak gewürzt. Denn beim Braten würde der Pfeffer verbrennen und das Salz dem Fleisch Wasser entziehen", so Daniela Krehl.

Ist es gesundheitsschädlich, den Joghurtdeckel abzulecken?

Nicht mehr. "Die Deckel sind mittlerweile so beschichtet, dass gar kein direkter Kontakt zum Aluminium mehr besteht", sagt Daniela Krehl. Die Gefahr, über den Deckel in Kontakt mit zu viel Aluminium zu kommen, besteht daher nicht mehr.

Kann man den Inhalt noch essen, wenn eine Dose gewölbt ist?

Nein. "Wenn der Deckel der Dose sich wölbt, ist das ein Hinweis auf Bakterien im Lebensmittel", sagt Krehl. Das Bakterium produziert das sogenannte Botulinumtoxin, das zu Muskellähmungen führen kann. Da die Bakterien sich durch die Luft verbreiten, sollten Sie die Dose gar nicht erst öffnen. "Durch die hohen Standards bei der Lebensmittelproduktion hierzulande kommt das aber eigentlich nicht mehr vor."

Muss Gemüse immer in den Kühlschrank?

Nein, im Gegenteil. Manche Gemüsesorten vertragen die Kälte nämlich nicht und verlieren ihren Geschmack. Tomaten, Auberginen und auch Paprika sollten nicht oder nur leicht gekühlt werden. Daniela Krehl: "Als Faustregel kann man sagen: Wenn es aus dem Süden kommt, sollte es nicht zu stark gekühlt werden – das Gleiche gilt für Obst."

Muss man Fleisch scharf anbraten, damit sich die Poren schließen?

Nein. "Ob das Fleisch viel Saft verliert oder nicht, hängt mit der Qualität zusammen. Die Annahme, dass Poren sich schließen und damit den Saft im Fleisch halten, ist biochemisch nicht erklärbar", sagt Daniela Krehl.

Scharf anbraten sollte man das Steak aber trotzdem - aus einem anderen Grund: "Wenn ich Fleisch scharf anbrate, kommt es zur sogenannten 'Maillard-Reaktion': Eiweiß und Kohlenhydrate reagieren durch die Hitze miteinander und es entstehen Röstaromen", sagt Krehl.

Tipps, wie Sie das perfekte Steak braten, finden Sie hier.

Muss man Mehl in den Teig sieben?

Nicht mehr. Die Regel ist mittlerweile veraltet: "Früher war das Mehl noch nicht so sauber ausgesiebt, so dass noch kleine Steinchen oder Ungeziefer enthalten waren", sagt Daniela Krehl. Wer die nicht im Teig haben wollte, siebte das Mehl.

Auch auf die Frage, ob man Spinat aufwärmen darf, gibt es eine klare Antwort.