Bayern 1 - Experten-Tipps


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Pflanzenfragen Schädlinge und Krankheiten

Braunfäule an Tomaten, Läuse im Oleander und Schnecken am Salat - das sind nur einige der Krankheiten und Schädlinge. Die BAYERN 1 Pflanzenexpertin Karin Greiner beantwortet Ihre Fragen zu natürlicher Abhilfe dagegen.

Von: Karin Greiner

Stand: 15.03.2019

Marienkäfer | Bild: mauritius-images

Wie mische ich Ihre berühmte Lavendelöllsöung?

Für die Lösung geben Sie auf einen Liter Wasser zehn Tropfen ätherisches Lavendelöl und einen kleinen Spritzer Spülmittel. Das Gemisch kommt in eine Sprühflasche und damit sprühen Sie die Pflanze (zum Beispiel Rosen oder Lilien) immer wieder ein. Besonders nach Regentagen, damit der Duft erhalten bleibt. Die beste Zeit zum Sprühen ist frühmorgens, keinesfalls in der Mittagshitze oder wenn die Sonne auf die Blätter brennt.

Warum sind die Äpfel schon am Baum faulig? Und wohin mit den faulen Äpfeln?

Daran ist der Apfelwickler schuld. Der Schädling frisst sich ins Kernhaus, dann faulen die Äpfel von innen heraus und fallen ab, bevor sie reif sind. Sie müssen den Baum nicht fällen, um das Problem in den Griff zu kriegen. Die wichtigste Maßnahme: Das ganze Fallobst sofort und sorgfältig aufsammeln und entfernen. Werfen Sie die Äpfel nicht auf den Kompost, sondern in die Biotonne. So hat der Apfelwickler keine Nahrung und kann auch nicht im Boden überwintern. Oder bringen Sie sie zum Wertstoffhof. Dort wird anders kompostiert, das überlebt der Apfelwickler nicht.

Eine zweite Maßnahme: Wickeln Sie um den Baumstamm einen Wellpappering. Darin verkriechen sich die Larven gern. Im Spätwinter, vor der Apfelblüte, nehmen Sie den Ring ab und entsorgen ihn – und damit einen Großteil der Larven. Sprechen Sie auch mit Ihren Nachbarn: Der Apfelwickler ist weit verbreitet. Mit einer gemeinsamen Aktion können Sie ihm Herr werden. Außerdem ist es hilfreich, den Apfelbaum immer gut auszuschneiden und zu pflegen.

Was sind das für helle Beerchen in den Brombeeren?

Wenn bei den Brombeeren Beeren-Teile hell bleiben, kann das zwei unterschiedliche Gründe haben. Sind die Einzelbeerchen hell, fast weiß, schrumpfen und trocknen dann ein, handelt es sich um Sonnenbrand. Man kann die Brombeeren noch gefahrlos essen, aber sie sehen für den Frischverzehr halt nicht mehr so schön aus. Sie können diese Brombeeren aber zum Einkochen verwenden und Marmelade oder Gelee herstellen.

Wenn die Einzelbeerchen rot, prall und ganz hart sind, ist die Brombeergallmilbe der Verursacher. Da reifen die Beeren dann nicht richtig und die Brombeere schmeckt auch nicht so gut. Wenn nur wenige Stellen an der Brombeere betroffen sind, können Sie sie für eine gemischte Beerenmarmelade verwenden. Oft schmeckt auch ein Saft noch gut. Jedenfalls ist es nicht gefährlich, diese Beeren noch zu essen, lediglich der Geschmack ist beeinträchtigt.

Was tun bei extremem Läusebefall?

Sind überall Läuse, hilft leider weder das Lavendelwasser noch sonst ein Spritzmittel. Wichtig ist,  möglichst früh zu beobachten und zu handeln. Zeigen sich die ersten Schädlinge, sofort mit dem Gartenschlauch gegenhalten. Was weggespült ist, kann auch nicht mehr zurückklettern. Zusätzlich können Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliegen ihren Beitrag zur Rettung der Pflanzen leisten. Bieten Sie ihnen eine Unterkunft, ein sogenanntes Insektenhotel. Meisen lieben ebenfalls Läuse, mit den Eiern füttern sie ihren Nachwuchs.

Wie kann ich überschüssige Brennesseljauche noch verwenden?

Im Herbst wird ja nicht mehr gedüngt. Sie können die Jauche zum Beispiel auf abgeerntete Gemüsebeete geben. Eine dicke Schicht Mulch drüber und schon sind die Beete für den Winter vorbereitet. Auch auf dem Komposthaufen leistet die Brennesseljauche gute Dienste: Sie reichert den Kompost an.

Was hilft gegen Ameisen?

Wenn Sie ein Ameisenproblem haben, können Sie Kaffeesatz streuen. Das vertreibt die Tiere.

Wie werde ich im Frühjahr die Läuse auf dem Oleander los?

Stellen Sie den Oleander frühzeitig raus an die Luft. Oleander sind robust, die halten es aus, wenn’s draußen noch etwas kühler ist. Das Läuseproblem erledigt sich draußen von selbst, sie können nachhelfen, indem Sie sie mit dem Gartenschlauch oder der Gießkanne abgießen und so runterspülen. Die Meisen freuen sich über die Läuse, die brauchen sie für ihren Nachwuchs.

Warum werden die Tomaten am Blütenansatz braun?

Das ist die sogenannte Blütenendfäule. Das tritt auf, wenn die Tomaten zu wenig Kalzium bekommen. Und das wiederum kann an schwankender Wasserversorgung und Düngung liegen. Wenn Sie also einmal richtig viel gießen und dann wieder zu wenig. Mein Tipp: Finden Sie einen Gießrhythmus und gießen Sie dann immer gleichmäßig, egal, ob’s grad regnet oder brütend heiß ist. Ebenso mit dem Düngen. Düngen Sie gleichmäßig und wenig, verwenden Sie am besten organischen Dünger mit Langzeitwirkung. Außerdem können Sie Algenkalk oder Gesteinsmehl in die Erde einarbeiten. Mit der Zeit laugt der Boden einfach aus und das macht sich dann an den Tomaten bemerkbar.

Obwohl ich ein Gewächshaus habe, sind meine Tomaten mit Braunfäule befallen. Was kann ich tun?

Wenn die Braunfäule bereits zugeschlagen hat, ist es schwierig. Um den Befall zu vermeiden, habe ich folgende Tipps: Achten Sie beim Gießen darauf, dass Sie nur sanft über den Boden gießen. Die Erde soll nicht hochspritzen, die Blätter sollten weder mit Erde noch mit Wasser benetzt werden. Der Pilzerreger sitzt in der Erde, die beim Gießen auf die unteren Blätter spritzen kann und sie so infiziert. Wenn die Tomatenpflanzen größer sind, können Sie die untersten Blätter entfernen, damit minimieren Sie das Infektionsrisiko.

Gießhilfe: Dafür brauchen Sie einen normalen Blumentopf mit Bodenlöchern, den graben Sie leer direkt neben der Tomate in den Boden ein. Dort hinein wird gegossen, das Wasser kann dann langsam in die Tiefe versickern – ohne, dass es aufspritzt.

Außerdem sollten Sie das Gewächshaus ausgiebig lüften, auch an kühleren Tagen. Öffnen Sie Dachfenster und Türen, damit ein leichter Windhauch entsteht. Die feuchte und schwüle Luft im Gewächshaus fördert leider die Bildung der Braunfäule. Außerdem sollten die Tomaten nicht zu dicht stehen, damit die feuchte Luft besser abziehen kann. Pflanzen Sie Tomaten deshalb lieber im Freien unter einem Dach.

Was ist zu tun, wenn Tomaten mit der Krautfäule befallen sind?

Krautfäule ist eine Pilzerkrankung, die über Sporen übertragen wird, zum Beispiel vom Regen. Besonders häufig kommt das vor, wenn in der Umgebung Kartoffeln gepflanzt werden.

Auf den nassen Blättern und Früchten der Tomaten keimen die Sporen. Wenn das Blatt nass ist, können sie eindringen und binnen Stunden kann es dazu führen, dass die Tomatenpflanzen absterben. Dann ist alles verloren. Sie müssen auch die Früchte entsorgen, sie sind nicht mehr genießbar.

Tipps, um der Krautfäule vorzubeugen:

  • Tomaten immer nur von unten gießen. Bei Gießen darauf achten, dass keine Erde hochspritzt. Mit der Erde können Sporen auf die Blätter gelangen. Am besten entfernen Sie die erdnahen Blätter.
  • Tomaten am besten an einer regengeschützten Stelle pflanzen oder ein Dach über die Pflanzen bauen. So bleiben die Blätter trocken und die Pilzsporen haben kaum eine Chance.
  • Nach einem Befall alle Gerätschaften reinigen: Stäbe, Scheren und sonstiges Werkzeug gut abwaschen oder mit Essig desinfizieren. So beugen Sie einem Befall im nächsten Jahr vor.
  • Den Boden müssen Sie nicht austauschen. Sie sollten aber alle befallenen Tomatenreste gründlich entsorgen, damit hier im Folgejahr kein neuer Schaden entsteht.

Der Phlox im Garten ist kümmerlich. Was kann ich dagegen tun?

Phlox ist eine Prachtstaude. Da ist es wichtig, sie alle paar Jahre aus der Erde zu nehmen, teilen und in kleinen Teilstücken wieder neu einpflanzen und mit Kompost düngen. Das wirkt wie eine Verjüngungskur und lässt sie kräftig treiben.

Vielleicht haben Sie auch zu viel Rindenmulch um den Phlox. Rindenmulch verbraucht Stickstoff, der dann dem Phlox fehlt. Mein Tipp: Mit angewelktem Grasschnitt mulchen oder Rindenhumus statt Rindenmulch verwenden.

Ich habe so kleine braune Pilze im Rasen. Sind die essbar?

Wenn es Nelkenschwindlinge sind, sind sie in jungen Zustand essbar. Sie duften nach Gewürznelke und werden gerne zum Würzen von Suppen und Saucen verwendet, auch getrocknet. Aber mit Pilzen muss man sich echt gut auskennen – also im Zweifel lieber stehen lassen. Dem Rasen schaden sie selten, beim nächsten Mähen sind sie verschwunden. Wie der Name „Schwindlinge“ schon andeutet: erst schwindeln sie einem was vor und dann verschwinden sie wieder …

Die Rosenblüten fallen ab, es sieht aus wie abgesägt. Ich befürchte, dass hier der Blütenstecher zugeschlagen hat. Was kann ich tun?

Sammeln Sie alle befallenen Pflanzenteile ein und schneiden Sie großzügig die befallenen Stellen weg. Am besten mit dem ganzen Stängel, um sicherzugehen, dass es nicht der Rosentriebbohrer ist. Der setzt sich in den Trieben fest.

Zusätzlich können Sie die Schädlinge verwirren, indem Sie die Rosen mit Lavendelöl einsprühen. Die Läuse finden die Rosen nicht, weil sie wegen des Geruchs denken, auf Lavendel gelandet zu sein.

Für die Lösung geben Sie auf einen Liter Wasser zehn Tropfen ätherisches Lavendelöl und einen kleinen Spritzer Spülmittel. Das Gemisch kommt in eine Sprühflasche und damit sprühen Sie die Rosen immer wieder ein. Besonders nach Regentagen, damit der Duft erhalten bleibt. Die beste Zeit zum Sprühen ist frühmorgens, keinesfalls in der Mittagshitze oder wenn die Sonne auf die Blätter brennt.

Diese natürliche Schädlingsbekämpfung bewirkt keine Wunder. Sie müssen sie regelmäßig anwenden, die Pflanze beobachten und wenn die Schädlinge nicht weniger werden, zur Schere greifen.

Meine Lilien sind komplett von einem Schädling befallen. Was ist das und wie kann ich ihn bekämpfen?

Es handelt sich um Lilienhähnchen, ein orange-roter, länglicher Käfer. Das ist ein Insekt, das sich auf Lilien spezialisiert hat. Wenn der Schädling sich erst einmal richtig breit gemacht hat, sind die Lilien schnell kahl gefressen. Nächstes Jahr müssen Sie, wenn die Lilien treiben, ganz besonders aufmerksam sein, ob der Käfer oder seine Larven wieder auftreten. Sobald sie etwas sehen, müssen Sie sie absammeln. An den Lilienblättern kleben orangefarbene Eier. Die Larven verstecken sich unter Kothäufchen. Diese gilt es schleunigst abzusammeln oder mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspritzen. Außerdem können Sie die Lilien mit Lavendelöl-Lösung einsprühen. Der Duft verwirrt den Käfer und dadurch findet er die Lilie nicht mehr so leicht.

Wenn Sie möchten, können Sie im Herbst die Erde auswechseln. Verpuppte Lilienhähnchen werden damit entfernt. Außerdem tut das der Lilie gut und sie kann im nächsten Jahr besser wachsen.

Für die Lösung geben Sie auf einen Liter Wasser zehn Tropfen ätherisches Lavendelöl und einen kleinen Spritzer Spülmittel. Das Gemisch kommt in eine Sprühflasche und damit sprühen Sie die Lilien immer wieder ein. Besonders nach Regentagen, damit der Duft erhalten bleibt. Die beste Zeit zum Sprühen ist frühmorgens, keinesfalls in der Mittagshitze oder wenn die Sonne auf die Blätter brennt.

An meinen Strauchpäonien sterben einige Triebe ab. Es ist nichts abgerissen worden und auch ansonsten sind die Sträucher nicht beschädigt. Was könnte die Ursache sein?

Das Absterben kann mehrere Ursachen haben:
1. Strauchpäonien werden auf sogenannten Ammenwurzeln gezogen. Ein Edelreis wird auf einer Wurzel einer Staudenpfingstrose veredelt. Die Veredelungsstelle muss bei der Pflanzung eine knappe Handbreit tief in die Erde versenkt werden - also tiefer, als die Pfingstrose vorher im Container stand. Dann können sich am Edelreis selber Wurzeln bilden, was die Strauchpfingstrose robust und wuchsstark macht. Es kommt vor, dass die Ammenwurzel zu früh abstirbt, bevor die edle Strauchpäonie selbst reichlich Wurzeln bilden konnte – dann welken plötzlich ganze Triebe oder gehen Pflanzen komplett ein. Sie können versuchen, die Strauchpäonie zu retten, indem Sie sie ausgraben, alles Abgestorbene entfernen und neu pflanzen, tief genug, damit die Triebe Wurzeln entwickeln. Die oberirdischen Zweige sollten Sie um die Hälfte einkürzen.
2. Bisweilen macht sich auch mal eine Wühlmaus an den Wurzeln zu schaffen. Ziehen Sie mal an der Strauchpäonie. Kaum Widerstand – dann stimmt was mit den Wurzeln nicht, vielleicht sind sie abgenagt.
3. Grund für das Absterben einzelner Zweige können auch Bakterien oder Pilze sein, die in die Wasserleitungen der Zweige eindringen und diese verstopfen. Ein kräftiger Rückschnitt bringt hier Abhilfe.

Wie werde ich Fruchtfliegen los?

Obst-, Most-, Gär-, Tau-, Frucht- oder Essigfliegen sind winzigen Insekten, die vom Duft des Obstes angezogen werden; besonders von überreifen Früchten und bereits gärenden Säften. Nur eine Fliege kann innerhalb von vier Wochen 16 Millionen Nachkommen haben.

Masseninvasionen kann man bereits im Garten vorbeugen, indem Fallobst so schnell wie möglich aufgesammelt und entsorgt wird. Eimer und Körbe für die Ernte stets gründlich reinigen, es dürfen keine Fruchtreste übrig bleiben.

Obst für die Küche mit lauwarmem Wasser abwaschen, um anhaftende Eier der Fliegen zu entfernen. Obst- und Gemüseabfälle umgehend aus der Küche räumen. Schale mit Essigwasser oder Apfelsaft, versetzt mit etwas Spülmittel als Falle aufstellen.

Wie werde ich Wühlmäuse los?

Wühlmäuse sind hartnäckig, da müssen Sie unter Umständen verschiedene Methoden versuchen. Am besten funktionieren Wühlmausfallen, die Sie im Fachhandel erhalten. Diese Fallen werden in die neuen Gänge der Wühlmäuse gestellt. Allerdings müssen Sie sie gut mit Lehm und Erde einreiben, da Wühlmäuse extrem gut riechen können und wenn die Falle nach Mensch riecht, sind die Tiere gewarnt. Was als Köder funktioniert, müssen Sie ausprobieren: Äpfel, Karotten oder auch Bananen.

Einige Gärtner haben auch gute Erfahrungen mit Windrädchen gemacht, die in die Erde gesteckt werden. Manchmal lassen sich Wühlmäuse damit verscheuchen.

Diese solarbetriebenen Ultraschallgeräte haben nur in einigen Fällen funktioniert. Wenig erfolgversprechend ist auch der Flaschentrick: Man gräbt Weinflaschen mit dem Hals nach oben schräg in die Erde ein. Die Idee dahinter: Der Wind streicht über den offenen Flaschenhals und erzeugt Töne, die in die Erde übertragen werden. Abraten würde ich von Buttersäure, die stinkt bestialisch.

Sie dürfen die Mäuse übrigens nicht lebend fangen und wo anders aussetzen. Das ist zudem wenig erfolgversprechend, weil die Wühlmäuse unter Umständen zurückkommen.

Eine andere Methode: Sie können auch versuchen, die Wühlmäuse mit schlechten Gerüchen zu verjagen: Hundehaare, zerhackte Walnusszweige, Farnlaub, Brennesselbrühe, Mottenkugeln oder alte Parfümreste.

Sie können bei Obstbäumen auch vorbeugen: Bevor Sie den Baum pflanzen, wickeln Sie ein nagesicheres Drahtgeflecht um den Wurzelballen. Das schützt den Baum vor den Mäusezähnen.

Was hilft gegen Drahtwürmer?

Sie können die Drahtwürmer mit ihrer Lieblingsspeise, Kartoffeln, ködern. Dazu halbieren Sie die Kartoffeln der Länge nach und graben sie mit der Schnittfläche nach unten ein bisschen in die Erde ein, etwa drei bis fünf Zentimeter. Zwei bis drei Tage später holen Sie die Kartoffeln raus, die Drahtwürmer hängen noch an ihrem „Festmahl“ und lassen sich leicht aus dem Beet lesen. Sollte es mit Kartoffeln nicht funktionieren, können Sie es auch mit Karotten probieren.

Die herausgelesenen Drahtwürmer geben Sie in einen Eimer und übergießen sie mit kochendem Wasser.

Drahtwürmer mögen keine sauren Böden. Hier können Sie mit Kalk den pH-Wert erhöhen. Ein anderer Tipp: Sie können zwischen das Gemüse Tagetes und Ringelblumen pflanzen. Das verjagt die Würmer.

Hilft Unkrautvlies gegen Unkraut?

Ein Unkrautvlies eignet sich vor allem bei neu angelegten Beeten, um hartnäckige Wurzelunkräuter auszuhungern. Man legt es dem vorher gründlich und bereits weitgehend von Wurzeln befreiten Boden auf und deckt es mit Humus ab. Es hilft etwa ein bis zwei Jahre gegen Unkraut. Allerdings nur gegen die Pflanzen, die von unten kommen – also die aus Wurzelresten in der Erde wieder emporzutreiben versuchen.

Viele Pflanzen verbreiten sich aber über die Luft mit Samen, wie zum Beispiel der Löwenzahn. Gegen die ist auch ein Unkrautvlies machtlos. Am effektivsten hilft hartnäckiges und regelmäßiges Jäten gegen Unkraut.

Und viel „Unkraut“ können Sie nutzen. Aus Löwenzahn können Sie Salat machen, aus Franzosenkraut einen grünen Smoothie. Giersch nutze ich für Salat oder Gemüse, gern auch mal für eine vegetarische Lasagne.

Was hilft gegen die Ackerwinde?

Hier hilft nur der lange Atem. Die Pflanze gehört zu den hartnäckigen Gesellen und dagegen hilft nur, sie schon frühzeitig aus dem Garten zu verbannen. Das heißt, sobald ein Ansatz zu sehen ist, sofort die Blätter wegzupfen. Warum? Ganz einfach: Sobald die Blätter ausgeprägt sind, holt sich die Ackerwinde wie jede andere Pflanze frische Kraft und steckt diese in ihre weitere Ausbreitung. Greift man da ein, entzieht man der Ackerwinde frühzeitig Nährstoffe und mit der Zeit stirbt sie ab. Aber aufgrund ihrer umtriebigen Art wird das ein langer Kampf.

Unterstützend hilft im Übrigen der Einsatz von Unkrautfolien. Diese müssen aber mindestens ein Jahr auf dem Boden liegen, dann entziehen sie der Ackerwinde auch die Luft zjm Atmen. Gleichzeitig kann das Bett trotzdem genutzt werden. Karin Greiner schlägt Kohl, Artischocken, Tomaten, Stangenbohnen oder Sellerie zum Anbau vor. Dafür einfach kreuzförmige Schlitze in die Folie schneiden und die Pflanzen darin einlassen.

Muss der Giersch aus dem Garten verschwinden?

Die Antwort ist recht einfach: Nein. Karin Greiner empfiehlt dagegen die Nutzung des Krauts. Wunderbar schmeckt er als eine Art Spinat oder zum Würzen von Speisen. Wer ihn lieber nicht auf seinem Teller haben möchte, kann den Giersch auch an seine Haustiere verfüttern. Hasen und Meerschweinchen freuen sich ganz sicher darüber. Nur wer das Kraut gar nicht in seinem Garten sehen kann, der muss eben zupfen und zupfen bis der letzte Trieb verschwunden ist.

In meinem Blumentopf habe ich Maden gefunden: Sie sehen aus wie Erdnussflips mit vier Paar Füßen, dunklem Kopf und dunklem Körperende. Was ist das?

Das sind Käferlarven, wohl Blattkäfer, Mai- oder Junikäfer. Auf jeden Fall sind’s Fraßschädlinge, die gerne an den Wurzeln knabbern. Deshalb: Raus aus der Erde und in der Biotonne entsorgen.

Warum werden ganze Astpartien meiner Muschelzypresse plötzlich von innen heraus gelb?

Daran war der Februar 2012 schuld, als es urplötzlich eisig kalt wurde. Da leiden immergrüne Gehölze wie Muschelzypressen, aber auch Thujen und andere wie zum Beispiel die Lorbeerkirsche. Die Pflanzen stehen im Saft, der Frost lässt sie erfrieren. Oder die Erde friert ein, so dass die Pflanzen kein Wasser mehr ziehen können und vertrocknen.

Ich empfehle, die gelben Äste großzügig wegzuschneiden. Im Frühjahr wird die Lücke langsam wieder zuwachsen. Beobachten Sie, was passiert.

Sollte es eine Pilzerkrankung sein, würde das schnell auf andere Teile der Pflanze übergreifen, die anderen Äste würden auch gelb werden. In dem Fall muss die Pflanze entsorgt werden, am besten über kommunale Grüngutsammelstellen.

In den Blumentöpfen hat sich Schimmel gebildet. Was ist zu tun?

Umtopfen! Und zwar mit frischer Erde. Der Schimmel wächst durch die ganze Erde hindurch und man weiß nicht, wie weit er sie schon durchdrungen hat. Mein Erste-Hilfe-Tipp: Kratzen Sie die oberste Schicht ab und streuen Sand oder feinen Split drauf. Dadurch kann es schneller abtrocknen und es entsteht keine stehende Nässe. Die Blumen sollten weder zu kalt noch zu warm stehen, das begünstigt die Schimmelbildung. Um dem Schimmel Einhalt zu bieten, können Sie auch mit Knoblauchtee gießen. Rezept: Zwei bis drei Knoblauchzehen hacken, mit einem halben Liter kochendem Wasser überbrühen. 15 Minuten ziehen lassen, abseihen. Kalt verwenden.

Woher kommt der Schimmel in der Erde?

Entweder war der Schimmel bereits in der Erde und blüht jetzt auf. Andererseits sind überall in der Luft Schimmelsporen, die sich auf der Erde festsetzen. Wenn die Erde vom Gießen zu feucht ist, hat der Schimmel ein leichtes Spiel.

Befällt die Kastanienminiermotte nur bestimmte Kastanienbäume?

Die Kastanienminiermotte ist hauptsächlich auf den weißblühenden Bäumen zu finden. Die rotblühenden Bäume sind Hybriden, auf denen ist die Miniermotte bisher nicht oder nur sehr vereinzelt aufgetreten.


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