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Brennnesseljauche Brennnesseljauche: So einfach geht Omas Superdünger für Ihr Gemüse

Warum Dünger kaufen? Billiger und umweltschonender versorgen Sie Ihre Gemüsepflanzen mit Brennnesseljauche. Die hat Oma schon verwendet und ist ganz einfach herzustellen. Und mit einem Trick geht's auch ohne den strengen Geruch.

Stand: 11.05.2021

Gießen | Bild: mauritius-images

Die Brennnessel hat's nicht leicht bei uns: Als Unkraut verschrien wird sie vielerorts mit Stumpf und Stiel gerodet. Zu Unrecht. Die Brennnessel ist nicht nur eine gute Heilpflanze, sondern auch eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen und viele andere Insekten.

Heilpflanze, Bienenweide und Dünger - die Brennnessel ist ein wahrer Alleskönner.

Für Gärtner birgt sie zudem einen kostbaren inneren Schatz: Sie ist reich an Stickstoff und lässt sich einfach zu einem kostenlosen organischen Dünger verarbeiten. Man darf zwar nicht allzu geruchsempfindlich sein, denn die Jauche entsteht durch einen Gärungsprozess - aber dafür bekommen Sie am Ende einen vielseitig einsetzbaren Dünger, der obendrein Ihre Pflanzen gegen Schädlinge wie Blattläuse stärkt.

Wie macht man eine Brennnesseljauche?

Sie brauchen:

  • zirka ein Kilogramm Brennnesseln - am besten vor der Blüte oder Samenreife
  • einen großen Eimer bzw. Bottich - aus Holz, Plastik oder anderem Material. Nur nicht aus Metall, das kann unerwünschte chemische Reaktionen hervorrufen. Fassungsvermögen 12 bis 15 Liter.
  • 10 Liter Wasser, vorzugsweise aus der Regentonne

So geht's:
Die Brennnesseln grob mit einer Gartenschere zerkleinern - etwa handgroße Stücke sind optimal. In ein Ton- oder Plastikgefäß geben, das Ganze an einem warmen, sonnigen und etwas abgelegenen Ort im Garten platzieren und dann mit zehn Litern Wasser aufgießen.

Rühren Sie die Brühe täglich mit einem Stock um. Und machen Sie sich dabei auf einen starken Ammoniakgeruch gefasst, der bei dem Gärungsprozess entsteht. Falls es Ihnen zu sehr stinkt, hilft eine Handvoll Steinmehl; beschwert sich der Nachbar, decken Sie das Gefäß mit einem Deckel ab.

Übrigens, hier klären wir: Wie kann man Brennnesseln anfassen?

Faustregel fürs Wasser-Pflanzen-Verhältnis

Den Gärbehälter nicht zu voll machen - die Brennnesseljauche braucht Platz.

Schneiden Sie so viel Brennnesseln klein, dass diese das Gefäß zu gut drei Vierteln füllen. Dann mit Regenwasser bis etwa zehn Zentimeter unter den Rand auffüllen - so ergibt sich in etwa das richtige Mischungsverhältnis.

Ohne Gestank: Brennnesselsud nach Karin Greiner

BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner hat ein ganz einfaches Rezept für einen Brennnesselsud, der die gleiche Wirkung hat wie die Jauche:

"Sie füllen einen normalen Haushaltseimer locker zu einem Drittel bis zur Hälfte mit Brennnesseln und gießen das Ganze mit Wasser auf. Lassen Sie den Eimer über Nacht stehen, damit die Nährstoffe der Brennnessel ins Wasser übergehen. Am nächsten Tag können Sie mit dem Sud ihre Balkon- oder Gartenpflanzen gießen. Wichtig: Mulchen Sie Ihre Pflanzen zusätzlich mit den eingeweichten Brennnesselpflanzen, damit Sie den gleichen Effekt wie mit Jauche erzielen."

BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner

Wie lange braucht Brennnesseljauche?

Je nach Außentemperatur ist die Jauche nach zwei bis drei Wochen bereit zum Einsatz. Optisch erkennen Sie das daran, dass sich kein Schaum mehr in der Brühe bildet, der Geruch etwas nachgelassen hat und die Jauche klar und dunkel ist.

Wie verdünnt man Brennesseljauche?

Brennnesseljauche wird im Verhältnis 1: 10 mit dem Gießwasser vermischt und rund um die Pflanze gegossen; bitte nicht auf die Blätter.

Wie oft kann man mit Brennnesseljauche düngen?

Starkzehrer wie Mais, Tomaten und Gurken freuen sich über regelmäßige Güsse mit verdünnter Brennnesseljauche.

Wie oft Sie mit Brennnesseljauche gießen, sollten Sie vom Nährstoffbedarf der jeweiligen Pflanzen abhängig machen: Starkzehrer wie Tomaten, Gurken, Kürbis, Paprika und alle Kohlarten haben einen hohen Stickstoffbedarf und freuen sich daher über einen wöchentlichen Düngerguss mit der Brennnesseljauche. Aber auch Erdbeeren, Rhabarber freuen sich im Frühjahr über eine Portion Jauche.

Kann Brennesseljauche schlecht werden?

Gut abgedeckt können Sie die Jauche eine ganze Gartensaison lang verwenden. Im Herbst, wenn nicht mehr gedüngt wird, können sie die Jauche zum Beispiel auf abgeerntete Gemüsebeete geben, rät BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner: "Eine dicke Schicht Mulch drüber und schon sind die Beete für den Winter vorbereitet." Und auch auf dem Komposthaufen leistet die Brennnesseljauche gute Dienste: Sie reichert den Kompost an.

Stehen bei Ihnen auch noch Säcke mit altem Dünger im Keller der im Gartenhaus? Und sind Sie sich nicht sicher, ob man den noch verwenden kann? Dann legen wir Ihnen diesen Artikel ans Herz: Kann Dünger schlecht werden?

Welche Pflanzen Wildbienen und andere Insekten besonders gern mögen, lesen Sie hier: Tipps für Bienenweiden und Co


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