BR24 Logo
BR24 Logo
Wissen

Trotz Corona-Pandemie: Väter können bei Geburt dabei sein | BR24

© dpa

Die Kliniken können selbst entscheiden, welche Besuchsmöglichkeiten sie bei Geburten zulassen.

Per Mail sharen

    Trotz Corona-Pandemie: Väter können bei Geburt dabei sein

    Derzeit gilt: Patienten in Krankenhäusern dürfen nicht besucht werden. Bei Geburten lässt die Staatsregierung aber Ausnahmen zu. Die Entscheidung trifft letztlich jedoch das Krankenhaus vor Ort. Ein #Faktenfuchs.

    Per Mail sharen

    Während der Corona-Pandemie gelten Ausgangsbeschränkungen. Besuche in Krankenhäusern sind derzeit mit Einschränkungen untersagt. Eine BR24-Leserin, die ein Kind erwartet, hat uns um Klärung der Regeln gebeten. "Der werdende Vater darf mit der Mutter zur Geburt in den Kreißsaal", schrieb uns die Leserin. Auf die Station müssten Mutter und Neugeborenes dann allerdings alleine. Stimmt das?

    Hausrecht der Klinik vor Ort

    Um Patienten und auch das Klinikpersonal vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, gilt derzeit ein generelles Besuchsverbot in Bayerns Krankenhäusern. Grundlage ist hierfür die Verordnung vom 24. März.

    Weil aber die Geburt eines Kindes ein außergewöhnliches Ereignis sei, hat das bayerische Gesundheitsministerium hier eine Ausnahme geschaffen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml erklärte, "dass bei der Geburt von Kindern deren Väter und engste Angehörige trotz der Coronavirus-Schutzmaßnahmen in Krankenhäusern die Mutter besuchen können". Die ist allerdings noch keine Erlaubnis für den konkreten Einzelfall. Denn das letzte Wort haben die Kliniken selbst.

    "Die Krankenhäuser haben das Hausrecht vor Ort und legen selbst fest, welche Besuchsregelungen aus infektionshygienischer Sicht gelten sollen", erläutert eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums gegenüber BR24. "Sie können auch weitergehende Besuchsverbote aussprechen, wenn es die Gegebenheiten vor Ort besonders zum Schutz des Personals erfordern."

    Begleitung bei der Geburt, kein Besuch am Wochenbett

    In der Frauenklinik Taxisstraße des Rotkreuzklinikums in München gilt zum Beispiel, dass der Vater während der Geburt im Kreißsaal dabei sein kann. Dafür muss er Schutzkleidung tragen und darf während der Geburt insgesamt zwei Stunden anwesend sein. Der Vater muss den Kreißsaal danach wieder verlassen. Dies gelte auch für den Aufwachraum nach einem Kaiserschnitt, wie Krankenhausdirektorin Tanja Groh erklärt. Am Wochenbett sind keine Besuche erlaubt - weder von nahen Verwandten noch vom Vater. Die Frauenklinik des Rotkreuzklinikums ist nach eigener Aussage die größte Geburtsklinik Bayerns. "Darum gibt es auch sehr strenge Regeln, da wir bis zu 54 Betten in der Geburtshilfe zur Verfügung stellen und damit verbunden die Gefahr der Infektion auf der Wochenbettstation sehr hoch sein würde", erläutert Groh auf Anfrage von BR24.

    Väter dürfen unter anderem auch in folgenden Kliniken bei der Geburt dabei sein, müssen das Krankenhaus aber danach verlassen und können nicht am Wochenbett zu Besuch kommen: Klinikum Nürnberg, Klinikum Passau, Universitätsklinikum München, Universitätsklinik Augsburg. Im Klinikum Fichtelgebirge war vorübergehend sogar die Begleitung während der Geburt untersagt, seit 7. April ist sie wieder möglich.

    Fazit:

    Die bayerische Verordnung vom 24. März zu Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Pandemie sieht ein Besuchsverbot in Kliniken vor. Für Geburten sind Ausnahmen von der Staatsregierung vorgesehen. Letztlich entscheiden aber die Kliniken selber, welche Besuchsmöglichkeiten sie bei Geburten unter den Gegebenheiten ihrer Häuser verantworten können und zulassen. Stichprobenartige Nachfragen in Bayern haben ergeben, dass viele Kliniken die Anwesenheit des Vaters während der Geburt unter Hygieneauflagen erlauben, Besuche am Wochenbett aber nicht. Ausnahmen vom Besuchsverbot gibt es auch für Palliativstationen und Hospize.

    Unter Verwendung von dpa-Material

    💡 Was macht der #Faktenfuchs?

    Der #Faktenfuchs ist das Faktencheck-Format des Bayerischen Rundfunks. Wir gehen Gerüchten auf den Grund - und wir beantworten Fragen. Die Journalistinnen und Journalisten im #Faktenfuchs-Team klären absichtlich verbreitete Falschmeldungen oder sich haltende Gerüchte auf. Die Ideen für unsere Artikel kommen vor allem aus den Social Timelines und Kommentarspalten. So erklärt sich die Vielfalt der Themen beim #Faktenfuchs: Politik, Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft, Landwirtschaft oder Medizin. Wirken Inhalte verdächtig oder tritt der Breaking-News-Fall ein, dann prüfen wir auch Bilder oder Videos auf ihre Echtheit und ihren Faktengehalt. Hier erklären wir das ausführlicher. Warum eigentlich “Faktenfuchs”? Wir arbeiten mit einer Software, dem "factfox". Sie hilft uns, die Fakten im Internet besser zu verbreiten.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!