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Erster bemannter SpaceX-Flug zur ISS gestartet | BR24

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Nachdem der erste Startversuch am Mittwoch abgebrochen werden musste, ist die Raumkapsel Crew Dragon im zweiten Anlauf erfolgreich ins All gebracht worden, mit zwei US-Astronauten an Bord.

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Erster bemannter SpaceX-Flug zur ISS gestartet

Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Die Raumkapsel Crew Dragon des Privatunternehmens SpaceX ist am Samstag um 21.22 Uhr unserer Zeit an der Spitze einer Falcon 9-Rakete ins All gestartet. Es ist der erste bemannte Weltraumflug von SpaceX.

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Die Raumkapsel Crew Dragon des Privatunternehmens SpaceX ist am Samstagabend unserer Zeit an der Spitze einer Falcon 9-Rakete ins All gestartet. Es ist der erste bemannte Weltraumflug des Privatunternehmens SpaceX. An Bord sind die beiden US-amerikanischen Astronauten Robert Behnken und Douglas Hurley. Der Start erfolgte vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral in Florida (USA).

Start der Crew Dragon geglückt – Raketenstufe wieder gelandet

Minuten nach Start landete die erste Raketenstufe sicher wieder auf einem Schiff im Atlantik. Die Startraketenstufe sei einige Minuten nach dem Start am Samstag erfolgreich aufrecht auf dem Schiff "Of Course I Still Love You" (auf Deutsch etwa: Natürlich liebe ich dich noch) vor der US-Küste gelandet, teilte das private Raumfahrtunternehmen SpaceX mit. Die Landung und Wiederverwendung von Raketenstufen und Raumkapseln ist ein wichtiger Teil der Strategie von SpaceX. Schon mehrfach gelangen Landungen von Raketenstufen auf Schiffen sowie auf Land.

Die Crew-Dragon-Raumkapsel mit den beiden US-Astronauten Robert Behnken und Douglas Hurley an Bord trennte sich unterdessen erfolgreich von dem Rest der Rakete und machte sich alleine weiter auf den Weg zur ISS.

Das Ziel: Die Internationale Raumstation ISS

Hurley und Behnken wollen zur Internationalen Raumstation ISS. Wenn alles nach Plan läuft, kommen die beiden nach 19 Stunden Flug am späten Sonntagnachmittag dort an. Wie lange sie auf der ISS bleiben, ist noch unklar. Womöglich mehrere Monate, denn sie werden dringend gebraucht: Da einige Flüge zur ISS zuletzt verschoben wurden, sind derzeit nur drei Astro- bzw. Kosmonauten an Bord der Raumstation, zu wenige, um neben dem Routinebetrieb auch noch Weltraum-Experimente durchzuführen.

Startabbruch im letzten Moment am Mittwoch

Der erste Starttermin am 27. Mai 2020 war beinahe in letzter Minute abgebrochen worden, weil sich Gewitter über dem Weltraumbahnhof ballten. Nur etwa eine Viertelstunde vor dem geplanten "Lift Off!" wurde der Raketenstart abgeblasen. Nervenzerrend für die beiden Astronauten, die längst an Bord waren.

Testflug für zukünftige bemannte Raumfahrt

Der erste bemannte Flug der Crew Dragon heißt Demo-2 und ist nicht Teil einer Weltraummission, sondern sich selbst Aufgabe genug. Es ist der entscheidende Testflug für die Raumkapsel: Zukünftig sollen die Crew Dragon-Kapseln des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX Astronauten im Auftrag der NASA zur ISS bringen.

Erstmals wieder Abflug aus den USA

Mit dem Start der Crew Dragon vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center in Florida geht die Reise für US-Astronauten erstmals wieder von Zuhause los. An Bord einer US-amerikanischen Kapsel, die mit einer US-amerikanischen Rakete von US-amerikanischem Boden abhebt - der Pathos ist in den Pressemitteilungen von SpaceX und der US-Raumfahrtbehörde NASA nicht zu überlesen.

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In Florida soll zum allerersten Mal eine kommerzielle Weltraum-Mission starten. Das Unternehmen SpaceX gehört Tesla-Chef Elon Musk. Es wäre die erste bemannte US-Rakete seit neun Jahren.

Fast ein Jahrzehnt Sojus nach den Space Shuttles

Dabei war das jahrzehntelang Normalität, solange die Space Shuttles der USA noch im Dienst waren. Doch seit dem letzten Flug des Space Shuttles Atlantis im Juli 2011 hatten die USA kein eigenes Transportmittel mehr für die bemannte Raumfahrt. Astronauten - aus den USA wie aus Europa und jedem anderen raumfahrenden Land außer China - konnten neun Jahre lang nur mit den russischen Sojus-Kapseln ins All gebracht werden. Auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst, der zweimal auf der ISS war, reiste jedes Mal an Bord einer Sojus.

Zwei erfahrene Astronauten reiten den "Drachen"

Die beiden Astronauten, die beim ersten bemannten Flug der Crew Dragon an Bord der Raumkapsel sind, können den direkten Vergleich zwischen alten und neuen US-Raumfahrtzeugen machen: Beide reisten schon zweimal mit den Space Shuttles ins Weltall. Douglas Hurley war der Pilot des letzten Shuttle-Flugs der Atlantis 2011.

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Die Astronauten Robert Behnken (links) und Douglas Hurley (rechts) in der Raumkapsel Crew Dragon

Touchscreen zur Steuerung der Raumkapsel

Einige große Unterschiede wird es für die beiden Raumfahrer auf jeden Fall geben: Statt mit Knöpfen und Hebeln ist die Raumkapsel von SpaceX mit einem Touchscreen ausgestattet. Damit werden die Astronauten allerdings wohl wenig zu tun haben, da das Andockmanöver an die ISS vollautomatisch erfolgt.

Doch die Landung am Ende der Mission wird weitaus weniger sanft sein als der Landeanflug eines Space Shuttles auf dem Rollfeld: Die Crew Dragon landet, gebremst von einem Fallschirm, recht hart im Pazifik.

Vor einem Jahr explodierte eine Crew Dragon-Kapsel

Im April 2019 explodierte eine Crew Dragon-Raumkapsel beim Test ihrer Notfall-Triebwerke, nur einen Monat nach dem ersten Testflug der Crew Dragon im März 2019. In beiden Fällen waren keine Menschen an Bord. Der erste bemannte Flug der Crew Dragon ist also erst der zweite Weltall-Trip überhaupt für die neue Raumkapsel.

Lange Erfahrung mit dem Frachttransporter Dragon

Allerdings ist ihr unbemannter älterer Vorläufer Dragon schon seit Ende 2012 in regelmäßigem Einsatz: Dieser Frachttransporter von SpaceX bringt immer wieder Ausrüstung und Nachschub auf die Raumstation.

Gegründet wurde das private Raumfahrtunternehmen SpaceX im Jahr 2002 vom Unternehmer Elon Musk, der den Online-Bezahldienst PayPal mitbegründete und als Chef des Elektroauto-Unternehmens Tesla bekannt ist.

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Zwei Astronauten hätten von Cape Canaveral aus Richtung ISS starten sollen - die ersten seit neun Jahren. Seit Einstellung des Shuttle-Programms konnte nur noch Russland Raumfahrer ins All befördern. Am Wochenende soll es einen neuen Versuch geben.