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DART im Anflug auf Dimorphos. Die Asteroidensonde soll auf dem Asteroiden einschlagen, um zu testen, ob so die Flugbahn geändert werden könnte.

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Sonde DART unterwegs zur Asteroiden-Abwehr

Wenn ein großer Asteroid auf der Erde einschlagen würde, hätte das verheerende Folgen. NASA und ESA wollen deshalb gemeinsam erforschen, ob und wie sich so ein Brocken im Ernstfall ablenken lässt: Heute ist die DART-Mission ins All gestartet.

Von
Jan-Claudius HanikaJan-Claudius Hanika
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Der Asteroid Dimorphos, eine Art Mond des Asteroiden Didymos, den NASA und ESA mit ihrer Doppel-Mission anvisieren, ist keiner, der für die Erde gefährlich werden könnte. Aber es ist ein idealer Testkandidat, um auszuprobieren, welche Techniken im Ernstfall zur Asteroiden-Abwehr eingesetzt werden könnten.

Am 24. November hat sich die NASA-Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test) mithilfe einer Falcon-9-Rakete auf den Weg ins All gemacht. "Asteroid Dimorphos: Wir kriegen dich", twitterte die NASA kurz nach dem Start. DART soll 2022 absichtlich in den Asteroiden einschlagen, um ihn aus der Bahn zu bringen: Nach dem Aufprall soll seine rund zwölfstündige Umlaufbahn bis zu zehn Minuten kürzer dauern. Auch nach dem Aufprall der Sonde soll Dimorphos keine Gefahr für die Erde darstellen.

Doppel-Mission von NASA und ESA: erst DART, dann HERA

Für den zweiten Teil der Doppel-Mission ist die europäische Raumfahrtbehörde ESA verantwortlich: Sie schickt 2024 ihre eigene Sonde HERA zum Asteroiden Dimorphos, um die Auswirkungen des Aufpralls zu untersuchen. Mit diesem Experiment wollen NASA und ESA eine Technik entwickeln, solche Gesteinsbrocken umzulenken, sollte doch einmal eine Kollision mit der Erde drohen.

Mission zu Doppelasteroiden

Ziel der Mission ist der Doppelasteroid Didymos (griechisch "Zwilling"). Der größere der beiden Asteroiden hat 780 Meter Durchmesser, der kleinere 160 Meter und trägt den Namen Dimorphos. Auf diesem will die NASA die Raumsonde DART einschlagen lassen. HERA soll den Effekt des Aufpralls auf Dimorphos mithilfe von Kameras und wissenschaftlichen Instrumenten genau untersuchen. Dafür wird HERA auch einige würfelförmige Minisatelliten an Bord haben. Sie sollen unter anderem den Einschlagkrater und die Zusammensetzung des Asteroiden erforschen.

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DART soll auf dem kleineren Asteroiden Dimorphos einschlagen und seine Umlaufbahn um Didymos verändern. LICIACube soll den Einschlag beobachten.

Ankunft beim Asteroiden Dimorphos im Herbst 2022

Der Einschlag von DART auf Dimorphos ist für den Herbst 2022 vorgesehen, wenn der Asteroid "nur" noch elf Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist, damit Riesenteleskope auf der Erde den Einschlag verfolgen können. DART hat aber auch einen kleinen Begleiter, der genau zuguckt: den Mini-Satelliten LICIACube. Ihm bleibt der Aufschlag auf dem Asteroiden erspart, sodass er Daten zur Erde funken kann.

HERA soll 2024 zu Didymos und Dimorphos starten

Der Start der europäischen HERA-Sonde ist erst für Oktober 2024 geplant. Zwei Jahre später wird sie beim Asteroiden-Duo ankommen und soll beispielsweise den Einschlagkrater genauer untersuchen. Gebaut wird HERA unter der Leitung des Luft- und Raumfahrtunternehmens OHB System AG aus Bremen. Am HERA-Projekt sind 17 ESA-Länder beteiligt. Die Kosten betragen rund 129 Millionen Euro, knapp die Hälfte davon übernimmt Deutschland. Die Steuerung der HERA-Sonde soll vom ESA-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt aus geschehen.

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Die Raumsonde HERA soll erkunden, welche Auswirkungen der Einschlag von DART auf den Asteroiden hatte.

Großer Asteroid kann großen Schaden anrichten

Akute Gefahr für den Einschlag eines größeren Asteroiden herrscht derzeit nicht. Doch immer wieder verglühen Gesteinsbrocken in der Erdatmosphäre. Diese können großen Schaden verursachen: Im Februar 2013 richtete die Explosion eines 20-Meter-Brockens über der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk Verwüstungen an. Die Druckwelle verletzte rund 1.500 Menschen, die meisten durch zerborstene Scheiben. Forscher haben bislang rund 27.000 Asteroiden in der Nähe unseres Planeten identifiziert. Etwa 10.000 davon sind mit einem Durchmesser von mehr als 140 Metern gewaltige Brocken.

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Auch wenn Asteroiden keine akute Gefahr für die Erde sind, die US-Raumfahrt-Behörde NASA will für den Fall der Fälle gewappnet sein. Derzeit läuft die Mission "Dart". Eine unbemannte Raumsonde soll dabei einen Asteroiden von seinem Kurs abbringen.

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