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Positive Corona-Tests nach Impfung: Wissenschaftler entwarnen | BR24

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Im Landkreis Kronach sind Bewohner und Mitarbeiter von zwei Pflegeheimen positiv auf Corona getestet worden. Ein Teil der Erkrankten war bereits ein Mal geimpft.

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Positive Corona-Tests nach Impfung: Wissenschaftler entwarnen

Nachdem in einem Seniorenheim im Landkreis Kronach im Dezember gegen das Coronavirus geimpft worden war, wurden nun Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet. Wissenschaftler halten solche Vorfälle allerdings nicht für außergewöhnlich.

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Von
  • Richard Padberg

In zwei Altenheimen im Landkreis Kronach haben sich bereits gegen Covid-19 geimpfte Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Wie Silvia Meusel, Einrichtungsleiterin des Seniorenheims "Sonnen Blick", dem BR bestätigte, seien in Küps nach Schnelltests zu Beginn der Woche etwa 20 Bewohner positiv getestet worden. Auch bei zwei bereits geimpften Mitarbeitern sei mittels des zuverlässigeren PCR-Tests das Virus nachgewiesen worden, so Meusel. Woher die Infektionen kommen, und ob diese bereits vor den Impfungen erfolgten, ist unklar. Die Ergebnisse der bereits durchgeführten Reihentestung liegen noch nicht vor.

RKI-Sprecherin: Corona-Impfschutz braucht Zeit

Dass es in den Einrichtungen trotz erster Impfungen Ansteckungen mit dem Virus gibt, hält Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des Robert Koch Instituts (RKI) durchaus für plausibel. Es brauche etwas Zeit, damit sich der Impfschutz gegen Covid-19 nach der ersten Impfung aufbauen könne, sagte sie dem BR. Eventuell habe es auch schon unentdeckte Infektionen vor der ersten Impfung in den Einrichtungen gegeben.

Immunsystem bildet Antikörper nicht sofort

Wie lange es dauert, bis der Impfstoff wirkt, darüber sind sich die Experten nicht einig. Laut Angaben des RKI würde sich nach Verabreichung der ersten Dosis innerhalb von sieben bis 14 Tagen eine Wirksamkeit von 50 bis 80 Prozent entwickeln. Der Impfstoff-Forscher Leif Erik Sander von der Berliner Charité sagte im Gespräch mit dem BR, es brauche zehn bis 14 Tage, bis sich nach der ersten Impfung eine Immunantwort ausbilde. Das Immunsystem brauche eine Weile, um Antikörper zu bilden. In dieser Zeit sei man nicht geschützt und in Studien seien in diesem Zeitraum auch Infektionen gemessen worden.

Kronacher Landratsamt: "Größeres Ausbruchsgeschehen verhindert"

Hubertus Franz, Ärztlicher Leiter des Kronacher Impfzentrums, gehe vor diesem Hintergrund davon aus, dass man durch die erste Impfreihe sogar ein größeres Ausbruchsgeschehen verhindert habe, heißt es in einer Pressemitteilung des Kronacher Landratsamtes.

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Dass es trotz erster Impfungen Ansteckungen mit dem Coronavirus gebe, sei plausibel, so eine Sprecherin des Robert Koch Instituts.

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