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Lebensgefahr: Hirnhautentzündung und Sepsis durch Meningokokken | BR24

© picture-alliance/dpa

Lebensbedrohliche Meningokokken: So können Sie sich schützen!

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Lebensgefahr: Hirnhautentzündung und Sepsis durch Meningokokken

Rund 300 Mengingokokken-Erkrankungen werden pro Jahr in Deutschland gemeldet. Meningokokken rufen Hirnhautentzündungen oder Sepsis hervor. Die Ständige Impfkommission empfiehlt grundsätzlich eine Impfung.

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Die sogenannten Meningokokken können schwere Infektionen auslösen, zum Beispiel Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen. Meningokokken sind Bakterien, die zu zwei Dritteln aller Fälle eine Meningitis (Hirnhautentzündung) und zu einem Drittel aller Fälle eine Sepsis (Blutvergiftung) hervorrufen können. Sie kommen weltweit vor. Trotz ihrer Gefährlichkeit werden die Krankheitserreger unterschätzt, warnt die Bayerische Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen und rät dringend zur Impfung.

Mengingokokken-Erkrankungen mit schweren Folgen

Zwar sind Infektionen in Deutschland selten. Nur rund 300 Mengingokokken-Erkrankungen werden pro Jahr gemeldet. Die Folgen einer Infektion sind jedoch erheblich: Etwa jeder zehnte Patient stirbt, bei rund der Hälfte bleiben dauerhafte Schäden zurück, zum Beispiel Lähmungen oder Krampfleiden, der Verlust des Gehörs oder Gehirnschäden.

Meningokokken kann man nicht aus dem Weg gehen

Bei etwa zehn Prozent aller Deutschen sind die Bakterien im Nasen- und Rachenraum zu finden. Sie erkranken nicht, können die Bakterien aber durch Tröpcheninfektion übertragen. Der einzige wirkungsvolle Schutz ist daher eine Impfung. Allerdings gibt es zwölf verschiedene Arten von Meningokokken, die Erkrankungen auslösen. In Deutschland kommen vor allem die fünf Typen A, B, C, W und Y vor. Die meisten Erkrankungsfälle gehen auf den Typ B (ca. 60 Prozent) gefolgt von Y (ca. 14 Prozent) und C (ca. 13 Prozent) zurück.

Wer kann an Meningokokken erkranken?

Säuglinge und Kleinkinder infizieren sich am häufigsten. Je jünger ein Kind ist, desto höher ist das Risiko für eine Meningokokken-Erkrankung, da das Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Aber auch Jugendliche (Alter: 15-19 Jahre) haben ein leicht erhöhtes Erkrankungsrisiko, denn durch Feiern und Intimkontakte können die Erreger leichter übertragen werden.

Impfung gegen Meningokokken von der Stiko empfohlen

In Deutschland sind Impfungen gegen die häufigsten fünf Meningokokken-Typen A, B, C, W und Y verfügbar. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Meningokokken C möglichst früh im zweiten Lebensjahr. Eine Meningokokken-B-Impfung wird bei Menschen mit eingeschränkter Immunfunktion, bei engem Kontakt zu einem Meningokokken-Erkrankten oder Reisen empfohlen. Für eine Impfung gegen die Typen A, W oder Y liegt ebenfalls eine Impfempfehlung bei gesundheitlicher Gefährdung oder bei Reisen in Risikogebiete vor. Denn wer in Länder reist, in denen Meningokokken-Infektionen häufiger auftreten, zum Beispiel Indien oder Afrika südlich der Sahara, sollte vorsorgen.

Symptome einer Meningokokken-Erkrankung

Zu den ersten Anzeichen einer Erkrankung zählen grippeähnliche Symptome:

  • hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Benommenheit bis hin zu Bewusstseinsstörungen
  • plötzlich schweres Krankheitsgefühl
  • Lichtempfindlichkeit
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Erbrechen und Nackensteifigkeit (bei Hirnhautentzündung)
  • großflächige Hauteinblutungen (bei Sepsis)
  • Beinschmerz
  • kalte Hände und Füße
  • sehr blasse Haut

Eine wichtiges Warnsignal sind rot-violette Hautflecken. Diese Hautblutungen verschwinden nicht, wenn man mit einem Trinkglas dagegen drückt. Sie sind Zeichen einer Blutvergiftung. Diese Symptome müssen nicht alle gleichzeitig auftreten, sie können sich auch innerhalb weniger Stunden oder Tage entwickeln oder gar nicht.

Beim geringsten Verdacht auf eine Infektion mit Meningokokken sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus! Innerhalb weniger Stunden kann sich eine lebensbedrohliche Erkrankung entwickeln.

© BR

Seit März sind drei Frauen im Landkreis Ebersberg an Meningokokken erkrankt. Sie bekamen zunächst eine Hirnhautentzündung, dann folgte eine Blutvergiftung – mit dramatischen Folgen. Das Gesundheitsamt spricht nun eine öffentliche Impfempfehlung aus.