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Warum Katzenzungen so gut reinigen | BR24

© Alexis C. Noel and David L. Hu

Katzen haben ganz besondere Zungen, mit denen sie ihr Fell kämen, reinigen und ihre Haut kühlen können. Die Tiere putzen sich in einem spezifischen Rhythmus.

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Warum Katzenzungen so gut reinigen

Katzen schlafen im Schnitt 14 Stunden am Tag und sind penible Fellpfleger. Das ausgiebige Schlecken erfüllt effektiv drei Aufgaben: kühlen, kämmen und reinigen. Das geht, weil Katzenzungen besonders gebaut sind.

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Katzen haben auf ihren Zungen schaufelförmige Häckchen. Diese sogenannten Papillen sind klein, beweglich, scharf, bestehen aus Keratin und sind so hart wie menschliche Fingernägel. An der Spitze und am Grund einer Papille befindet sich ein leerer Hohlraum. Dieser nimmt den Speichel der Tiere auf und gibt ihm beim Schlecken auf das Fell ab. Das Fell wird mit System in vier Schritten geleckt: Erst strecken Katzen die Zunge aus, dann breiten sie die Zunge aus und machen sie hart. Als nächstes wird mit Druck über das Fell gewischt und die Zunge beim Rückzug eingerollt.

Reinigen, kämmen, kühlen

Durch die mindestens zwei Millimeter langen Papillen erreichen die Tiere nicht nur das Deckhaar, sondern auch die Haarwurzeln und können sie mit Speichel reinigen, ihr Fell kämmen und ihre Haut abkühlen. Durch Schlecken können Katzen einen Temperaturunterschied von 17 Grad zwischen Haut und Deckhaar erreichen. Das ist nötig, weil Katzen genau wie Hunde kaum schwitzen können. Sie haben nur an den Pfoten Schweißdrüsen und müssen andere Möglichkeiten suchen, um sich bei Hitze abzukühlen.

Problemfall Perserkatze

Gegen ein sehr langes Fell sind aber auch Katzenzungen machtlos. Die Haare von Perserkatzen beispielsweise sind zu lang und Forscher raten Besitzern ihre Katzen täglich zu bürsten und monatlich zu Baden, um die natürlichen Öle im Fell gut zu verteilen - und damit der Katze bei der Fellpflege zu helfen.

Studie vergleicht Zungen von sechs Katzenarten

Warum Katzenzungen so effektiv sind, haben die Forscher Alexis C. Noel und David L. Hu vom Georgia Institute of Technology in Atlanta, USA, in einer Studie vom November 2018 in Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) herausgefunden. Die Wissenschaftler haben die Zungen von Katze, Rotluchs, Puma, Schneeleopard, Tiger und Löwe mit Highspeed-Aufnahmen, Mikro-Computertomografie und 3-D-Modellen unter die Lupe genommen.

© Alexis C. Noel and David L. Hu

Katzen haben Papillen auf ihren Zungen, mit denen sie ihren Speichel auffangen und beim Schlecken gezielt im Fell verteilen können. In diesem Video ist so ein Speichelfänger zu sehen und wie er funktioniert - mit Lebensmittefarbe eingefärbt.