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Alltagswissen Rätsel rund um Tiere

Hämmert sich der Specht das Hirn kaputt? Haben's Ohrenkneifer wirklich auf Ihre Ohren abgesehen? Warum haben Vogeleier verschiedene Farben und Muster? Fragen über Fragen - wir haben die Antworten für Sie!

Stand: 28.03.2018

Alltagswissen: Emu-Eier | Bild: picture alliance / Mary Evans Picture Library, Montage: BR

Warum haben Eier verschiedene Farben und Muster?

Mal einfarbig, mal gesprenkelt

Wachteleier

Eier können mal kolibriklein und mal vogelstraußgroß sein. Sie sind weiß oder dunkelgrün. Mal sind sie einfarbig und mal gesprenkelt. Warum sehen Eier so ungleich aus, obwohl sie innen immer gleich aufgebaut sind - aus Eigelb und Eiweiß?

Tarnung und Fingerabdruck

Sandregenpfeifer-Eier

Farben und Muster bei Eiern dienen der Tarnung. Es setzen sich bei bodenbrütenden Vögeln jeweils die Farben und Muster durch, die die Eier am besten mit der Umgebung verschmelzen lassen, sodass sie nicht so schnell zu erkennen sind. Die Färbung der Eier ist auch der Fingerabdruck einer Vogelart: Die Tiere können daran erkennen, ob der eigene Nachwuchs im Nest liegt oder ein Brutparasit.

Böser schlauer Kuckuck

Kuckucksei im Nest eines Teichrohrsängers

Ein Brutparasit ist zum Beispiel der Kuckuck. Der schafft es immer wieder, seine Eier in fremde Nester zu schmuggeln und von anderen Vögeln ausbrüten zu lassen. Er ist aber noch gemeiner - oder schlauer: Sobald die Kuckucksküken geschlüpft sind, schubsen sie alle anderen Eier aus dem Nest. Wer zuletzt schlüpft, hat verloren.

Farbe und Härte

Emu mit einem Nest voller Eier

Es gibt Hinweise, dass die Farbe eines Eis auch auf seine Härte schließen lässt. Bestimmte Farbstoffe bauen sich in die Kalkkristalle der Eierschale ein und machen sie härter. So ist das zum Beispiel beim Emu. Seine dunkelgrünen Eier sehen nicht nur aus wie Granaten, sie sind auch knallhart, also härter als andere Eier jedenfalls.

Macht Eiseskälte den Stechmücken etwas aus?

Bei Eiseskälte friert alles ein

Frostiger Winter, dauerhaft Temperaturen unter Null Grad, eisiger Wind. Nicht angenehm, aber wenigstens für alle nicht angenehm - also auch für Stechmücken! Die müssten doch auch einfrieren, oder? Das heißt, wenn wir die Eiseskälte aushalten, bekommen wir zur Belohnung wenigstens einen mückenfreien Sommer.

Eingebautes Frostschutzmittel

Falsch gedacht, sagt Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). "Insekten haben so eine Art Frostschutzmittel, um über die Wintermonate zu kommen. Denen ist es völlig egal, ob die Temperaturen minus fünf oder minus zehn Grad oder noch kälter erreichen." So überwintern sie dann in Kellern, auf Dachböden oder im Kaminholzstapel. Einheimische Mücken sind perfekt eingestellt auf Minusgrade. Nur die asiatische Tigermücke hat ein Problem mit der Kälte, aber sie kommt ja ursprünglich auch aus den Tropen Südostasiens.

Milde, feuchte Winter sind schlecht für Mücken

Mücken haben ein Problem, wenn der Winter mild und feucht ist. Denn Pilzsporen lieben so ein Wetter und befallen dann Insekteneier und Larven. Grundsätzlich aber hat das Wetter im Frühjahr den größten Einfluss auf die Sommermücken. Ist es dann warm und regnet viel, dann explodiert die Mückenpopulation. Sechs bis sieben Grad Außentemperatur reichen schon aus, dann werden die Mücken wieder aktiv. "Spätestens Anfang, Mitte Mai ist es für uns wieder schmerzlich spürbar", so die Mückenexpertin Doreen Walther.

Kriegt der Specht kein Kopfweh?

Tock-tock-tock, tock-tock-tock

Hämmernder Specht

Bis zu 100-mal in der Minute hackt ein Specht in die harte Baumrinde. Dabei wirken immense Kräfte auf den Vogelkopf - ein Vielfaches dessen, was beim Menschen zu einer Gehirnerschütterung führen würde. Ein Boxer wäre nach solchen Schlägen längst k.o. Wie hält der Specht das aus?

Geniales Stoßdämpfersystem

Buntspecht

Das Specht-Gehirn liegt über einer Achse aus stabilen Knochen vom Schnabel zum Hinterkopf und kriegt die Stöße deshalb nicht direkt ab. Kräftige Muskeln am Hinterkopf bilden ein geniales Stoßdämpfersystem. Und sein Schnabel hat einen Knick, der die Stöße auf die Schnabelspitze zu Zugkräften am Kopf verwandelt.

Hämmert sich der Specht das Hirn kaputt?

Ob das Specht-Hirn trotz Schutzsystem Schaden nimmt, ist eine andere Frage. Wissenschaftler der Boston University untersuchten Gehirne des Dunenspechts, der kleinsten nordamerikanischen Spechtart. Im Vergleich zu anderen Vogelgehirnen haben die sezierten Hirne deutlich mehr sogenannte Tau-Proteine aufgewiesen. Diese Eiweiße ummanteln normalerweise schützend die Nervenfortsätze. Sammeln sie sich jedoch im Übermaß an, was etwa nach Hirnschäden der Fall ist, schädigen sie - zumindest beim Menschen - die Nervenfunktion. Die Forscher vermuten, dass die Tau-Proteine beim Specht eher eine schützende Funktion haben. Peter Cummings, einer der beteiligten Forscher, stellt die rhetorische Frage: "Würden sie noch da sein, wenn das Klopfen ihr Hirn schädigt?"

Können sich Tiere auch erkälten?

Wild - bei Wind und Wetter draußen

Reh im Schnee

Kaum wird es draußen nass und kalt, fangen die ersten an, die Nase hochzuziehen. Bei uns Menschen ist das ein ungeschriebenes Gesetz. Aber wie ist das bei Wildschweinen, Rehen, Füchsen und Feldhasen? Sie sind bei Wind und Wetter draußen - können auch sie sich erkälten?

Triefnasige Wildtiere

Feldhase im Schnee

Wer bei Wildtieren genauer hinschaut, erkennt: Sie husten, schniefen und haben Triefnasen wie wir. Gerade im Winter, wenn das Futter knapp ist und die Kälte sie quält, ist auch das Immunsystem von Hase, Hirsch und Co. angegriffen. Aber bekommen sie dann tatsächlich eine Erkältung?

Fiese Parasiten

Wildschwein im Schnee

Wenn Wildschweine niesen und husten, sind ihre Lungen von einem Wurm befallen, der Lungenentzündungen hervorruft. Hustende Rehe leiden unter Rachenbremsenlarven: Die Parasiten, die in Nase und Rachenraum nisten, sollen herausgehustet oder -geniest werden.

Flattermann mit Schnupfnase

Enten auf zugefrorenem Teich

Was bei Vögeln wie Schnupfen aussieht und sich durch Schleim in den Nasenlöchern bemerkbar macht, kann Geflügelcholera sein. Diese bakterielle Erkrankung zieht Atembeschwerden und Lungenentzündungen nach sich und kann tödlich enden.

Vogelgrippe

Vogelgrippe in Indien

Vogelgrippe wird durch Influenzaviren hervorgerufen und auch als Geflügelpest bezeichnet. Die Symptome sind anders als die einer Grippe in unserem Sinn: Die Tiere leiden an Schwäche, Fieber, Atembeschwerden, Schwellungen, Durchfall und Bewegungsstörungen. Fast alle erkrankten Tiere sterben.

Stört Winterschläfer die Zeitumstellung?

Zählen Igel Schäfchen?

Wenn die Uhren wieder auf die Winterzeit um eine Stunde zurückgestellt werden, dann rebelliert bei vielen Menschen die innere Uhr: Sie reagieren gereizt und mit Schlafstörungen. Doch wie sieht es eigentlich bei den Winterschläfern im Tierreich aus? Beeinflusst die Zeitumstellung das Verhalten von Bären, Fledermäusen, Feldhamstern, Murmeltieren, Haselmäusen oder Igeln?

Schlafmittel Melatonin

Den Winterschläfern ist die Zeitumstellung völlig egal. Sie werden müde, weil sich ihr Organismus auf Winterschlaf einstellt. Ihre innere Uhr springt von Sommerzeit auf Winterzeit und das liegt am Hormon Melatonin. Die Zirbeldrüse im Gehirn schüttet das Hormon aus. Sie richtet sich dabei nach der Helligkeit, beziehungsweise Dunkelheit. Während die Melatoninproduktion bei starkem Lichteinfall auf die Netzhaut des Auges gehemmt wird (tagsüber), steigt sie mit zunehmender Dunkelheit an (nachts). Und je kürzer die Tage werden, desto mehr Melatonin produziert der Körper. Forscher gehen auch davon aus, dass die Ausschüttung des Hormons im Frühling dazu führt, dass die Tiere sich paaren.

Warum hat Rentier Rudolph eine rote Nase?

Ein Malbuch als Vorlage

Das Rentier Rudolph war ursprünglich eine Erfindung des Autors Robert Lewis May. Er präsentierte 1939 für ein Malbuch einer Chicagoer Kaufhauskette der Unternehmensleitung die Geschichte vom rotnasigen Rentier. Diese war zunächst gar nicht begeistert von einem rotnasigen Rentier weil man befürchtete, das Attribut "rotnasig" könnte mit einer Alkoholnase in Verbindung gebracht werden. Letztendlich konnte May seine Chefs aber überzeugen. Seither zieht das Rentier mit der rot leuchtenden Nase den Schlitten des Weihnachtsmanns.

Eine gut durchblutete Nase

Warum das Rentier Rudolph allerdings eine rote Nase ziert, das Geheimnis konnte ein niederländisch-norwegisches Forscherteam erst vor Kurzem lüften: Die Nasen von Rentieren enthalten rund 25 Prozent mehr Blutäderchen als menschliche Riechorgane. Soll heißen, Rentier-Nasen haben eine besonders große Menge an roten Blutkörperchen, die Sauerstoff transportieren und helfen, die Körpertemperatur der Tiere zu kontrollieren. Denn eines tun Rentiere nie: frieren - und das nicht nur aufgrund ihrer Nasen, sondern auch wegen ihres Fells und ihrer Hufe.

Warum können Vögel auf Stromleitungen sitzen?

Spannender Sitzplatz

Star auf einer Stromleitung

Vögel sind immer auf der Suche nach dem perfekten Ausblick. Von Stromleitungen aus ist der besonders gut. Doch wie überleben die Vögel das, ohne einen Schlag zu kriegen?

Nur eine Leitung

Die Drähte stehen unter einer hohen Spannung, doch solange die Vögel dabei nur einen einzigen berühren, kann ihnen nichts passieren. Für kleinere Vögel wie Stare oder Schwalben ist das kein Problem.

Tödliche Nähe

Störche oder Bussarde berühren aber schnell mal mit ihren weiten Schwingen zwei Leitungen gleichzeitig. Dann laufen bis zu 220.000 Volt durch den Vogel - eine tödliche Dosis.

Gefährlich ist es auch, wenn Vögel auf einer Leitung sitzen und zur selben Zeit auch den Strommasten berühren: Dann wird eine Erdung hergestellt und der Strom fließt durch den Vogelkörper. Rund 10.000 Vögel sterben so in Deutschland jedes Jahr.

Sicher nachrüsten

Bis 2012 haben die Stromversorger noch Zeit, ihre Strommasten umzurüsten und vogelsicher zu machen. Rund sechzig Zentimeter lange Schutzkappen sollen die Leitungen in der Nähe des Strommastes ummanteln. Eine knifflige Aufgabe: Ohne Helikopter geht das nicht!

Warum werden Wespen immer wepsiger?

Je wärmer und trockener ...

Wespe auf aufgeschnittenen Mirabellen

Sie schwirren um den Mund und um das Eis. Sie knabbern winzige Stückchen aus dem Schinken und lieben Grillfleisch: Wespen sind im Sommer lästige Begleiter. Ein langer warmer Sommer bringt scheinbar noch mehr Wespen mit sich, die einem viel zu viel und viel zu aggressiv vorkommen. Doch warum werden Wespen eigentlich immer wepsiger?

Warm und trocken ist gut für den Nachwuchs

Wespe nascht Süßes

Hitze und Trockenheit sind beste Voraussetzungen dafür, dass eine Wespenbrut gut gedeiht. Im Frühling schlüpfen die Königinnen, sobald es warm genug ist. Je wärmer es ist, desto mehr Tiere entwickeln sich. Mehr Königinnen bedeuten auch mehr Nachwuchs. Und die Möglichkeit, für den Menschen auf Wespen zu treffen, erhöht sich natürlich.

Fleisch für die Brut

Blick in ein Wespennest

Ab Ende Juni schlüpfen die ersten Arbeiterinnen. Sie legen bis Ende Juli die Kammern für die Larven in den Wespennestern an. Diese schlüpfen aus den Eiern, die die Königinnen gelegt haben. Als Baumaterial dient trockenes Holz, das zu Papierbrei verarbeitet wird. Gefüttert wird in dieser Zeit vor allem eiweißreiche Nahrung: Insekten, Läuse und Fleisch. Beliebt sind Grillfleisch oder Schinken. Damit werden die Larven versorgt.

Süßes für die Arbeiterinnen

Vorsicht vor dem Zubeißen! Wespe auf Marmeladenbrot

Mitte August bis September haben sich die männlichen Drohnen und neuen Königinnen so weit entwickelt, dass die Arbeiterinnen sich nicht mehr um den Nachwuchs kümmern müssen – dann suchen sie für sich selbst und werden im Spätsommer besonders lästig. Denn auf dem Speiseplan der Arbeiterinnen stehen Kohlenhydrate, vor allem Zucker und damit Süßes: Kuchen, Limonade, Eis und süße Früchte. In dieser Zeit ist das Wespenvolk am größten, das Nahrungsangebot geht aber schon zurück und deshalb gehen die gelb-schwarz gestreiften Insekten einem auch besonders auf die Nerven.

Wer sticht eigentlich?

Eine Gemeine Wespe

Weltweit gibt es 61 Arten der Echten Wespen, einer Unterfamilie der Faltenwespen. In Europa leben davon elf Arten der Echten Wespen. Zu ihnen zählen auch die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Diese beiden gelten als besonders zudringlich. Sie gehören zu den Kurzkopfwespen und besitzen einen Stachel und eine Giftdrüse, mit denen sie schmerzhaft zustechen können.

Wespen-Mythen

Kneifen Ohrenkneifer wirklich ins Ohr?

Gruseliges Getier

Gemeiner Ohrwurm

Ihr Ruf ist nicht der beste: Generationen von Kindern haben sich vor Ohrenkneifern gegruselt, die auf Kellertreppen oder in Hausfluren herumkrabbelten. Aber machen sich Ohrenkneifer mit ihren Zangen wirklich an Menschenohren zu schaffen, durchstechen das Trommelfell und legen ihre Eier im Gehirn ab, wie man sich erzählt?

Gemeiner Ohrwurm

Zunächst einmal: Der sogenannte Ohrenkneifer heißt eigentlich "gemeiner Ohrwurm" - aber nicht, weil er gemein wäre. Er ist auch kein Wurm, sondern gehört zur Klasse der Insekten. Weil er Blattläuse und Schmetterlingsraupen, aber auch Blüten frisst, ist er sowohl nützlich als auch schädlich. Sein Hinterleib endet in einer Zange, die zur Jagd, zur Verteidigung und bei einigen Arten auch als Hilfe zur Entfaltung der Flügel verwendet wird. Aber auch zum Ohrenkneifen?

Verpulvert

Ohrenkneifer haben kein Interesse daran, mit ihren Zangen in Trommelfelle zu zwicken. Die Legende soll daher rühren, dass man früher das Pulver toter Ohrwürmer als Mittel gegen Taubheit oder Ohrenprobleme verwendet hat. Als diese medizinische Anwendung in Vergessenheit geraten war, konnte man sich den Namen der Ohrenkneifer nicht mehr erklären - und schlussfolgerte einfach, dass Ohrenkneifer wohl in Ohren kneifen. Gemein!

Warum singen Vögel im Frühjahr?

Morgendämmerung macht Vögel wach

Seit Frühlingsbeginn hört man sie wieder: Amsel, Drossel, Fink und Star. Manche sind aus Afrika zurück, andere haben hier überwintert - jedenfalls singen sie in aller Herrgottsfrühe wieder aus vollem Hals. Warum eigentlich?

Tierische Frühlingsgefühle

Es geht natürlich um Sex! Die Hormone der Vögel spielen verrückt, die Männchen stecken mit ihrem Gesang ihr Revier ab und betören die Weibchen, die sich dann ihren Favoriten aussuchen dürfen.

Ausdauernder Gesang beeindruckt

Was ist wichtig, um die Vogel-Weibchen zu beeindrucken? Laut ist immer gut, dazu kommen Häufigkeit und Dauer. Damit zeigen die Männchen, dass sie fit und perfekte Vogel-Papas sind. Hilfreich ist auch ein großes Repertoire, über mehrere Strophen sollte so ein Vogel-Liebeslied schon verfügen. Wer dann noch mit einer Tanzeinlage glänzen kann, der hat die Weibchen schon fast um den Finger gewickelt - wenn noch das auffällige Federkleid passt. Denn all das sind Zeichen für eine gute Gesundheit. Ein Vogelmännchen, das offensichtlich von Parasiten gequält wird, hat schlechte Karten bei den Weibchen.

Rotkehlchen

Männliche Rotkehlchen zeigen natürlich gerne ihre roten Federn an der Brust, aber beim Balztanz auch ihre zitternden Federn. Dabei neigen sie sich nach vorne - und zeigen so, dass sie das Weibchen verführen wollen.

Amsel

Die Amseln haben zwar kein auffälliges Federkleid, tanzen dafür für ihre Angebetete einen Tango. Die Schwanzfedern werden aufgefächert, die Flügel rhythmisch gehoben und gesenkt.

Meise

Meisen haben ein auffällig farbiges Federkleid, sie zeigen gerne ihre bunte Brust und schaukeln mit ihren Körpern hin und her. Dann stellt das Männchen die Schwanzfedern auf und trippelt laut singend zur Seite. Wenn das Weibchen um Futter bettelt, ist klar - ein Meisenpärchen hat sich gefunden.

Star

Richtig prächtig sieht auch das Starenmännchen während der Balzzeit aus: Sein metallisch-glänzendes Federkleid beeindruckt fast jedes Weibchen in seiner Nähe.

Fasan

Der Fasan bezaubert natürlich durch seine blauen Federn an Kopf und Hals und den roten Kinnlappen. Er hat Luftsäcke, damit zischt er die Weibchen an und vibriert mit seinen Schwanzfedern.

Spatz

Der Spatz oder Haussperling beeindruckt durch seinen schwarzen Brustfleck, seine helleren Wangen und den dunklen Scheitel. Er lockt seine Angebetete mit einem aufgeplusterten Federkleid und gibt sich ständig verändernde Tschilptöne von sich. Wenn er ein Weibchen von sich überzeugt hat, zeigt er ihr erstmal das fertige Nest. So eine Spatzen-Ehe hält übrigens ein ganzes Vogelleben lang.

Auch Weibchen singen

Übrigens - entgegen allgemeiner Annahme können auch Weibchen Lieder singen und piepsen nicht nur vor sich hin. Zum Beispiel bei den Rotkehlchen, denn die sind keine Zugvögel und verteidigen auch im Winter ein Revier, Männchen wie Weibchen. Bei fast allen tropischen Vögeln ist das genauso.

Mücken-Mythen

Warum stecken sich Elefanten den Rüssel ins Maul?

Den Rüssel im Mund

Elefanten stecken sich den Rüssel in den Mund. Warum machen sie das bloß? Die einfache Antwort, sie rupfen Gras vom Boden und schieben es sich mit dem Rüssel ins Maul. Direkt vom Boden können sie aufgrund des langen Rüssels ja nicht fressen. Gleiches gilt übrigens auch fürs Trinken. Doch warum steckt ein Dickhäuter dem anderen den Rüssel in den Mund?

Den Trost im Gepäck

Elefanten stecken sich zur Begrüßung gegenseitig den Rüssel in den Mund, quasi um "Hallo" zu sagen. Aber die Geste hat noch eine andere, weit sozialere Bedeutung. Sie wird eingesetzt, wenn ein Elefant gestresst ist, weil er sich beispielsweise vor einem streunenden Hund oder einer Schlange im Gebüsch erschreckt hat. In solchen Momenten kommt meist ein anderer Elefant, berührt den erschreckten Artgenossen vorsichtig mit dem Rüssel oder steckt ihm den Rüssel in den Mund - um Trost zu spenden.

Wie entstehen Schneckenhäuser?

Das eigene Haus auf dem Rücken

Die Schnecke ist sowohl Symbol für Langsamkeit als auch für Unabhängigkeit - mit ihrem eigenen Haus auf dem Rücken. Aus der ursprünglich flachen Schalenschnecke haben sich gedrehte kunstvolle Gehäuse gebildet. Schneckenhäuser sind im Lauf der Evolution entstanden, um die inneren Organe zu schützen. Letztere liegen in einem Eingeweidesack im Schneckenhaus. Dieser dreht sich mitsamt dem Mantel, der für die spätere Schalenbildung zuständig ist, um seine Längsachse. Somit ist die Schale einer Schnecke immer spiralig gewunden, anders als die Schalen anderer Weichtiere.

Warum sind alle in eine Richtung gedreht?

Die allermeisten Schneckenhäuser drehen sich im Uhrzeigersinn um sich selbst - fast immer nach rechts. Die Ausnahme: Das Gehäuse der Schließmundschnecke öffnet sich immer nach links. Daneben gibt es Einzelfälle, die bei den Weinbergschnecken Schneckenkönige heißen. Doch die sind selten und unter Sammlern begehrt: Ein Linksdreher kommt auf zehn Millionen Rechtsdreher. Kleine Schnecken sind bereits mit einem fast durchsichtigen Schneckenhaus ausgestattet. Je älter sie werden, desto größer und fester wird das Schneckenhaus.

Woher weiß der Hahn, wann er krähen soll?

Kikeriki nach Licht oder Laune?

Frühmorgens, wenn bei den meisten von uns der Kopf noch tief im Kissen vergraben ist, kann er einem schon den Tag vergällen: ein krähender Hahn. Denn bekanntermaßen lässt er sein nervtötendes Kikeriki meist vor dem Morgengrauen ertönen. Doch woran erkennt der Gockel, wann er sich melden muss? Das haben zwei japanische Forscher untersucht.

Die innere Uhr macht's

Die Forscher fragten sich, ob der Hahn auf äußere Reize wie Licht reagiert oder auf seine innere Uhr hört. Bei ihren Versuchen stellte sich heraus, dass Hähne bei einem zwölfstündigen Tag-Nacht-Rhythmus rund zwei Stunden vor Tagesanbruch krähten. Doch auch bei einer 24-stündigen Dauerdämmerung behielten sie diesen Rhythmus bei. Also schlussfolgerten sie: Der Hahn folgt beim Wecken seiner inneren Uhr.

Warum bekommt der Seelöwe keine Taucherkrankheit?

Abgetaucht

Nichts fürchten passionierte Taucher so sehr wie die Taucherkrankheit. Die bekommt, wer nach einem tiefen Tauchgang zu schnell wieder auftaucht. Dadurch bilden sich Stickstoffblasen im Blut – ähnlich wie Kohlendioxidbläschen in einer Sprudelflasche – die Blutgefäße und Organe schädigen und im schlimmsten Fall den Tod bedeuten.

Aufgestiegen

Meeressäuger leider nicht an dieser Krankheit. Warum, das haben Wissenschaftler an einer Seelöwin untersucht. Das Ergebnis: Das Weibchen lässt gezielt die Lunge kollabieren. Dadurch wird die Stickstoffaufnahme im Blut begrenzt. Gleichzeitig hält es Sauerstoff für das Auftauchen in der Lunge zurück. Das senkt das Risiko für die Krankheit.

Wie viel PS hat ein Pferd?

Des Pferdes Stärke

Pferd zieht Heuwagen

Unter der Motorhaube eines Autos verbergen sich viele PS - also Pferdestärken. Pro PS ein Pferd? Ein ganz schönes Gewusel wäre das! Aber es sind doch nicht alle Pferde gleich stark? Hat jedes Pferd tatsächlich nur ein PS?

Watts clevere Vermarktung

Ein PS ist laut James Watt, wenn ein Pferd in einer Minute ein Gewicht von 150 Kilogramm 30 Meter hochhebt. Diese Einheit erfand er, um zum Beispiel den Besitzern von Bergwerken - in denen Pferde als Lasttiere eingesetzt wurden - zu zeigen, was seine neue Erfindung, die Dampfmaschine, alles leisten konnte.

PS-starke Pferde

Pferde können also durchaus über mehr als ein PS verfügen - wenn sie die von James Watt angegebene Leistung übertreffen können. Rennpferde zum Beispiel bringen es kurzfristig auf bis zu 15 PS. Theoretisch können Pferde sogar bis zu 24 PS leisten.

Warum schwimmen Haie immerzu?

Immer in Bewegung

Schwimmender Hai

Sie sind zwar nicht das Paradebeispiel für Fleiß, doch nur wenige Haiarten sieht man gelegentlich faul auf dem Boden herumliegen. Ansonsten sind Haie ständig in Bewegung. Wissen Sie, warum?

Luftig und leicht

Im Gegensatz zu Fischen besitzen Haie keine Schwimmblase. Ohne Schwimmbewegungen würden sie einfach auf den Grund sinken. Außerdem: Um zu atmen, müssen Haie ständig ihre Kiemen mit Sauerstoff durchspülen. Auch dies geschieht durch die kontinuierliche Schwimmbewegung. Dem Hai hilft beim Schwimmen sein perfekt angepasster Körper: Statt eines Knochengerüsts besitzen Haie nur einen einzigen zentralen - und sehr leichten - Knorpel, außerdem sorgt die extrem ölhaltige Leber für zusätzlichen Auftrieb.

Warum sind manche Raubkatzen so gemustert?

Designwunder

Gepard

Gepunktet, gestreift oder einfarbig - das Fell von Raubkatzen ist einzigartig. Doch - warum eigentlich? Und warum gibt es gemusterte und schwarze Panther?

Graslandschleicher

Puma

Raubkatzen schleichen sich auf leisen Pfoten an ihre Beute an und machen ihr mit einem Prankenhieb den Garaus. Damit sie dabei nicht zu früh entdeckt werden, tarnen sie sich mit ihrem Fell. Der Puma jagt am liebsten im Grasland - darum ist sein Fell hellbraun und einfarbig.

Im Blätterwald

Leopard

Raubkatzen, die am liebsten nachts im Wald auf Bäumen jagen, haben meistens ein stark gemustertes Fell. Viele Leoparden aus Afrika leben im Regenwald - durch die Rosetten im Fell sind sie im Blätterwald fast unsichtbar.

Pechschwarz

Schwarzer Panther

Der Leopard ist nicht immer bunt - die Unterart Schwarzer Panther hat ein pechschwarzes Fell. Das liegt daran, weil der lieber woanders jagt: In Afrika findet man Schwarze Panther am häufigsten im Äthiopischen Bergland. Rosetten hat der Schwarze Panther auch, nur kann man die kaum sehen, weil sie auch schwarz sind.

Tigerstreifen

Junge Tiger

Streifen statt Punkte oder Kringel - die hat nur der Tiger. Warum gerade sie die einzigen Streifenkatzen sind, das weiß bislang noch keiner. Schön sind sie trotzdem.

Was war zuerst da - Henne oder Ei?

Schlüpfen, legen - legen, schlüpfen?

Hühner mit Eiern

Beim Versuch, diese Frage zu lösen, drehen wir uns im Kreis. Denn die Henne ist zwar aus dem Ei geschlüpft, aber das wiederum wurde von einer Henne gelegt, und die ist ja bekanntlicherweise aus einem Ei geschlüpft. Wie denn nun? Was war wirklich zuerst da?

Weder, noch?!

Aus biblischer Sicht ist die Sache klar: Gott hat alle Tiere geschaffen, also auch die Henne. Und die legte nach der Begattung mit dem Hahn das erste Ei. Aus wissenschaftlicher Sicht gab es weder ein "erstes Huhn" noch ein "erstes Ei" - beide sind das Ergebnis der Evolution. Ok. Dann fragen wir anders: Woher kommt denn das Huhn?

Der Vorfahr aus Zeiten der Saurier

Der Vorfahre unseres Haushuhns ist das Bankivahuhn. Es stammt aus Asien, wurde ca. 2.500 v. Chr. domestiziert und legte ebenfalls Eier. Paläontologen vermuten, dass dieses Huhn über mehrere Linien letztlich vom Archäopterix abstammt, der als Bindeglied zwischen Dinosauriern und Vögeln gilt.

Gab es damals schon Eier?

Sowohl Ur-Vögel als auch Dinosaurier legten bereits Eier. Als sich vor rund 400 Millionen Jahren die ersten Tiere vom Wasser ans Land wagten, mussten ihre Eier vor dem Austrocknen in der Sonne geschützt werden. Deshalb erfand die Natur die harte Schale.

Was war vor dem harten Ei?

Das weiche Ei von Fischen und Amphibien. Aber auch das hat Vorläufer. Die ersten Eier stammen vermutlich von Mehrzellern, die vor rund 600 Millionen Jahren entstanden sind. Sie haben sich ähnlich fortgepflanzt wie heutzutage Schwämme: durch Abgeben von Ei- und Spermienzellen.

Wie das Henne-Ei-Problem zum Fisch-Ei-Problem wird

Aus evolutionsbiologischer Sicht war das Ei schon da, lange bevor es die Henne gab. Allerdings war es eben kein Hühnerei. Also bleibt die Frage, war der Fisch oder das Ei zuerst da? Der Dinosaurier oder das Ei? Sagen wir mal so: Eier gibt es, seitdem sich mehrzellige Lebewesen fortpflanzen. Der Dichter Eduard Mörike hat aber noch eine ganz andere Erklärung.

Wer brachte das Ei?

"Die Gelehrten und die Pfaffen stritten sich mit viel Geschrei: Was hat Gott zuerst erschaffen, wohl die Henne, wohl das Ei? Wäre das so schwer zu lösen? Erstlich ward ein Ei erdacht, doch weil noch kein Huhn gewesen, darum hat's der Has gebracht."

Sterben Kobras, wenn sie sich auf die Zunge beißen?

Gefährliche gespaltene Zunge

Kobra

Ihr Gift ist gefürchtet: Es wirkt sehr schnell und ist extrem stark. Doch was passiert, wenn sie sich selbst auf ihre gespaltene Zunge beißen?

Die Natur denkt mit

Nein, denn Schlangen sind gegen ihr eigenes Gift immun! Zudem ist der Kopf der Kobra so gebaut, dass ihre Giftzähne erst "ausfahren", wenn der Kiefer weit aufgesperrt ist. Die hohlen Giftzähne sind durch einen feinen Kanal mit den Giftdrüsen verbunden. Die Speikobra muss übrigens gar nicht erst zubeißen: Sie kann ihr Gift über zwei Meter weit spucken!

Trinken Fische Wasser?

Mauloffen feilhalten

Sicher - Fische machen unter Wasser immer wieder den Mund auf und zu, saugen Wasser ein und filtern mit ihren Kiemen den Sauerstoff für sich heraus. Aber trinken Fische eigentlich auch Wasser? Und wie ist es bei Salzwasser?

Nicht durch die Kehle

Teils, teils: Süßwasserfische müssen nicht trinken, in sie dringt das Wasser einfach von außen durch die Haut ein. Da die Zellen des Fischs mehr Salze enthalten als das Wasser um ihn, "saugt" der osmotische Druck Wasser in seinen Körper. Der Süßwasserfisch muss im Gegenteil regelmäßig Wasser ausscheiden, sonst würde er platzen.

Salzwasser gefällig?

Clownfisch

Salzwasserfische hingegen müssen sogar trinken, da der hohe Salzgehalt ihrer Umwelt das Wasser aus ihrem Körper förmlich heraussaugt. Doch ihre Kiemen enthalten eine spezielle Filteranlage, die aus dem salzigen Wasser Trinkwasser macht.

Voller Konzentration

Und was ist Osmose?

Mit Osmose wird der Austausch verschieden konzentrierter Lösungen untereinander bezeichnet: Nach den physikalischen Gesetzen der Diffusion gibt es zwischen zwei Lösungen einen Ausgleichsprozess von der Lösung mit höherer Teilchendichte zu der mit niedrigerer Teilchendichte. In der Natur beruhen viele organische Prozesse auf Osmose, sowohl in Pflanzen- als auch Tier- und Menschenzellen.

Können Fische ertrinken?

Kaum zu glauben, aber: Ja!

Weißer Hai holt Luft

Warum ertrinken Fische eigentlich nicht? Weil es sonst keine Fische mehr gäbe! Aber das stimmt nicht ganz. Es gibt Fische, die sehr wohl ertrinken können. Viele Menschen kennen sie sogar. Doch der Reihe nach:

Wie atmen Fische?

Fische brauchen wie die Menschen Sauerstoff zum Leben. Aber sie haben keine Lungen. Sie nehmen vielmehr den im Wasser gelösten Sauerstoff durch ihre Kiemen auf. Der Atmungsapparat der Fische ist also darauf ausgelegt, ständig mit Wasser gefüllt zu werden.

Wieso Fische ersticken

An Land funktionieren die Kiemen nicht. Deswegen müssen die Fische an der Luft ersticken. Es gibt aber auch Fische, die haben zwar Kiemen, die funktionieren aber nicht. Stattdessen haben sie ein Atmungsorgan entwickelt, das Labyrinth heißt.

Labyrinthfische ertrinken

Zum Luftholen müssen die Labyrinthfische regelmäßig an die Wasseroberfläche kommen. Gelingt ihnen das nicht, ertrinken sie. Bei Aquarianern sind Labyrinthfische wegen ihres prächtigen Aussehens und ihres interessanten Lebenswandels sehr beliebt. Am bekanntesten sind die Kampffische und die Prachtguramis.

Bedrohte Haie

Auch einige Hochseehaie wie der Mako oder der Weiße Hai können ertrinken. Bei diesen Haien funktioniert die Kiemenatmung nur, wenn der Fisch ständig in Bewegung ist und immer frisches Wasser durch die Kiemen fließt. Deswegen verenden viele Millionen Haie jährlich in den Netzen. Über 200 Hai-Arten sind mittlerweile vom Aussterben bedroht.

Warum haben wir "Schwein gehabt"?

Glücksschweine

An Silvester ein echtes Muss - egal ob aus Gummi oder Marzipan: das Glücksschwein. Doch auch ohne haben wir oft genug "Schwein gehabt" - warum eigentlich? Und braucht man dazu ein Sparschwein?

Schwein haben

... ist kein Sparschwein vonnöten. Die Redensart stammt vermutlich noch vom mittelalterlichen Brauch, bei Wettspielen und Lotterien dem Letzten ein Ferkel zum Trostpreis zu geben: das unverdiente Glück.

Sparschwein haben

Warum unsere rosigen Haustierchen auch für den Notgroschen herhalten, hat wiederum mit Glück nichts zu tun, sondern liegt an einem sprachlichen Missverständnis: Im mittelalterlichen England wurde aus "Pygg", einer Lehmart, Geschirr gefertigt - auch Töpfchen zum Sammeln von Kleingeld. Daraus wurde irgendwann die "Piggy Bank" in Form eines Schweins.

Warum gibt es keine Naschkatzen?

Keine Katzenschokolade

Viele Tiere stehen auf Süßes. Nicht so die Hauskatzen und ihre wilden Verwandten wie Tiger und Geparden. Süßigkeiten lassen sie völlig kalt. Bitter, sauer oder salzig scheinen Katzen jedoch ganz ähnlich wie wir Menschen wahrzunehmen. Warum bliebe Katzenschokolade mit Sicherheit ein Ladenhüter?

Das Schoko-Gen

Ganz einfach: Katzen können Süßes überhaupt nicht schmecken. Katzenschokolade wäre für sie einfach nur ein geschmackloses Etwas. Den Tieren fehlen Teile des Gens, das für die Wahrnehmung von Süß verantwortlich ist. Ob Katzen wegen ihrer veränderten Geschmackswahrnehmung zu Fleischfressern wurden oder ob der ständige Fleischkonsum die Geschmackswahrnehmung verändert hat, ist allerdings unklar.


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