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Grippe und Co: Impfungen reduzieren Risiko von Doppelinfektionen | BR24

© picture-alliance/dpa/Eibner-Pressefoto

Schutz vor vermeidbaren Infektionen: Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken und Keuchhusten

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    Grippe und Co: Impfungen reduzieren Risiko von Doppelinfektionen

    Das Coronavirus steht momentan im Fokus, sodass andere Infektionskrankheiten wie Grippe oder Keuchhusten eher in Vergessenheit geraten. Dabei können Impfungen gegen diese Leiden das Risiko gefährlicher Doppel- oder Mehrfachinfektionen reduzieren.

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    Das Coronavirus bestimmt momentan unser Leben. Der Fokus aller Maßnahmen liegt darauf, sich vor einer Ansteckung zu schützen - zumindest solange, bis es wirksame Medikamente oder eine Impfung gibt. Über diese Sorge werden andere virale und bakterielle Atemwegserkrankungen unter Umständen vernachlässigt. Dabei kann auch eine Grippe oder eine Lungenentzündung, ausgelöst durch Pneumokokken, lebensbedrohlich werden. Das gilt besonders, wenn mehrere Infektionen aufeinandertreffen. Für Patienten, die bereits an der Lunge erkrankt sind, kann eine weitere Atemwegsinfektion - zum Beispiel Corona - besonders gefährlich werden.

    Warum gegen Keuchhusten, Grippe und Co. impfen lassen?

    Der Schutz vor vermeidbaren Infektionen, die man durch eine Impfung verhindern oder zumindest mildern kann, ist wichtig: Besonders älteren und vorerkrankten Menschen wird grundsätzlich empfohlen, sich gegen Lungeninfektionen durch Pneumokokken, Grippe und Keuchhusten impfen zu lassen. Darüberhinaus kann mit den Impfungen auch einer mehrfachen Belastung vorgebeugt werden, denn eine bereits bestehende Erkrankung lässt die Lunge noch angreifbarer für weitere Erreger werden - zum Beispiel dem Coronavirus. Mehrfachinfektionen fordern das Immunsystem besonders stark und können zu (noch) schwereren Komplikationen führen.

    Grippeimpfung im Herbst oder Winter

    Ältere Menschen und chronisch Kranke gehören zu den Risikogruppen, die sich gegen Grippe impfen lassen sollten - und zwar jeden Herbst oder Winter erneut. Denn Grippeviren sind listig und wandlungsfähig: Sie verändern sich ständig. Jedes Jahr muss daher ein neuer Impfstoff entwickelt werden, der gegen die Influenzaviren, die in der folgenden Saison im Umlauf sind, wirksam sein soll.

    Für die Risikogruppen bedeutet eine Grippeerkrankung eine echte Gefahr, denn die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf ist erhöht. Die Grippe kann lebensgefährliche Komplikationen nach sich ziehen - die bedeutendsten sind eine bakterielle Lungen- oder eine Herzmuskelentzündung. Beide können tödlich enden.

    Kein hundertprozentiger Schutz durch eine Grippeimpfung

    Eine Influenza-Impfung aktiviert das Immunsystem der geimpften Personen. Leider arbeitet das Immunsystem älterer Menschen oft nicht mehr so effektiv wie bei jungen Menschen. Das heißt aber nicht, dass ältere Menschen von vorneherein auf eine Impfung verzichten sollten. Im Gegenteil: Auch wenn ihr Immunsystem nicht mehr so gut arbeitet, können sie das Risiko, an einer Influenza zu erkranken, im Schnitt um 50 Prozent reduzieren. Und sollten sie doch erkranken: Eine Grippe bei Geimpften verläuft deutlich milder und mit weniger Komplikationen als bei Nicht-Geimpften.

    Impfung gegen Keuchhusten - den 100-Tage-Husten

    An eine Keuchhusten-Impfung denken die wenigsten. Zu Unrecht: Denn Keuchhusten ist eine hoch ansteckende Krankheit und seit 2013 bundesweit meldepflichtig. Ein Infizierter steckt über Tröpfcheninfektion statistisch fünf bis sechs weitere Menschen an. Laut Experten erkranken von 100 Infizierten 80 bis 90 Personen an Keuchhusten. In jedem Lebensalter ist eine Ansteckung möglich. Zwei Drittel aller Erkrankungen treten bei Erwachsenen auf - so das Robert-Koch-Institut (RKI).

    Auffrischungsimpfung bei Keuchhusten

    Der Grund für die hohe Erkrankungsrate bei Erwachsenen: Sie haben häufig keinen Impfschutz mehr. Der Impfschutz besteht bis zu zwölf Jahre. Auch eine einmalige Erkrankung an Keuchhusten schützt nicht lebenslang vor einer Neuinfektion. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb nach der Grundimmunisierung im frühen Kindesalter eine Auffrischimpfung für ältere Kinder, Jugendliche und für Erwachsene.

    Ältere Menschen durch Keuchhusten gefährdet

    Besonders für Menschen ab 60 Jahren birgt Keuchhusten aufgrund ihres schwächeren Immunsystems Risiken. In nicht wenigen Fällen verläuft Keuchhusten bei ihnen zudem untypisch: Von Fall zu Fall treten neben einem trockenen, hartnäckigen Husten keine weiteren Symptome auf. Die Krankheit kann dadurch leicht als Erkältung oder Bronchitis fehlgedeutet werden. Entsprechend hoch ist die Gefahr einer Verbreitung, da Betroffene nicht wissen, dass sie an Keuchhusten leiden. In schweren Fällen kann Keuchhusten zu Leisten- und Rippenbrüchen führen. Zu den häufigsten Komplikationen gehört darüber hinaus eine Lungenentzündung.

    Impfung gegen Pneumokokken

    Pneumokokken sind Bakterien, die weltweit verbreitet sind und von Mensch zu Mensch via Tröpfcheninfektion übertragen werden. Sie können verschiedene Erkrankungen hervorrufen wie zum Beispiel Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen, Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung. Zudem sind sie für einen Teil der bakteriellen Lungenentzündungen verantwortlich, die unter Umständen schwere bis lebensbedrohliche Verläufe nehmen können.

    Eine Impfung ist auch hier in jedem Fall ratsam. Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb Risikogruppen, chronisch Kranken und Menschen ab 60 Jahre, eine Impfung - auch um das Risiko einer Mehrfachinfektion zu verringern.

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