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Warum kann man trotz Grippeimpfung krank werden? | BR24

© BR/Johanna Schlüter

Warum man trotz Grippeimpfung Influenza

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    Warum kann man trotz Grippeimpfung krank werden?

    Ältere Menschen und chronisch Kranke gehören zu den Risikogruppen, die sich gegen Grippe impfen lassen sollten. Trotz Impfung aber kann es passieren, dass man an der Grippe erkrankt. Woran liegt das? Und lohnt sich eine Impfung trotzdem?

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    Eine Grippe, auch Influenza genannt, wird durch Viren ausgelöst. Die Grippeviren sind listig und wandlungsfähig: Sie verändern sich ständig. Jedes Jahr muss daher ein neuer Impfstoff entwickelt werden, der gegen die Influenzaviren, die in der folgenden Saison im Umlauf sind, wirksam sein soll. Jedes Frühjahr wagt die Weltgesundheitsorganisation eine neue Prognose.

    Die Wirksamkeit von Grippeimpfstoffen variiert

    Wie effektiv ein entwickelter Grippe-Impfstoff ist, variiert und hängt auch davon ab, ob die in dem Impfstoff enthaltenen Virusstämme mit den Influenzaviren der folgenden Grippesaison bestmöglich übereinstimmen. Tun sie das nicht, weil sich zwischenzeitlich andere Virusstämme durchgesetzt haben, kann die Schutzwirkung des Impfstoffs leiden, so das Robert-Koch-Institut (RKI).

    Ein weiterer Grund, warum die Wirksamkeit des Grippeimpfstoff beeinträchtigt sein kann, liegt darin, dass es zu genetischen Veränderungen beim Impfstamm kommen kann, während der Impfstoff hergestellt wird.

    Wie sicher schützt ein Grippeimpfstoff?

    Die Schutzwirkung von Grippe-Impfstoffen beträgt bei jungen Erwachsenen gut 80 Prozent - wenn eine gute Übereinstimmung zwischen den vorherrschenden Grippeviren und dem Impfstoff besteht. Anders sieht das bei älteren Menschen aus, für die eine Grippeimpfung empfohlen wird. Sie gehören zu einer der Risikogruppen. Dazu zählen: Menschen, die älter als 60 Jahre alt sind, Schwangere (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel), Menschen, die beruflich viel Kontakt mit anderen haben wie Krankenhaus-Personal oder Altenpfleger, Patienten, die an einer chronischen Krankheit leiden wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma sowie Kinder mit Diabetes.

    Grippe - eine echte Gefahr

    Für die Risikogruppen bedeutet eine Grippeerkrankung eine echte Gefahr, denn das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist erhöht. Die Grippe kann lebensgefährliche Komplikationen nach sich ziehen - die bedeutendsten sind eine bakterielle Lungen- oder eine Herzmuskelentzündung. Beide können tödlich enden.

    Das Immunsystem älterer Menschen arbeitet nicht so effektiv

    Die Influenza-Impfung enthält abgetötete Erreger, die selbst keine ernsthafte Erkrankung mehr verursachen können. Sie aktivieren aber das Immunsystem der geimpften Personen. So sind Geimpfte, wenn sie der Grippeerreger erwischt, geschützt. Das Immunsystem älterer Menschen arbeitet aber nicht mehr so effektiv wie bei jungen Menschen.

    Kein hundertprozentiger Schutz durch eine Grippeimpfung

    Das heißt aber nicht, dass ältere Menschen von vorneherein auf eine Impfung verzichten sollten. Im Gegenteil: Auch wenn ihr Immunsystem nicht mehr so gut arbeitet, können sie das Risiko, an einer Influenza zu erkranken, im Schnitt um 50 Prozent reduzieren. Die Wirksamkeit einer Impfung liegt bei älteren Erwachsenen zwischen von 41 bis 63 Prozent - je nach Wirksamkeit des Impfstoffes: "Wenn im Laufe einer Influenzasaison von 100 ungeimpften älteren Erwachsenen 10 an Grippe erkranken, erkranken von 100 geimpften älteren Erwachsenen nur etwa 4 bis 6," so das Robert-Koch-Institut (RKI).

    Mildere Verlaufsform der Grippe

    Doch auch wenn einen trotz Impfung die Grippe erwischt, gibt es einen Trost: Sie verläuft in der Regel milder und mit weniger Komplikationen als bei Ungeimpften.

    Wirkverstärkte Impfstoffe für Ältere

    Um die Wirksamkeit von Impfstoffen bei älteren Menschen zu verstärken, wurden wirkverstärkte Grippeimpfstoffe entwickelt (sogenannte "adjuvantierte" Impfstoffe). Diese sollen einen besseren Schutz bieten. Inwieweit sie tatsächlich im Falle einer Infektion besser schützen, ist noch nicht abschließend geklärt, so das RKI. Allerdings können bei diesen Impfstoffen stärkere Nebenwirkungen auftreten.

    Grippeimpfung senkt Sterberisiko für Menschen mit Bluthochdruck

    Auch wer an Herz-Kreislauferkrankungen oder Bluthochdruck leidet, sollte sich gegen Grippe impfen lassen, rät der Bundesverband der niedergelassenen Kardiologen. Denn eine Grippeschutzimpfung verringere das Sterberisiko der Betroffenen. Laut einer neuen dänischen Studie vom September 2019 senke die Grippeschutzimpfung das Sterberisiko von Bluthochdruck-Patienten um 18 Prozent. Das Sterberisiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall wäre um zehn Prozent niedriger, so die Autoren der Studie.

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