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So werden Sie Ratten wieder los!

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Ratten im Garten: So werden Sie Kompost-Ratten wieder los

Ein ganzjährig behaglich temperiertes, geräumiges Appartement mit einer gut gefüllten Vorratskammer: Das mögen nicht nur Menschen, sondern auch Ratten - in Form eines Komposthaufens. Wie aber wird man die Untermieter wieder los?

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Von
  • Marlene Riederer

Ratten lieben Kompost, vor allem aber lieben sie Rohkost. Deswegen sind gerade vorbildlich angelegte Komposthaufen sehr verlockend für die Nager. Viele Gartenbesitzer glauben, dass Abfälle von gekochten Mahlzeiten das Problem sind, wenn sie Kompost-Ratten haben. Aber eigentlich sind Ratten Vegetarier, die zwar auch Reste vom (fleischhaltigen) Mittagessen verputzen, aber eindeutig Obst- und Gemüsereste bevorzugen.

Sie lieben Gartenabfälle wie verwurmte Zwetschgen und angefaulte Äpfel. Aber auch Abfälle aus der Küche wie verschrumpelte Karotten, überreife Bananen oder Kartoffelschalen sind ein Gaumenschmaus für die Nager. Solche Lebensmittel garantieren Ratten eine ideale Nährstoffzufuhr.

Obst, Gemüse und Nüsse: ab in die Biotonne

Wer in Sachen Ratte auf Nummer sichergehen will, muss Obst, Gemüse und Essensreste daher in die Biotonne stecken oder einen sogenannten Schnellkomposter kaufen, der - ganz wichtig - auch von unten vergittert ist. Legen Sie außerdem über offene Komposthaufen ein Gitter, sodass die Nager auch von oben nicht eindringen können. Doch das ist womöglich nur ein Teil der Problemlösung. Denn da wären noch die Nussbäume und -sträucher im Garten.

Nüsse landen nämlich schneller auf dem Kompost, als man gemeinhin annimmt. Dazu reicht es, wenn der Komposthaufen im Schatten eines Haselnussstrauchs oder eines Nussbaums steht - beides sind beliebte Pflanzengattungen für den Hausgarten.

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Bildrechte: picture-alliance / OKAPIA KG, Germany | Werner Layer

Ratten sind keine Kostverächter und werden durch weggeworfene Lebensmittel angezogen

Vorbeugende Maßnahmen: So vermeiden Sie einen Rattenbefall

Ratten machen sich nur breit, wenn es auch genügend Nahrung und Nistmöglichkeiten für sie gibt. Werden ihnen diese Lebensgrundlagen durch vorbeugende Maßnahmen von vorneherein entzogen, so kann eine dauerhafte Ansiedlung dieser Schädlinge verhindert werden, so das Umweltbundesamt.

  • Dichten Sie alle Ritzen und Spalten ab, die ein Einfallstor in Ihr Haus darstellen könnten. Gitternetze verhindern den Eintritt durch Licht- oder Luftschächte. Unterschätzen Sie die Ratten nicht, sie können sich erstaunlich klein machen.
  • Die kuschelige, konstante Wohlfühltemperatur im Komposthaufen, in der sich Ratten so wohl fühlen, wird durch häufiges Umgraben durcheinandergebracht - es wird zu kalt oder auch zu heiß. Das mögen die Ratten nicht.
  • Machen Sie das schmackhafte Nahrungsangebot unerreichbar, dann gehen die Ratten auf sie Suche nach lukrativeren Plätzen.
  • Achten Sie darauf, dass die Mülltonnen geschlossen sind und zum Beispiel die Gelben Säcke für die Ratten unerreichbar sind.
  • Lagern Sie Lebensmittel und Tierfutter - zum Beispiel Hühnerfutter - so, dass Ratten keine Chancen haben.

Welche Ratten befallen den Garten?

Meistens sind es die Wanderratten, die sich im Garten breitmachen. Eine ausgewachsene Wanderratte kann zwischen 19 und 30 Zentimeter lang werden - mit dem Schwanz können noch bis zu 30 Zentimeter hinzukommen. Sie kann bis zu einem Pfund schwer werden. Die Schnauze ist relativ stumpf, das Fell an der Oberseite grau, graubraun oder braun gefärbt, so das Umweltbundesamt.

Ratten sind sehr vermehrungsfreudig. Im Schnitt wirft ein Rattenweibchen sechs Mal im Jahr durchschnittlich acht Junge. Diese sind nach zwei Monaten geschlechtsreif. Zwar wird eine wildlebende Wanderratte nur um ein Jahr alt, trotzdem kann es so schnell zu einer großen Rattenplage kommen. Umso wichtiger ist es also, einen Befall frühzeitig zu erkennen.

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Bildrechte: picture alliance / blickwinkel/B. Ludwig | B. Ludwig

Ratten vermehren sich schnell

Wie erkennt man einen Rattenbefall?

Selten wird man sie persönlich zu Gesicht bekommen, auch wenn es passieren kann, dass sie vor ihrer Terrasse entlang huschen, während Sie Ihren Sundowner genießen.

  • Wegen der rasanten Vermehrung ist das frühzeitige Erkennen eines Befalls besonders wichtig. Dazu gehört ein bisschen detektivische Spürarbeit: Das eindeutigste Indiz ist der Rattenkot. Rattenkot hat von der Form her Ähnlichkeit mit einem Reiskorn, ist aber um einiges größer. Die Kötel sind meistens gehäuft zu finden. Ratten scheiden täglich eine ganze Menge davon aus. Ist der Kot weich und glänzend schwarz, ist er frisch. Sprich: Sie haben ein Problem - eine akute Rattenplage.
  • Wenn Sie ein Näschen dafür haben: Ein beißender Ammoniakgeruch kann auch ein Hinweis auf einen starken! Rattenbefall sein.
  • Vielleicht entdecken Sie auch Abdrücke von kleinen Rattenfüßchen auf staubigem Untergrund? Ratten bevorzugen immer die gleichen Laufwege, sodass auch Abnagungen am Rande des Weges ein Hinweis sein können. Dazu kommen sogenannte Schmierspuren, die dadurch entstehen, dass sich das Körperfett der Ratten mit Staub und Dreck vermengt und eine Spur hinterlässt. Folgt man diesen Laufwegen, findet man nicht selten auch das Rattennest.
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Bildrechte: picture alliance / blickwinkel/F. Hecker | F. Hecker

Rattenkot - Hinweis auf eine Rattenplage

Warum sollte man Ratten bekämpfen und sind Ratten meldepflichtig?

Ratten sind Schädlinge. Hat man sie erst einmal im Garten, kann es auch passieren, dass sie durch kleinste Ritzen, Spalten oder andere Einfallstore ins Haus gelangen. Passt das Schlupfloch nicht, wird es passend gemacht. Ganz abgesehen davon, dass sie eine Menge kaputt nagen können - von Elektroinstallationen bis hin zu Hausdämmungen - sind Ratten Krankheits- und Parasitenüberträger. Durch Anfraß, Kot und Urin können sie Vorräte mit Krankheitskeimen verunreinigen und bis zu 100 Krankheiten wie zum Beispiel Salmonellen oder Tuberkulose übertragen - von Zecken oder Flöhen gar nicht zu reden. Deswegen heißt es bei aller Tierliebe: Ratten haben im Garten - und schon gar im Haus - nichts zu suchen.

Eine bundesweit einheitliche Meldepflicht gibt es bei Rattenbefall übrigens nicht. Wenn Sie jedoch von einem größeren Befall ausgehen, gehen Sie auf Nummer sicher, wenn Sie sich den Rat des örtlichen Gesundheitsamtes oder eines Schädlingsbekämpfers holen.

Wie wird man Ratten wieder los: Hausmittel oder konventionell?

Vorab: Wenn Sie den Verdacht haben, dass es sich nicht um einen Ratten-Einzelgänger handelt, tun Sie sich selbst einen Gefallen, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu holen. Er hat bessere Möglichkeiten, Ratten sicher loszuwerden und kann vor Ort gut einschätzen, wie das Rattenproblem am besten gelöst werden kann.

Wer es selber versuchen will: Es gibt einige Hausmittel, die man vorab probieren kann. Manche setzen auf Essigessenz oder Nelkenöl, dass auf die Laufwege der Ratten gestreut wird. Ratten mögen diesen Geruch nicht und im besten Fall suchen sie das Weite. Auch benutztes Katzenstreu soll eine ähnliche Wirkung haben. Freigängerkatzen tun ihr Übriges, einen Rattenbefall zu verhindern. Eine vorhandene Plage eindämmen, das können sie nicht.

Sollten Hausmittel und Vorbeugemaßnahmen nicht fruchten, kann man auf konventionelle Mittel zurückgreifen, die im Handel angeboten werden. Allerdings sind Wanderratten sehr schlau und nur schwer mithilfe mechanischer Fallen zu fangen. Grundsätzlich gilt, größte Vorsicht bei dem Einsatz der verschiedenen Fallen walten zu lassen. Außerdem empfiehlt sich der Einsatz solcher Fallen nur bei vereinzelt auftretenden Ratten. Treten Ratten gehäuft auf, lassen sie sich meist nur mit Giftködern bekämpfen, so das Umweltbundesamt.

Mit Fallen gegen Ratten: Schlagfallen und Lebendfallen

Es gibt die verschiedensten Mittel gegen Ratten, die im freien Handel angeboten werden. In die sogenannten Schlagfallen werden die Ratten mit einem Köder gelockt. Löst die Ratte den Trittmechanismus der Falle aus, wird sie durch einen Metallbügel erschlagen. Problem ist, dass man sie fachgerecht anwenden muss, sodass die Tiere auch sofort tot sind und sich nicht quälen. Denn so kritisch man Ratten auch sehen mag: Leiden sollen die Tiere nicht, auch wenn man sie nicht gerade im Garten haben will.

Eine humane Variante ist es, eine einzelne Ratte mit einer Lebendfalle zu fangen und sie dann im Wald auszusetzen. Bei allen Fallen ist die Wahl des Köders wichtig, um Erfolg zu haben. "Als Köder für Fallen ist beispielsweise Erdnussbutter oder Nuss-Nougat-Creme geeignet", meint das Umweltbundesamt.

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Lebendfallen sind humaner.

Oder auf Rattenköderstationen setzen?

Rattenköderstationen gibt es zum Beispiel in Gartenmärkten zu kaufen. Sie sind so gebaut, dass keine anderen Tiere und vor allem auch keine Kinder ans Gift gelangen. Die Ratten können das mit einem Draht fixierte Gift auch nicht aus der Station entfernen, sondern nur runterbeißen. Optimalerweise wird die Köderstation in der Nähe des Komposts platziert, an dem Laufweg, den die Ratte aller Wahrscheinlichkeit auch benutzt. Die Station ist übrigens keine Falle im eigentlichen Sinn, da die Ratte nicht gefangen wird und sich wieder entfernen kann. Dadurch wird verhindert, dass die schlauen Artgenossen bei dem sofortigen Tod der betroffenen Ratte einen Zusammenhang mit der Falle erschließt.

Starke Gifte, um Ratten zu bekämpfen, sollte ausschließlich den Schädlingsbekämpfern vorbehalten sein. Er kann entscheiden, was das richtige ist. Denn immer öfter kommt es auch zu Resistenzen bei den Tieren.

Ja, es ist wahr: Ratten können durch die Toilette kommen

Immer wieder hört man, dass Ratten aus der Kanalisation die Toilettenrohre hochkrabbeln und aus der Schüssel schauen. Manche halten das für ein Ammenmärchen. Aber möglich ist es durchaus, zumindest in älteren Gebäuden, wo es keine Rückstauklappen gibt. Wenn Sie häufiger Lebensmittelreste im Ausguss oder der Toilette entsorgen, stellen Sie damit eine Einladung für Ratten aus.

Bieten Sie den Nager in Haus, Hof und Garten keine Möglichkeiten, sich wohl zu fühlen. Dann haben Sie zukünftig hoffentlich keine Ratten mehr im Kompost oder gar im Haus.

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Die Pest ist bei uns ausgestorben, die Angst vor Ratten nicht. Die Tiere sollen gefährliche Krankheitsüberträger sein und aufgrund ihrer starken Vermehrung irgendwann zur Plage werden, so die landläufige Meinung. Doch die ist falsch!

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