Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

4. September: Welttag der sexuellen Gesundheit | BR24

© picture-alliance / Creasource

Nackte Füße eines Paares im Bett. Seit 2010 ist der 4. September Tag der sexuellen Gesundheit.

Per Mail sharen

    4. September: Welttag der sexuellen Gesundheit

    2010 wurde er ins Leben gerufen, um ein größeres soziales Bewusstsein für sexuelle Gesundheit auf der ganzen Welt zu schaffen. Experten fordern nun anlässlich dieses Welttags, die Hürden für Heimtests auf Geschlechtskrankheiten zu lockern.

    Per Mail sharen

    Er steht in diesem Jahr unter dem Motto "Sexuelle Gesundheit & sexuelle Rechte sind grundlegend für das Wohlbefinden". Experten nehmen den Welttag der sexuellen Gesundheit, den die World Association for Sexual Health (WAS) im Jahr 2010 ins Leben gerufen hat, jetzt zum Anlass, Änderungen bei Tests auf Geschlechtskrankheiten zu fordern.

    Steigende Zahlen bei sexuell übertragbaren Infektionen

    Seit Jahren nehmen Syphilis, Tripper und ähnliche Krankheiten in Deutschland wieder zu, sagte Norbert Brockmeyer, Präsident der Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit (STI-Gesellschaft). Auch wenn sich bei sexuell übertragbaren Infektionen (kurz STI) oft keine akuten Symptome zeigten, seien die Folgen keineswegs harmlos.

    Bisher keine Heimtests wegen Fernbehandlungsverbot

    Wer sich auf Geschlechtskrankheiten testen lassen will, muss nach deutschem Recht dafür bisher entweder zum Arzt, in ein Gesundheitsamt oder in sogenannte Checkpoints, die von Aidshilfen angeboten werden. Ein Test von zu Hause aus - ohne jegliche Kontaktaufnahme - ist derzeit (noch) nicht möglich. Schuld daran ist das in Deutschland geltende Fernbehandlungsverbot.

    Eine Lockerung des Fernbehandlungsverbots ist aber bereits beschlossen. Und so drängen Experten jetzt auch bei Tests auf Geschlechtskrankheiten darauf, diese ohne vorherige Kontaktaufnahme mit einem Arzt möglich zu machen.

    "SAM-Test" in Bayern - Pilotprojekt für Heimtests

    In Deutschland gibt es mittlerweile schon Pilotprojekte, die Selbsttests für zu Hause möglich machen - ohne dabei gegen geltendes Recht in Deutschland zu verstoßen.

    In Bayern kann sich zum Beispiel seit August mit dem "SAM-Test" jeder so oft er will selbst von zu Hause aus auf Geschlechtskrankheiten testen. Er muss sich dafür nur einmal vor dem ersten Test beraten lassen. Eine eigene Analyse ist aber noch nicht möglich. Die selbst entnommenen Proben müssen per Post eingeschickt werden. Das Ergebnis kommt dann per SMS. Ein ähnliches Pilotprojekt läuft auch in Bochum.

    Dass sexuell übertragbare Infektionen überhaupt wieder im Kommen sind, führt Norbert Brockmeyer, Präsident der STI-Gesellschaft, unter anderem auf den häufigen Kondomverzicht und dem mangelnden Wissen bei Jugendlichen zurück.