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Chlamydien-Impfstoff wird erstmals an Menschen getestet | BR24

© dpa

Paar im Bett

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    Chlamydien-Impfstoff wird erstmals an Menschen getestet

    Die Chlamydien-Infektion ist die in Europa und weltweit am stärksten verbreitete Geschlechtskrankheit. Sie bleibt oft unbemerkt und kann ernste Folgen haben. Forscher haben einen Impfstoff dagegen entwickelt, der nun an Menschen getestet wird.

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    Chlamydien sind sexuell übertragbare Bakterien. Eine Infektion verläuft oft unbemerkt, macht angreifbar für Gonorrhoe und das HI-Virus und kann bei Frauen zu Unterleibsentzündungen, chronischen Schmerzen, Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten führen. Erstmals wurde nun ein Impfstoff gegen Chlamydien-Infektionen an Menschen getestet.

    An der sogenannten Phase-1-Studie beteiligten sich 35 Frauen, die noch nie an einer Chlamydien-Infektion erkrankt waren. Testgruppen in Phase 1 sind klassischerweise klein. 15 Frauen bekamen den Impfstoff mit je einem von zwei Wirkverstärkern. Einer Kontrollgruppe von fünf Frauen wurde eine wirkungslose Placebo-Impfung mit Salzlösung gespritzt. Nach der Impfung mit dem neuen Impfstoff zeigten alle Frauen eine Immunreaktion und vertrugen die Impfung gut, ein erfolgreicher Testlauf also. Die Studienergebnisse wurden am 12. August 2019 im Fachmagazin Lancet Infectious Diseases veröffentlicht.

    Impfstoff-Forschung braucht Jahrzehnte

    Unklar ist, ob der getestete Impfstoff schon gut genug gegen eine Chlamydien-Infektion wirkt. Der nächste Schritt zur Impfstoffentwicklung ist bereits anvisiert, die Phase-2a. Mit dieser ermitteln Forscher die Arzneimittelsicherheit, dann erst folgen ein Test der Wirksamkeit (2b) und viele weitere Jahre der Forschungsarbeit. Allerdings erreichen viele Impfstoffe und Medikamente Phase-2 erst gar nicht. Bemerkenswert ist, dass die gemeinnützige Organisation "Statens Serum Institutet" des dänischen Bundesgesundheitsministeriums den Impfstoff-Test bezahlt hat und die Rechte am Impfstoff besitzt. Die Organisation ist in Deutschland vergleichbar mit Bundesinstituten.

    Frauen - die gravierende Folgen einer Chlamydien-Infektion

    Frauen stehen bei der Impfstoff-Forschung gegen Chlamydien im Fokus, weil eine Chlamydien-Infektion bei ihnen besonders dramatische gesundheitliche Folgen haben kann. Jede sechste infizierte Frau erkrankt an einer Unterleibsentzündung. Diese kann besonders in Entwicklungsländern zu chronischen Schmerzen, Unfruchtbarkeit und Eileiterschwangerschaften führen. Während der Schwangerschaft ist das Risiko für Früh-, Fehl- oder Totgeburten erhöht, dasselbe gilt für eine Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (Gonorrhoe/Tripper, HI-Virus). Auch Männer können durch eine Chlamydien-Infektion unfruchtbar werden.

    Kehren Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Tripper, HIV und Chlamydien zurück?

    Zwar waren Geschlechtskrankheiten nie ganz weg, bedenklich ist jedoch, dass die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Jahren wieder deutlich gestiegen ist - vor allem unter jungen Erwachsenen. Das liegt einerseits daran, dass viele Geschlechtskrankheiten ohne Symptome verlaufen und lange keine Probleme bereiten.

    Andererseits sind sie ein schambesetztes Thema. Das ist gefährlich, denn sind die Schleimhäute durch Syphilis und Gonorrhoe angegriffen, kann sich ein HI-Virus leichter einnisten. Infektionen mit Syphilis, Gonorrhoe und Chlamydien sind gut behandelbar, wenn sie frühzeitig entdeckt werden und die Bakterienstämme nicht resistent sind.