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Bericht im BMVI-Auftrag: Nur Softwareupdates nicht ausreichend | BR24

© dpa-Bildfunk / Marcel Kusch

Diesel-Abgase aus dem Auspuff eines Kleintransporters.

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    Bericht im BMVI-Auftrag: Nur Softwareupdates nicht ausreichend

    Softwareupdates für Diesel-Fahrzeuge reichen in Städten mit hoher Schadstoffbelastung nicht aus, um dort dieses Problem zu lösen. Das ist das Ergebnis einer unveröffentlichten Analyse, die BR Recherche vorliegt. Von A. Meyer-Fünffinger und J. Streule

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    Es ist ein knapp 30seitiger Bericht, über den sich die Mitglieder einer vom Bundesverkehrsministerium eingesetzten Expertenkommission heute ab 11.00 Uhr in Berlin beugen werden. Erstellt hat ihn die IVU Umwelt GmbH, ein anerkanntes privates Institut aus Freiburg, im Auftrag des Ministeriums. Die Autoren haben anhand von verschiedenen Modellrechnungen ermittelt, wie sich der Einsatz von Softwareupdates und der zunehmende Ersatz älterer Diesel-Fahrzeuge durch modernere Modelle bis 2020 auswirken werden.

    Schadstoff-Daten von Landshuter Allee in München einbezogen

    Konkret berechnet haben sie das für die Landshuter Allee in München. Hier sind in den vergangenen Jahren bundesweit mit die höchsten Stickstoffdioxidwerte gemessen worden. Außerdem einbezogen: Messwerte vom Mariendorfer Damm in Berlin. Das Institut ist bei seinen Berechnungen von der nicht unumstrittenen Annahme ausgegangen, dass ein Softwareupdate den Schadstoffausstoß von Diesel-Fahrzeugen um bis zu 30 Prozent reduzieren wird. Ergebnis: Selbst wenn in den nächsten Jahren, wie von der Autoindustrie versprochen, 5,3 Millionen Fahrzeuge ein solches Update bekommen, wird der Grenzwert in München bis 2020 noch weit über dem erlaubten Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen. Im vergangenen Jahr betrug dieser Wert noch fast das Doppelte.

    Auch unter diesen Bedingungen errechnet sich damit noch keine Einhaltung des NO2-Jahresgrenzwertes in der Landshuter Allee in München.
    Zitat aus der Berechnung der IVU Umwelt GmbH

    Für den Standort in Berlin prognostiziert der Bericht, dass schon bei einer fast vollständigen Umsetzung der technischen Maßnahmen bis 2020 eine Einhaltung des Grenzwertes möglich ist. Allerdings zählt der Mariendorfer Damm schon jetzt längst nicht zu den am höchsten belasteten Straßenabschnitten in Deutschland. Der Anteil von Diesel-Fahrzeugen im Stadtverkehr der Bundeshauptstadt ist verglichen mit der Landeshauptstadt des Freistaates deutlich geringer.